https://www.faz.net/-gtl-9civ8

Formel 1 am Nürburgring : Zurück in die Hölle der Nordschleife?

Sehnsuchtsort der Formel 1: Die Nordschleife Bild: obs

Die Formel 1 auf der Nordschleife: Nein, das ist kein Scherz, sondern eine Idee der Ring-Betreiber. Piloten wie Vettel, Hamilton, Hülkenberg sprechen von Gänsehaut. Ist der Gedanke episch? Oder wahnsinnig?

          5 Min.

          Es gibt noch Träumer in der Formel 1. Sie schwärmen von einem Rennen vorbei an Feldern und Wiesen, durch Waldschneisen, von Berg- und Talfahrten mit waghalsigen Kurvenkombinationen. Mit Karacho durch die Fuchsröhre, ins Kesselchen hinein, am Schwedenkreuz vorbei, gut zwanzig Kilometer Aufregung statt Kreisverkehr. „Das wäre der absolute Hammer“, sagt Sebastian Vettel: „Das wäre episch, wenn sich das realisieren lassen würde. Wow. Gänsehaut.“

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Die Nordschleife des Nürburgrings, Codewort für die Rennstrecke aller Rennstrecken. Geliebt und gefürchtet. Drehort für die Geschichten von Leben und Tod im Rennwagen. Als Formel-1-Fahrer morgens nicht wussten, ob sie abends ihr Hotelzimmer wiedersehen würden. Die ultimative Herausforderung für Herz und Hirn. Um Schönheit und Verderben in zwei Worten beschreiben zu können, sprach der dreimalige Weltmeister Jackie Stewart von der „Grünen Hölle“. Sie bot den größten Spielraum für die Grenzgänger und keinen für Fehler. Bis der Formel-1-Vordenker Niki Lauda beinahe verbrannte, im August vor 42 Jahren. Seitdem kreist die Formel 1 nur noch um die Nordschleife, um Heldengeschichten und erschütternde Dramen. Mit ihrem erfolgreichen Sicherheitskonzept entfernte sie sich von der Nordschleife wie der jüngste Hybrid-Hightech-Mercedes des Weltmeisters Lewis Hamilton vom Stahlrahmen-Silberpfeil der dreißiger Jahre.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen in Düsseldorf (September 2020)

          Sucharit Bhakdi : Der bittere Mediziner

          Sucharit Bhakdi war einmal ein angesehener Professor. Heute befeuert er die Querdenker und behauptet, dass die Deutschen in einer Diktatur lebten. Ein Besuch in Kiel.
          Joachim Löw darf Bundestrainer bleiben.

          Krise des DFB-Teams : Rätselhaftes Vertrauen in Löw

          Es erstaunt, wie selbstgewiss das DFB-Präsidium seiner offenbar unantastbaren Bundestrainer-Institution einen Wandel im Handumdrehen zutraut. Scheitert Joachim Löw wieder, ist auch die Führung des Verbandes gescheitert.