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1:1 gegen Werder : Pizarro und die Elferschwäche verderben Korkuts Bayer-Debüt

  • -Aktualisiert am

Der Retter: Claudio Pizarro (Mitte) beschert seinen Temkameraden und Werder mit seinem ersten Saisontor einen Punkt Bild: dpa

Für Tayfun Korkut geht es gut los als Trainer bei Bayer 04. Dann aber verliert sein Team den Faden. Bremen hat einen alten Helden in der Hinterhand. Und Leverkusen täte nach fünf Fehlschüssen ein sicherer Elfmeterschütze gut.

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          Nach dem Trainerwechsel hatte Sportdirektor Rudi Völler betont, nun gebe es für die Fußballprofis von Bayer Leverkusen „keine Entschuldigung mehr“. Aber auch beim Debüt des neuen Cheftrainers Tayfun Korkut wusste die „Werkself“ nicht zu überzeugen und verpasste sozusagen unentschuldigt den Sieg, der nach den Plänen der Verantwortlichen eine Aufholjagd in der Bundesliga hätte einleiten sollen. Der Führungstreffer von Kevin Volland (7. Minute) verlieh Leverkusen nicht den Schwung, der nötig gewesen wäre, um sich nach den Niederlagen gegen Mainz und in Dortmund wieder ein Erfolgserlebnis zu verschaffen.

          Der eingewechselte Routinier Claudio Pizarro führte den Leverkusenern mit dem Tor zum 1:1 (79.) vor Augen, dass ihr Alltag immer noch grau ist. Farbe kam nur noch ins Leverkusener Spiel, als Wendell in der neunzigsten Minute mit der Gelb-Roten Karte des Feldes verwiesen wurde. In der Nachspielzeit vergab Bayer-Kapitän Ömer Toprak mit einem Elfmeter die große Chance, doch noch den Siegtreffer zu erzielen und scheiterte an Werder-Schlussmann Felix Wiedwald. „Der Elfmeter war gut für mich zu halten“, sagte Wiedwald. „Das Ergebnis ist gerecht“, sagte Korkut. „Wir dürfen uns ohnehin nicht beschweren, weil wir genug Chancen hatten nicht zuletzt durch den Elfmeter.“

          Wenig Änderungen

          Wie Korkut in seinem dunklen Anzug in der Coaching Zone vor der Bayer-Bank hin- und herging, erinnerte ein wenig an seinen Vorgänger. Auch sonst änderte sich bei der Werkself auf die Schnelle nicht allzu viel, obwohl der neue Trainer in der Startelf fünf Positionen neu besetzt hatte. Anders als beim 2:6 in Dortmund durften arrivierte Profis wie Javier Hernandez, Karim Bellarabi und Julian Brandt wieder von Anfang an spielen, die von Korkuts Vorgänger Roger Schmidt zuletzt überraschend nur als Ersatzspieler aufgeboten worden waren.

          Durchwachsener Auftakt: Die Leverkusener Spieler haben die Zeichen von Korkut noch nicht wirklich verstanden Bilderstrecke

          Der rotierenden Werkself gelang ein vielversprechender Start mit einem frühen Tor. Flügelspieler Julian Brandt, ein gebürtiger Bremer, wuchtete den Ball an die Latte, der Abpraller sprang auf der Linie auf und landete bei Kevin Volland, der sich die erste Leverkusener Chance nicht entgehen ließ. Das Kopfballtor des Nationalspielers verlieh der „Werkself“ aber keine Sicherheit. Die Leverkusener wirkten oft fahrig und bei ihren Angriffen wenig inspiriert.

          Mutige Bremer

          Werder trat der Heimmannschaft von Beginn an mutig entgegen und ließ sich durch den frühen Rückstand nicht beeindrucken. Drei Siege in Serie hatten den Bremern offenbar Selbstvertrauen eingeflößt. Allerdings fehlte es ihnen an Durchschlagskraft, was nicht nur bei Chancen für Theodor Gebre Selassie und Robert Bauer zu sehen war, sondern auch bei einigen Angriffen, die nicht schnell und präzise zu Ende geführt wurden. Leverkusen brachte in der ersten Hälfte nur noch eine gefährliche Aktion zustande – einen wuchtigen Weitschuss von Wendell, den Felix Wiedwald gerade noch über das Tor zu lenken vermochte.

          Kurz nach dem Seitenwechsel sah sich der Werder-Torwart wieder gefordert; bei einem gefährlichen Schuss von Bellarabi war er zur Stelle. Werder hielt weiter robust dagegen, verstand es aber kaum, den Gegner in Bedrängnis zu bringen – bis Claudio Pizarro kam. Eine Viertelstunde vor Schluss eingewechselt, war der personifizierte Bayer-Schreck sofort voll war. Als Bauers Wuchtiger Schuss auf das Tor zuflog, stand Pizarro im Strafraum genau richtig und lenkte die Kugel zum Ausgleich ins Netz. Pizarro hatte die Leverkusener schon in der vergangenen Saison beim Bremer Auftritt in der BayArena mit drei Treffern mächtig geärgert.

          Für vergleichbaren Ärger sorgte in der Nachspielzeit Toprak, als er mit einem vergebenen Strafstoß den Bayer-Sieg vergab. „Ich war mir ziemlich sicher, dass ich ihn reinmache. Hat nicht
          geklappt“, sagte Toprak. „Ich habe platziert geschossen, aber vielleicht ein bisschen zu leicht.“ Schiedsrichter Stieler beendete das Spiel unmittelbar nach dem Fehlschuss, der bereits der fünfte eines Bayer-Spielers vom Elfmeterpunkt aus war in der laufenden Saison.

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