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Entscheidung ohne Abstimmung : „Dresden steigt ab“

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Weht künftig in der dritten Liga: die Fahne von Dynamo Dresden Bild: dpa

Zweitliga-Absteiger Dynamo Dresden ist mit seiner Forderung nach einer Liga-Aufstockung jäh gescheitert. Der Verein zeigt sich äußerst verwundert über das Verhalten der DFL.

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          Dynamo Dresdens Kampf um den Klassenerhalt endete jäh, bevor er so richtig angefangen hat. Die Entscheidung fiel bereits, bevor es zu einer Abstimmung kommen konnte. Der Antrag der Sachsen auf eine Aufstockung der 2. Fußball-Bundesliga wird auf der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) keine Rolle spielen. Wie der Absteiger bestätigte, teilte die DFL dem Klub am Freitag mit, dass der entsprechende Antrag Anfang August nicht zur Abstimmung gestellt wird.

          Dies sei „äußerst verwunderlich“, drückte Dynamo in einer Stellungnahme sein Unverständnis über die Entscheidung aus: „Die Begründung der DFL ist für die SGD nicht nachvollziehbar und verkennt wesentliche Aspekte unserer Position.“ Auch wenn die Umsetzung des Dresdener Plans ohnehin unrealistisch schien, wirft die Begründung der DFL zur Nicht-Zulassung des Antrags zur nächsten Mitgliederversammlung Fragen auf.

          Als Grund für die ausbleibende Abstimmung führte die DFL gegenüber dem Verein an, dass der eingereichte Vorschlag nach Rücksprache mit den DFL-Klubs auf der Mitgliederversammlung nicht mehrheitsfähig sei. Dies kritisiert der achtmalige DDR-Meister vehement, da eine solche Rücksprache „mit vereinzelten Vereinen der Liga keinen repräsentativen Charakter/Anspruch“ haben könne.

          Der kicker zitierte zudem aus einem DFL-Antwortschreiben an den Verein. Auch da sich Dresden für den Fall einer Ablehnung des Antrages auf der Versammlung Rechtsmittel vorbehalte, sehe „das DFL-Präsidium im Interesse der gegenwärtigen Mitglieder des DFL e.V. davon ab, die Mitgliederversammlung mit diesem Thema zu befassen“, hieß es.

          Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer Michael Born zeigte für das Verhalten der DFL großes Unverständnis. „Wir haben als Verein die wirtschaftliche Solidarität im Zuge der Fortsetzung des Spielbetriebes in der 2. Bundesliga uneingeschränkt gelebt. Es ist unverständlich, dass die sportliche Integrität des Wettbewerbes in der 2. Bundesliga offenbar keinerlei Rolle spielt. Anders lässt sich die ablehnende Haltung der DFL nicht erklären“, sagte der 52-Jährige.

          Die Sachsen wollen nun mögliche weitere Schritte mit ihren Anwälten prüfen, möglicherweise droht eine langwierige juristische Auseinandersetzung. Dresden sieht sich durch den Neustart der 2. Liga nach der Coronapause enorm benachteiligt. Die Mannschaft musste wegen mehrerer positiver Coronatests in Quarantäne, die entsprechenden Coronafälle zweifelt der Verein nun an. Diese seien mit „sehr hoher Wahrscheinlichkeit falsch“, schrieb Dynamo in einem Statement.

          Das geballte Programm im Anschluss mit neun Spielen in 28 Tagen sei eine gravierende Wettbewerbsverzerrung gewesen. Dynamo war schließlich als Tabellenletzter abgestiegen. Laut kicker habe es am 17. Juli Gespräche zwischen DFL und Dynamo bezüglich einer Aufstockung gegeben, zu Beginn dieser Woche reichten die Sachsen schließlich den Antrag auf Aufstockung ein.

          Der Vorschlag sah eine Vergrößerung der 2. Liga auf 19 oder gar 20 Teams vor, in letzterem Fall wäre Dresdens Mit-Absteiger SV Wehen-Wiesbaden auch in der Zweitklassigkeit verblieben. Wobei die Dresdener dabei sogar auf „einen relevanten Teil“ der ihnen zustehenden Fernsehgelder verzichtet hätten. Es wird wohl nicht der letzte Kompromissvorschlag der Sachsen im schier aussichtslosen Kampf um den Klassenerhalt bleiben.

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