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Ärger im Eisschnelllauf : Streit zwischen Pechstein und Bundestrainer eskaliert

  • Aktualisiert am

Im Fokus: Claudia Pechstein Bild: EPA

Die deutschen Eisschnellläufer zeigen ihre schlechteste Weltcup-Saison. Nun eskaliert der Streit zwischen Claudia Pechstein und Erik Bouwman. Der Bundestrainer gießt Öl ins Feuer. Die Pechstein-Seite prüft eine Klage.

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          Nach der bislang schlechtesten Weltcup-Saison der deutschen Eisschnellläufer ist am Sonntag beim Weltcup-Finale in Herrenveen der Streit zwischen Claudia Pechstein und Bundestrainer Erik Bouwman weiter eskaliert. Nur wenige Minuten, bevor Pechstein dank einer taktisch klugen Leistung mit Rang sechs im Massenstartrennen das beste Ergebnis für das deutsche Team verbuchte, goss der Niederländer wieder Öl ins Feuer. Er verteidigte seinen jüngsten Brandbrief und verschärfte seine Angriffe auf die fünfmalige Olympiasiegerin.

          Es sei ein „Notruf“ gewesen, der nötig war, um zu zeigen, was die „meisten im deutschen Eisschnelllauf-Team“ denken, erklärte Bouwman im Interview des ZDF und verwies auf die Präsidentenwahlen in der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft am 28. März, bei denen Pechsteins Lebensgefährte Matthias Große für das Amt kandidiert.

          Die Bewerbung von Große hatte Bouwman in seiner Generalabrechnung als „Witz“ bezeichnet und festgestellt, dass die meisten Läufer im Team „Pechstein zum Kotzen finden“. Seine Aussagen verdienten „keinen Schönheitspreis, aber mussten gesagt werden“, meinte Bouwman. Große reagierte umgehend auf die Aussagen. „Pechsteins Anwälte prüfen jetzt eine Verleumdungsklage. So kann ein Bundestrainer nicht mit einer Topathletin umgehen. Bouwman nennt nicht Ross und Reiter und instrumentalisiert das deutsche Team für sich“, sagte Große der Deutschen Presse-Agentur.

          Bouwman hatte auf die Frage des ZDF, ob er in der kommenden Saison noch Bundestrainer sei, geantwortet: „Das ist abhängig davon, was bei der Wahl passiert.“ Große hatte zuvor angekündigt, er wolle sich vom Bundestrainer trennen, falls er Präsident werde. Am Sonntag forderte er nun: „Der Verband muss jetzt handeln.“

          Joel Dufter konnte unterdessen zum Ende der Saison über Platz acht über 1000 Meter lächeln. „Eine sehr kuriose Saison. Da war alles dabei vom Sturz bis zum Stockerl-Platz über 1000 Meter bei der WM. Aber insgesamt kann ich vor allem mit dem Ende ganz zufrieden sein“, sagte der 24-jährige Inzeller, der auch bei der Sprint-WM in Hamar mit demselben Platz den Anschluss an die Weltspitze hergestellt hat. „Luft nach oben ist immer da. Mit einer ein bissel schnelleren ersten Runde, hätte es auch zu Platz fünf reichen können“, sagte er.

          Im Gesamt-Weltcup landete der Bayer beim mit 15.000 Dollar dotierten Erfolg des Niederländers Thomas Krol auf Platz neun, einen Rang vor Nico Ihle. Für Patrick Beckert reichte es über 5000 Meter nur noch zu Rang elf. „Heute war die Luft ein bisschen raus“, gab der Erfurter zu, der bei der WM Bronze über 10.000 Meter gewonnen hatte.

          Pechstein war über 3000 Meter und damit auch im Langstrecken-Weltcup ebenfalls auf Rang elf gelandet. „Es ist für mich schon ein Riesenerfolg, dass ich hier in die Top zwölf laufen durfte“, meinte sie. Der tschechischen Olympiasiegerin Martina Sablikova reichte ein vierter Platz in der Thialf-Halle, um sich zum 13. Mal den mit 15.000 Dollar dotierten Gesamtweltcup zu sichern.

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