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Probleme bei Borussia Dortmund : „Als ich den Platz verließ, habe ich mich geschämt“

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„Niemand hat in dieser Saison konstant sein Top-Niveau bei uns erreicht“: Roman Weidenfeller. Bild: Picture-Alliance

Der BVB spielt keine gute Saison. Trainer Peter Bosz musste schnell wieder gehen. Woran liegt das? Nun gibt Torwart Roman Weidenfeller einen Einblick – und verrät, was alles falsch läuft im Team.

          Roman Weidenfeller hat beim Fußball-Bundesligaverein Borussia Dortmund teaminterne Probleme im Verlauf der Spielzeit eingeräumt. „Die Mannschaft hat sich selbst bisher leider nicht gefunden. Niemand hat in dieser Saison konstant sein Top-Niveau bei uns erreicht“, sagte der 37 Jahre alte Torhüter im „kicker“-Interview (Donnerstag). Als Gründe nannte der Keeper vor dem Revierderby am Sonntag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei Sky) beim FC Schalke 04 Egoismen und mangelnden Zusammenhalt. „Ich hatte, um ehrlich zu sein, manchmal das Gefühl, dass es zu viele Einzelinteressen gab – und nicht den unbedingten Willen, zuerst den gemeinsamen Plan umzusetzen.“

          Die wechselhaften Leistungen unter den Trainern Peter Bosz und Peter Stöger habe man sich selbst zuzuschreiben, meinte Weidenfeller, der im Sommer seine Karriere beendet. „Die Mannschaft hatte zu keinem Zeitpunkt der Saison die Möglichkeit, in Ruhe zu arbeiten.“

          Am Sonntag könnte der BVB mit einem Sieg bei Schalke am Erzrivalen vorbeiziehen. Mit Grausen erinnert sich Weidenfeller an das 4:4 im Hinspiel im November – ausgerechnet bei seinem einzigen Bundesligaeinsatz der Saison. Zur Pause führte der BVB 4:0, danach musste Weidenfeller binnen 33 Minuten noch vier Gegentore hinnehmen: „Ich war froh, als der Schiedsrichter abpfiff. Das war eine Erlösung für uns. Als ich den Platz verließ, habe ich mich geschämt.“

          Liverpools Trainer Jürgen Klopp hätte unterdessen nicht mit der Verpflichtung von Matthias Sammer als Berater des BVB gerechnet. „Ich war bestimmt wie viele überrascht. Aber ich kenne ja mit Aki Watzke und Michael Zorc die handelnden Personen, die sich darüber intensiv Gedanken gemacht haben“, sagte Klopp der „Bild“ (Donnerstag) über die Personalie bei seinem früheren Klub. „Dass Matthias Sammer ein hervorragender Fußball-Fachmann ist, ist unbestritten“, sagte der 50-Jährige.

          Von 2008 bis 2015 hatte Klopp den Bundesligaverein trainiert und dabei unter anderem zwei Meistertitel und einmal den DFB-Pokal gewonnen. Sammer, der selbst mal bei den Westfalen auf der Trainerbank saß und dabei Meister wurde, soll als Berater für neue Einflüsse und Impulse sorgen, hieß es von Vereinsseite.

          „Kloppo“ erklärte, dass er dem BVB und Mainz 05 noch immer die Daumen drücke und bei Gelegenheit auch Spiele schaue. „Auch nach zweieinhalb Jahren auf der Insel hat sich daran nichts geändert“, erklärte der Trainer, der am Dienstag mit dem FC Liverpool das Halbfinale der Champions League erreicht hatte. Die Siege (3:0 und 2:1) gegen Manchester City und Trainer Pep Guardiola bezeichnete Klopp als herausragend. Guardiola sei für ihn „der beste Trainer der Welt“, sagte Klopp.

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