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Skisprung-Weltcup : Eisenbichler von einem anderen Stern

Lässt alle sprachlos zurück: Markus Eisenbichler beeindruckt mit seiner Leistung. Bild: AP

Markus Eisenbichler fliegt seiner Konkurrenz davon. Auch im zweiten Springen der Weltcupsaison gelingt dem Ausnahmetalent ein eindrucksvoller Sieg. Dann aber wird seine Serie plötzlich gestoppt.

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          Er hat es schon wieder getan. Anfahrt, Absprung, Landung, Sieg. So simpel kann Skispringen manchmal sein. Wie schon in der Vorwoche beim Weltcupstart in Wisla hat sich Markus Eisenbichler ein weiteres Mal in prächtiger Verfassung präsentiert. Gab es schon in Polen kaum ein Halten über den Sieg auf der Adam-Malysz-Schanze, so war auch im hohen finnischen Norden der Jubel im Team der Deutschen groß. Der zweite Sieg im zweiten Springen des Winters für Eisenbichler, der bei seinen beiden Sprüngen erst nach 146 und 141 Metern wieder festen Boden unter den Skischuhen hatte und später um Mäßigung bat: „Ich bin eher ein bisschen demütig.“

          Eisenbichler weiß wie kaum ein Zweiter um die Sensibilität der Freiluftsportart Skispringen. Vor eindreiviertel Jahren bei der Nordischen Skiweltmeisterschaft in Seefeld erlebte der Bayer ein Dauerhoch. In drei Konkurrenzen war keiner besser als Eisenbichler, der mit diesen drei WM-Titeln den besten Winter seines Lebens krönte. Darauf zurückblickend, sagte er nach seinem Weltcupsieg auf der Großschanze von Ruka: „Ich weiß, es geht schnell nach oben und schnell nach unten. Ich muss jeden Tag weiter hart arbeiten.“

          Im finnischen Winter sprang Eisenbichler zeitweise wie von einem anderen Stern. Am Samstag, beim ersten Einzelspringen des Wochenendes, gewann er mit rund 20 Punkten, umgerechnet mehr als zehn Meter Vorsprung vor den beiden Polen Piotr Zyla und Dawid Kubacki. Seine Führung im Gesamtweltcup baute Eisenbichler aus. Einen derartigen Start eines deutschen Skispringers in den Weltcup hatte es zuletzt 1998 gegeben. Damals triumphierte Martin Schmitt. Erst im zweiten Springen am Sonntag wurde seine Serie beendet: Eisenbichler wurde Zweiter hinter dem Norweger Halvor Egner Granerud.

          „Da bleibt einem die Spucke weg“

          Toni Innauer, seit Jahren als Experte des ZDF ein gefragter Gesprächspartner und Analyst, zeigte sich im Fernsehen von Eisenbichlers Höhenflug angetan. „Da bleibt einem die Spucke weg, das ist ein Wahnsinn“, sagte der 62 Jahre alte Olympiasieger. „Markus hat die Konkurrenz demoliert. Das ist nicht zu kopieren, in den Sprüngen steckt irrsinnig viel Individualität.“

          Auf Großschanzen wie der in Ruka fühlt sich Eisenbichler besonders wohl. Er liebt die sogenannten Fliegerschanzen. Schanzen, auf denen er sein derzeit so harmonisches System von Anfahrt, Absprung und verbesserungsfähiger Landung ausleben kann. Sein Versprechen für die Zukunft: „Wir bleiben im Arbeitsmodus.Ich genieße den Moment, aber dann wird sich wieder auf das Wesentliche konzentriert: Skispringen.“ Bundestrainer Stefan Horngacher ergänzte: „Er weiß momentan, was er zu machen hat. Das ist schon große Klasse.“

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