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Rechtsextremismus im Fußball : FC Ostelbien droht mit Klage

  • Aktualisiert am

Eine Hütte des Fußballvereins FC Ostelbien Dornburg. Bild: dpa

Gegen die Vorwürfe des Rechtsextremismus will sich der FC Ostelbien erst bei einem möglichen Verfahren „umfassend“ äußern. Und dazu könnte es kommen. Gegen einen Ausschluss würde der Verein rechtlich vorgehen.

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          Der FC Ostelbien Dornburg hat bei einem möglichen Ausschluss durch den Fußballverband Sachsen-Anhalts am kommenden Dienstag rechtliche Schritte angekündigt. „Ein mögliches Ausschlussverfahren betrachten wir als ungerechtfertigt und unangemessen“, sagte der Sprecher des Kreisligavereins der „Magdeburger Volksstimme“: „In einem solchen Fall werden wir die uns zustehenden Rechtsmittel einlegen.“

          Den Vorwurf, dass eine größere Gruppe der Spieler und auch von Vereinsmitgliedern als rechtsextrem einzustufen sei, wies der Sprecher als „haltlos und unbegründet zurück“. Der Chef des Landesverfassungsschutzes, Jochen Hollmann, sagte: „Wir haben schon vor Jahren festgestellt, dass sich dort viele Rechtsextremisten tummeln.“ Und er hatte präzisiert: Rund 15 Vereinsmitglieder, unter ihnen viele der aktiven Spieler, seien als Rechtsextremisten bekannt.

          Verweigerungen der Schiedsrichter

          Medienberichten zufolge weigerten sich 59 von 65 Schiedsrichtern, Partien mit Beteiligung des FC Ostelbien Dornburg zu pfeifen, da es in und nach Spielen mit dem Verein zu Übergriffen kam. Der Landessportbund und der Fußballverband Sachsen-Anhalt (FSA) gehen nun massiv gegen den FC Ostelbien vor. Die Bekanntgabe der Entscheidung, ob der Club ausgeschlossen werden soll, ist für Dienstag angekündigt. Nach Informationen der „Mitteldeutschen Zeitung“ soll sich das Präsidium auf den Ausschluss verständigt haben.

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          Ein Ausschluss eines Vereins wegen politischer Gesinnungen ist im deutschen Fußball bislang ebenso wenig bekannt wie vergleichbare Fälle wie der des FC Ostelbien Dornburg in anderen Landesverbänden. Falls es aber so einen Fall „bei uns geben würde, würden wir genauso handeln wie die Verbände in Sachsen-Anhalt“, betonte Uwe Ziegenhagen, Geschäftsführer des Badischen Fußballverbands.

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