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FC Liverpool zieht davon : „Klopp macht Spieler besser“

  • Aktualisiert am

Der Trainer und sein Liebling: Jürgen Klopp mit Mo Salah Bild: EPA

Jürgen Klopp liegt mit dem FC Liverpool auf Titelkurs in der Premier League. Die Reds starten als souveräner Tabellenführer in die Rückrunde. Die Begeisterung ist groß, doch der Coach warnt.

          Für die Fans nimmt der Traum von der ersten Meisterschaft seit 29 Jahren zunehmend Gestalt an, für die Buchmacher ist der FC Liverpool inzwischen Titelfavorit, doch Jürgen Klopp entlockt der Blick auf die Tabelle kaum mehr als ein müdes Lächeln. „Ich habe nach unserem Spiel die Ergebnisse der anderen Teams gesehen. Das hat nicht viel in mir ausgelöst“, sagte der deutsche Teammanager nach dem souveränen 4:0-Sieg der Reds gegen Newcastle United am zweiten Weihnachtsfeiertag: „Es ist nur eine Information.“

          So nichtig, wie der ehemalige Bundesligacoach sie darzustellen versuchte, war diese „Information“ dann aber doch nicht. Meister Manchester City, der schärfste Verfolger der Reds, hatte am Boxing Day abermals gepatzt. 1:2 verlor das Team um die Nationalspieler Leroy Sane und Ilkay Gündogan bei Leicester City - und damit Liverpool aus den Augen.

          Der Rückstand auf den 18-maligen englischen Champion wuchs nach der dritten Pleite aus den vergangenen vier Spielen auf sieben Punkte an, Manchester ist mit 44 Punkten hinter Tottenham Hotspur (45) nur noch Dritter. „Zwei Mannschaften sind besser als wir. Wenn wir ein ernsthafter Anwärter auf den Titel sein wollen, müssen wir wieder gewinnen“, sagte City-Teammanager Pep Guardiola.

          Das gelingt Liverpool nur allzu gut. Klopps Team stellt die zweitbeste Offensive der Liga, keine Mannschaft steht defensiv so stabil. Erstmals blieb Liverpool in der Vorrunde der Premier League in 19 Spielen ungeschlagen.

          Die Anerkennung, die Klopp auf der Insel erfährt, ist entsprechend groß. Liverpool sei nicht nur oben, weil der Klub im Sommer mit Geld um sich geworfen habe, urteilte etwa die Daily Mail: „Jürgen Klopp hat ein Auge für Spieler und macht sie besser.“ Angreifer Mo Salah etwa sei kein 40-Tore-Stürmer gewesen, als er im Sommer 2017 vom AS Rom verpflichtet wurde.

          Rund 350 Millionen Euro hat Klopp in den vergangenen drei Transferperioden in neue Spieler investieren dürfen. Die meisten wie Torhüter Alisson, Abwehrchef Virgil van Dijk oder der der frühere Münchner Xherdan Shaqiri entpuppten sich als Volltreffer.

          Noch ist der Weg zur Meisterschaft aber ein weiter, erst die Hälfte der Saison ist gespielt. „Die Zahlen in der Tabelle lesen sich alle sehr, sehr gut“, sagte Klopp, „aber sechs Punkte Vorsprung bedeuten nichts. Wir müssen unsere Spiele gewinnen, fokussiert sein, den Tunnelblick behalten.“

          Fest steht: Liverpool geht als Spitzenreiter ins Jahr 2019. Schon um den Jahreswechsel ist der Vorsprung aber bedroht. Am Samstag gastiert der FC Arsenal an der Anfield Road. Am 3. Januar reist Liverpool zum Gipfeltreffen zu Manchester City. Auch deshalb sagt Klopp: „Es liegt ein langer Weg vor uns.“

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