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Formel 1 in Melbourne : „Es war ein beängstigender Crash“

  • -Aktualisiert am

Viel ist vom Auto von Fernando Alonso nicht mehr übrig. Bild: AFP

Neues Rennen, altes Bild: Mercedes gewinnt den Auftakt der Formel-1-Saison. Rosberg siegt vor Weltmeister Hamilton. Für ein Trümmerfeld und eine lange Unterbrechung sorgt Alonsos schwerer Unfall.

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          Neues Rennen, altes Bild: Mercedes hat den Auftakt der Formel 1 am Sonntag in Melbourne gewonnen. Im Gegensatz zum Vorjahr aber setzte sich diesmal Nico Rosberg gegen seinen Teamkollegen Lewis Hamilton durch und verlängerte damit seine Siegesserie saisonübergreifend auf vier Grand-Prix-Erfolge in Serie. „Was für ein toller Start in die Saison“, rief Rosberg über Funk. Auch Hamilton war nicht unzufrieden: „Ich hatte schon wesentlich schlimmere Saisonstarts.“

          Anno Hecker
          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Dritter, mit „nur“ zehn Sekunden Rückstand hinter dem Sieger, wurde Ferrari-Pilot Sebastian Vettel. Der Heppenheimer hatte nach einem Blitzstart von Startplatz drei das unterhaltsame, teils spektakuläre Rennen bis zur 34. Runde angeführt, zwischenzeitlich aber einen größeren Vorsprung vor Hamilton wegen eines Neustarts nach einem schweren Unfall verloren. Ferrari schöpft aus dem relativ knappen Rennausgang Hoffnung, Mercedes im Verlaufe der Saison noch stärker herausfordern zu können. „Die rote Flagge hat uns nicht geholfen. Wir haben versucht, etwas aggressiver zu sein, dummerweise hat das nicht funktioniert“, sagte Vettel.

          Erfreulich verlief der Grand Prix auch für die beiden anderen deutschen Piloten. Nico Hülkenberg belegte im Force India Rang sieben hinter dem Debütanten HaasF1 (mit Romain Grosjean am Steuer). Pascal Wehrlein wurde in seinem ersten Formel-1-Rennen mit dem Manor 16. Sechs der 22 gestarteten Autos kamen nicht ins Ziel.

          Die Formel-1-Saison begann mit einem brillanten Start für Ferrari. Vettel schoss von Startplatz an die Spitze, ließ rechts Rosberg liegen und links Weltmeister Hamilton auf der Pole-Position. Weil die beiden nicht in die Gänge kamen, entschloss sich der Heppenheimer für die naheliegende Taktik nach der Enttäuschung im Qualifikationstraining: Ab durch die Mitte. Die Zuschauer auf der Haupttribüne sprangen auf, im Pressezentraum klatschen Journalisten Beifall für das Manöver und wegen der Aussicht: Gleich zu Anfang eine aufregende Überraschung.

          Strahlemann in Melbourne: Nico Rosberg gewinnt den Formel-1-Auftakt. Bilderstrecke
          Strahlemann in Melbourne: Nico Rosberg gewinnt den Formel-1-Auftakt. :

          Vettel hatte keine Chance gehabt beim Startplatzrennen am Samstag. Der Rückstand betrug im Schnitt 0,6 Sekunden pro Runde. Und niemand wusste und weiß, ob Mercedes seine ganze Kraft gezeigt hatte. Es sah nach einem leichten Spiel für das Weltmeisterteam aus. Aber nach wenigen Sekunden im Rennen erkannte Ferraris Teamchef Maurizio Arrivabene das Glück des Augenblicks und brüllte auf den Monitor ein, der ihm zeigte, dass sich die Konkurrenz auch mal im Weg stehen kann.

          Als Rosberg in der ersten Kurve als Zweiter hinter Vettel vor Hamiltons „Nase“ zog mit etwas zu viel Tempo, musste auch der Champion stark abbremsen. Die Folge: Kimi Räikkönen zog im zweiten Ferrari auf der Außenbahn vorbei an beiden Silberpfeilen. Ihm folgte noch der Jüngste im Feld: Max Verstappen im Toro Rosso sowie Felipe Massa (Williams). Beide reihten sich vor Hamilton ein. Der dreimalige Champion fand sich auf Position sechs wieder.

          „Ich komme an dem Jungen nicht vorbei“

          Die Saison ist lang, hatte Vettel am Samstag nach dem Qualifikationstraining mit Blick auf die erste Niederlage erklärt. Der erste Grand Prix mit 58 Runden im Albert Park muss auch nicht gleich nach dem Start gewonnen werden. Und so warteten die Zuschauer wohl gespannt auf die Beschleunigung von Mercedes. Hamilton deutete die Klasse an, als er Massa überholte. Aber – erstaunlich – an Verstappen biss er sich zunächst die Zähne aus: „Ich komme an dem Jungen nicht vorbei“, rief Hamilton über Funk.

          An dem Niederländer in dessen zweiter Saison, im Toro Rosso mit einem Motor von Ferrari. Der ist besser als der Renault des vergangenen Jahre, ein gutes Stück, stammt aber aus dem Jahr 2015. Was das heißt? Die Aerodynamik und die Mechanik des Boliden aus diesem eher kleinen Team muss besonders gut sein.

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