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Formel 1 in Brasilien : Rosberg holt fünfte Pole Position in Folge

Nico Rosberg ist auch im Qualifying von Brasilien der Schnellste. Bild: dpa

Wieder ist Nico Rosberg im Qualifying schneller als Weltmeister Lewis Hamilton. Dahinter startet beim Rennen in Brasilien Sebastian Vettel. Humor beweisen die McLaren-Piloten Fernando Alonso und Jenson Button.

          Mercedes-Pilot Nico Rosberg hat sich die Pole Position zum Großen Preis von Brasilien am Sonntag in Sao Paulo gesichert. Der Weltmeisterschaftszweite schlug am fünften Formel-1-Rennwochenende in Folge seinen Teamkollegen, den bereits als Weltmeister feststehenden Lewis Hamilton.

          Auf dem Kurs im Autodromo Jose Carlos Pace war Rosberg bei Temperaturen um 29 Grad mit einer Zeit von 1:11,282 Minuten acht Hundertstelsekunden schneller als Hamilton. Rosberg dankte anschließend seinem Team und sprach von einer „letzten Runde hart am Limit“. Noch einmal auf die Terroranschläge von Paris angesprochen, sagte er, angesichts des Grauens sei „alles andere relativ.“

          Sebastian Vettel wurde Dritter, er war mehr als eine halbe Sekunde langsamer als die beiden Mercedes-Piloten. Nico Hülkenberg fuhr im Force India die sechstschnellste Zeit, wird aber wegen einer Strafe gegen den schnelleren Finnen Valtteri Bottas im Williams vom fünften Start ins Rennen (17.00 Uhr MEZ / Live bei RTL, Sky und im Formel-1-Ticker bei FAZ.NET) gehen.

          Hamilton gab anschließend an, die nächste Niederlage im Zeitfahren gegen Rosberg gefasst zu nehmen. Würde ihm die Entwicklung Sorgen bereiten? „Nein“, sagte der Engländer. „Ich bin Weltmeister und habe die meisten Poles in diesem Jahr.“ Hamilton hat den Großen Preis von Brasilien bislang nie gewinnen können. Ein Sieg am Sonntag wäre „schön, aber angesichts der WM-Entscheidung zu seinen Gunsten vor drei Wochen in Austin „nicht das Wichtigste auf der Welt“.

          Am Freitag endete das Training für Fernando Alonso auf der Leitplanke.

          Mit Humor nahmen die McLaren-Piloten Fernando Alonso und Jenson Button ein weiteres enttäuschendes Qualifying. Alonso blieb mit einem technischen Defekt abermals in Kurve zehn liegen. Dort war er bereits im freien Training am Freitag mit einem Motorschaden gestrandet. Während er am Vortag zusammengesunken auf einer Leitplanke verharrte, setzte sich der Weltmeister von 2005 und 2006 in einen Camping-Stuhl und sonnte sich.

          „Das nächste Mal muss ich besser vorbereitet sein“, sagte Alonso anschließend. „Ich muss Sonnencreme mitnehmen. War recht warm da draußen.“ Martin Brundle, früherer McLaren-Pilot und Experte beim britischen Sender „Sky“, sagte angesichts der Bilder scherzhaft: „Die Strecke heißt Interlagos, zwischen zwei Seen. Ich nehme an, Alonso fragt sich, in welchem der beiden er sein Auto versenken will.“

          Button, Champion von 2009, wurde Viertletzter. Zurück im Fahrerlager, kletterten sie aufs Siegerpodest und winkten den Fans. „Wir haben uns gedacht: So nah kommen nicht mehr. Machen wir ein Bild“, sagte Alonso anschließend. Die Reaktion des nicht eben als gutem Verlierer bekannten McLaren-Chefs Ron Dennis auf die Späße wurde unmittelbar nach dem Qualifying nicht bekannt.

          Vor dem Start wird es eine Neuerung geben: Erstmals in der 66-jährigen Formel-1-Geschichte werden Grid Girls und Grid Boys vor den Fahrern plaziert, nachdem diese ihr Fahrzeug in die Startaufstellung gefahren haben. „Ich muss den Lostopf manipulieren, damit ich ein Grid Girl bekomme“, sagte Vettel nach dem Qualifikationstraining.

          Grand Prix von Brasilien in São Paulo – Qualifikation:

          1. Nico Rosberg (Wiesbaden) Mercedes 1:11,282 Min.;
          2. Lewis Hamilton (England) Mercedes 1:11,360;
          3. Sebastian Vettel (Heppenheim) Ferrari 1:11,804;
          4. Kimi Räikkönen (Finnland) Ferrari 1:12,144;
          5. Nico Hülkenberg (Emmerich) Force India 1:12,265;
          6. Daniil Kwjat (Russland) Red Bull 1:12,322;
          7. Valtteri Bottas (Finnland) Williams 1:12,085; + 3 Plätze/Überholen bei Roter Flagge
          8. Felipe Massa (Brasilien) Williams 1:12,415;
          9. Max Verstappen (Niederlande) Toro Rosso 1:12,739;
          10. Carlos Sainz jr. (Spanien) Toro Rosso 1:13,045;
          11. Sergio Perez (Mexiko) Force India 1:13,147;
          12. Marcus Ericsson (Schweden) Sauber 1:13,233;
          13. Felipe Nasr (Brasilien) Sauber 1:12,989 + 3 Plätze/Behinderung;
          14. Romain Grosjean (Frankreich) Lotus 1:13,913;
          15. Pastor Maldonado (Venezuela) Lotus 1:13,385;
          16. Jenson Button (England) McLaren Honda 1:13,425;
          17. Alexander Rossi (USA) Manor 1:16,151;
          18. Will Stevens (England) Manor 1:16,283;
          19. Daniel Ricciardo (Australien) Red Bull 1:12,417 + 10 Plätze/Motorwechsel
          20. Fernando Alonso (Spanien) McLaren Honda -

           

           

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