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Eurogoals: FAZ.NET mit DAZN : Tränen für Legende Iniesta – Drama in Italien

Zum Abschied stand Andres Iniesta noch einmal im Mittelpunkt. Bild: AFP

Emotionaler Abschied von Barça-Star. Real spielt mit Zidane-Sohn im Tor. Märchen für Torres. Buffon geht ebenfalls. Herzschlag-Finale in Italien. Unglaubliches Ende in Frankreich. Sehen Sie Europas Fußball-Wochenende im Video.

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          Andres Iniesta steht nicht gerne im Mittelpunkt. Der schüchterne und blasse Spanier hält sich lieber im Hintergrund. Durch seine fußballerische Klasse aber lässt es sich nicht immer vermeiden, dass er in den Fokus rückt. Das war zeit seines sportlichen Lebens beim FC Barcelona so, das war vor allem so, als er 2010 mit seinem goldenen Tor Spanien zum Weltmeister machte im Finale in Südafrika gegen die Niederlande. Nicht zuletzt deswegen, aber auch wegen seiner bescheidenen Art war er ein Liebling aller spanischen Fußballfans, ganz egal, ob sie nun Katalanen sind oder nicht.

          Tobias Rabe

          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          Als Kind verließ er einst seine Familie und zog ein in die legendäre Schmiede des FC Barcelona. Doch der Start in „La Masia“ fiel dem schmächtigen Burschen schwer. Das Heimweh war groß, immer wieder gab es Tränen. Doch der junge Andres biss sich durch und wurde zum Star. Nun, nach 22 Jahren, flossen wieder die Tränen. Nicht nur bei ihm, sondern im ganzen großen Camp-Nou-Stadion. Und vermutlich auch bei vielen Zuschauern vor dem Fernseher. Andres Iniesta machte beim 1:0 gegen Real Sociedad San Sebastian in der spanischen Primera Division sein letztes Spiel für Barca.

          Auch Iniesta musste ein paar Tränen verdrücken. Bereits vor dem Spiel gab es eine gigantische Choreografie im Stadion. Auch während der Partie stand der 34 Jahre alte Techniker im Mittelpunkt. In der 82. Minute nahm Trainer Ernesto Valverde Iniesta vom Platz. Lange stehend dargebrachte Ovationen ließen das sportliche Geschehen zur Nebensache werden. „Es ist ein schwieriger Tag“, sagte Iniesta: „Es waren 22 wundervolle Jahre. Es war ein Privileg und eine Freude, diesen Verein zu repräsentieren, für mich der beste der Welt. Ich werde euch für immer in meinem Herzen behalten.“

          Real Madrid gelang die Generalprobe vor dem Champions-League-Finale am nächsten Samstag gegen den FC Liverpool nur bedingt. Nach einer 2:0-Führung gab es letztlich beim FC Villarreal nur ein 2:2. Gareth Bale und Cristiano Ronaldo trafen. Im Tor stand erstmals Trainer-Sohn Luca Zidane.

          Emotional wurde es nicht nur in Barcelona, sondern auch in Madrid. Klub-Legende Fernando Torres nahm Abschied von seinem Herzensklub Atlético – und schöner hätte niemand das Drehbuch schreiben können: In seinem 404. Spiel erzielte der Stürmer beide Tore beim 2:2 gegen SD Eibar.

          In der englischen Premier League ist die Saison wie schon in der Bundesliga bereits in der Vorwoche beendet worden. In Wembley stand aber noch das FA-Cup-Finale an. Der FC Chelsea rettete eine nicht so gute Saison mit dem Titelgewinn gegen Manchester United. Eden Hazard schoss das 1:0.

          Die Planer der italienischen Serie A dürfen sich auf die Schulter klopfen. Im Duell zwischen Lazio Rom und Inter Mailand entschied sich am letzten Spieltag, wer noch in die Champions League kommt. Der Showdown bot auch sportlich Spektakel mit einer dramatischen Schlussphase, in der Inter jubelte.

          Meister Juventus Turin musste zum Abschluss im Heimspiel gegen Hellas Verona nur noch eines über die Bühne bekommen: die große Verabschiedung des legendären Torwarts Gianluigi Buffon. Nach 17 Jahren bei der „Alten Dame“ geht er. Es flossen Tränen. Der 2:1-Sieg Juves war nur noch Statistik.

          In der französischen Ligue 1 stand Paris St-Germain ebenfalls schon länger als Meister fest. Und da interessierte zum Abschluss das lahme 0:0 bei SM Caen nicht mehr. Viel spannender war einen Tag später die Vorstellung des neuen Trainer Thomas Tuchel, der zuletzt bei Dortmund auf der Bank saß.

          Tuchels Nach-Nach-Nachfolger verabschiedete sich nach dem letzten Spieltag in Frankreich. Lucien Favre soll Peter Stöger beim BVB vererben. Offiziell ist es noch nicht. Nach dem 2:3 bei Olympique Lyon, wodurch die Europa League verpasst wurde, gab Favre bekannt, dass er Nizza verlassen wird.

          Dramatik gab es in der zweiten französischen Liga. Wegen Fankrawallen war das Spiel AC Ajaccio gegen Le Havre zunächst abgesagt worden. Als es später stattfand, spielten sich unglaubliche Szenen auf dem Rasen ab mit vier Platzverweisen, einem späten Tor und einem Elfmeterschießen.

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