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1:0 in Maribor : Schalker Glückstag dank Joker Meyer

  • -Aktualisiert am

Schalker Erlösung: Meyer (links) kommt, sieh, trifft – und feiert Bild: Reuters

Was für ein Zitterspiel für Schalke! Die Königsblauen bekommen früh Schützenhilfe von Chelsea, brauchen aber lange, um in Maribor zu treffen. Mann des Abends ist Joker Max Meyer, der Schalke ins Achtelfinale schießt.

          3 Min.

          Das ist gerade noch einmal gut gegangen für den FC Schalke 04. Trotz überwiegend schwacher bis mäßiger Leistungen in der Gruppenphase erreichten die Gelsenkirchener das Achtelfinale der Champions League, für das sich auch die drei anderen Teilnehmer aus der Fußball-Bundesliga, Bayern München, Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen, qualifiziert haben.

          In der abschließenden Partie beim slowenischen Rekordmeister NK Maribor, der zuvor in sieben Europapokal-Heimspielen ungeschlagen geblieben war, tat Schalke sich zwar schwer und vermochte die zuletzt starken Leistungen in der Bundesliga nicht zu bestätigen.

          Doch das 1:0 reichte, um Sporting Lissabon noch vom zweiten Platz in der Gruppe G zu verdrängen. Die Königsblauen verdanken den Verbleib in der europäischen Königsklasse dem Tor von Max Meyer (62. Minute) und der Schützenhilfe des FC Chelsea, der Lissabon 3:1 besiegte. „Wir sind glücklich, dass wir im Achtelfinale sind. Das ist ein wichtiger Schritt für die Zukunft. Das war ein hochverdienter Sieg“, sagte Schalkes Trainer Roberto Di Matteo.

          In den ersten knapp zwanzig Minuten lief es nach Wunsch für Schalke, zumindest in London. Der FC Chelsea führte gegen Sporting Lissabon 2:0. Das Bemühen der Gelsenkirchener selbst reichte dagegen noch lange nicht, um dem Tagessieg und dem Achtelfinale näher zu kommen. Mitte der ersten Hälfte wäre Schalke beinahe sogar in Rückstand geraten. Verteidiger Atsuto Uchida wehrte jedoch zweimal auf der Linie ab – erst einen Kopfball von Arghus, dann den Nachschuss von Tavarez.

          Choupo-Moting dringt wuchtig in den Luftraum von Maribor ein Bilderstrecke

          Auf der anderen Seite kam das Offensivspiel der Gelsenkirchener nicht in Schwung. Die beiden Stürmer Klaas-Jan Huntelaar und Eric-Maxim Choupo-Moting erhielten kaum brauchbare Bälle, die sie hätten verwerten können. Dass Schalke im Angriff meist harmlos blieb, könnte auch auf die einzige Umstellung zurückzuführen sein, die Trainer Di Matteo im Vergleich zum jüngsten Bundesliga-Auftritt vorgenommen hatte. Das Regietalent Max Meyer verlor seinen Platz in der Startelf an Marco Höger, der in Stuttgart wegen einer Sperre gefehlt hatte.

          Der italienische Fußball-Lehrer entschied sich also für den robusteren Spieler und nahm dafür in Kauf, an Kreativität zu verlieren. Schalke zeigte sich zwar zweikampfstark, strahlte aber wenig Torgefahr aus; nichts war zu sehen von dem Elan, der die Königsblauen in der Bundesliga zuletzt ausgezeichnet hatte.

          Kurz vor der Pause hätten sie dennoch in Führung gehen können. Ausnahmsweise bot sich Huntelaar eine gute Chance, doch der Niederländer schoss überhastet über das Ziel hinaus, statt weiter in Richtung Tor zu laufen und dann erst abzuschließen. Bis dahin hatte nur ein Kopfball von Tranquillo Barnetta, der knapp das Ziel verfehlte, die Ambitionen der Gelsenkirchener unterstrichen. Das einzige, was den Schalkern in der ersten Halbzeit Freude bereitete, blieben die Nachrichten aus London.

          Wer damit gerechnet hatte, Meyer würde schon zu Beginn des zweiten Durchgangs die Arbeit aufnehmen, wurde zunächst enttäuscht. Dennoch war den Schalkern nun anzumerken, dass es Zeit wurde, mehr für die Offensive zu tun. Das hätte sich zehn Minuten nach dem Seitenwechsel beinahe ausgezahlt. Huntelaar traf den Innenpfosten; der Ball tickte noch einmal auf der Linie auf und wurde schließlich von einem Verteidiger weggeschlagen.

          Eine Minute später betrat Meyer den Rasen und übernahm im offensiven Mittelfeld die Position von Barnetta, der an seine zuletzt starke Leistung aus dem Stuttgart-Spiel nicht anzuknüpfen vermochte. Und der Neunzehnjährige brauchte nicht lange, um zu zeigen, wie gut er der Mannschaft tut. Schon sein vierter Ballkontakt brachte Schalke den Ausgleich. Meyer, der freie Schussbahn hatte, profitierte bei seinem Tor allerdings von einem Fehler des gegnerischen Torwarts, der ihm den Ball vor die Füße boxte.

          Mit dem knappen Vorsprung im Rücken wirkte Schalke zwar nicht souverän, brachte das 1:0 jedoch über die Zeit. Maribor versuchte in der Schlussphase, den Ausgleich zu erzielen, der Schalke zwar geschadet, den Slowenen aber nichts mehr genützt hätte. Die Gelsenkirchener konnten sich ihrer Sache zwar bis in die Nachspielzeit hinein nicht sicher sein, ließen aber keine zwingenden Chancen für den Gegner mehr zu und durften am Ende jubeln. „Wir sind als Mannschaft aufgetreten, haben den unbedingten Siegeswillen mitgebracht und kaum Chancen zugelassen. Ich freue mich sehr für Max. Er hat sich nicht hängenlassen“, sagte Kapitän Benedikt Höwedes.

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