https://www.faz.net/-gtl-7wir3

Skispringen : Bundestrainer Schuster muss noch nicht abwinken

  • Aktualisiert am

Er behält das Kommando: Schuster macht beim DSV in den kommenden fünf Jahren weiter Bild: dpa

Rechtzeitig zum Saisonstart hat der Deutsche Skiverband eine wichtige Personalfrage wunschgemäß geklärt: Skisprung-Bundestrainer Werner Schuster verlängerte seinen Vertrag bis 2019.

          2 Min.

          Beflügelt von der vorzeitigen Vertragsverlängerung hat Trainer Werner Schuster mit den deutschen Skispringen im WM-Winter viel vor. Kurz vor dem Saisonauftakt beim Heim-Weltcup in Klingenthal hat der Deutsche Skiverband (DSV) den 45 Jahre alten Skisprung-Bundestrainer mit einem neuen Vierjahresvertrag bis 2019 ausgestattet und damit die wichtigste Personalie langfristig geklärt.

          „Es macht sehr viel Spaß, mit dieser jungen Mannschaft zu arbeiten. Ich sehe die Perspektiven. Der Weg ist noch nicht zu Ende“, sagte Schuster.

          „Wir haben viel vor“

          Seit seinem Amtsantritt im Frühjahr 2008 ist der Österreicher dem Ziel, die DSV-Springer wieder zur Nummer eins in der Welt zu machen, ein gehöriges Stück näher gekommen. Das olympische Mannschafts-Gold in Sotschi war die vorläufige Krönung seiner Arbeit, die er aber noch nicht als erledigt ansieht. „Wir haben viel vor. Wir haben eine junge Mannschaft, die hungrig nach Erfolg und Titeln ist“, erklärte er. „Ich möchte in den kommenden Jahren weiterhin meinen Beitrag zu einer erfolgreichen Weiterentwicklung des Gesamtsystems leisten.“

          Der Familienvater aus Mieming nahe Innsbruck trägt einen großen Anteil daran, dass der Skisprung in Deutschland nach einigen Dürre-Jahren wieder boomt. Seit der WM 2009 kehrten seine Sportler von jedem Großereignis mit mindestens einer Medaille heim. Unter seinen Fittichen entwickelten sich Skiflug-Weltmeister Severin Freund, Richard Freitag und Andreas Wellinger zu Weltklasse-Springern.

          Die Strukturen verbessert

          „Es ist etwas auf der Habenseite, so dass ich den inneren Frieden gefunden habe, wo ich sage: Die Mühen haben sich gelohnt“, stellte Schuster zufrieden fest. Dennoch formulierte er hohe Ansprüche: „Ich würde gerne noch mehr erreichen. Die Ziele gehen uns nicht aus: Die Vierschanzentournee, aber auch der Gesamtweltcup.“

          Der Verband schätzt den Macher, der auch gegen interne Widerstände eine neue und erfolgreiche Struktur aufgebaut hat. „Werner Schuster hat in den vergangenen Jahren sehr gute Arbeit geleistet. Es ist ihm in enger Abstimmung mit Horst Hüttel, dem Sportlichen Leiter Skisprung, gelungen, neue Impulse zu setzen und innovative Konzepte auf den Weg zu bringen“, lobte DSV-Sportdirektorin Karin Orgeldinger. „Sowohl im trainingstechnischen als auch technologischen Bereich sind wir deutlich vorangekommen.“

          Teamgeist ein Schlüssel zum Erfolg

          Schuster ist ein akribischer Arbeiter, der zugleich größten Wert auf Harmonie im Team legt. „Die Zusammenarbeit und der Zusammenhalt der Trainer ist sehr gut, das war ja nicht immer so. Die Mannschaft selbst ist eine von innen gewachsene Gemeinschaft. Ihr Teamgeist ist schon toll, der ist einzigartig. Und er ist nicht aufgedrückt durch irgendwelche künstlichen Maßnahmen“, beschrieb der Bundestrainer den Status quo.

          Wohl auch deshalb verzichtete er auf ein automatisches Rückkehrrecht ans Skigymnasium Stams, wo er bis 2007 tätig war. Dieses verfällt innerhalb der Vertragslaufzeit. „Für mich war der DSV in den vergangenen sechs Jahren ein hervorragender Arbeitgeber. Ich konnte mich hier als junger Trainer in einer verantwortungsvollen Position beweisen und austoben und hatte dabei immer die volle Rückendeckung des Verbandes“, sagte Schuster. Die daraus entstandene Erfolgsstory will er nun fortschreiben.

          Weitere Themen

          Münchner Skateboarder will zu Olympia Video-Seite öffnen

          Für den Libanon : Münchner Skateboarder will zu Olympia

          Ali Khachab ist Münchner, doch bei den Sommerspielen 2020 in Tokio will er für den Libanon an den Start gehen, die Heimat seiner Vorfahren. Der 28-Jährige ist Skateboarder, und davon gibt es im Libanon nur sehr wenige.

          Topmeldungen

          Tesla-Fabrik in Deutschland : Angriff im Heimatmarkt

          Für die deutschen Autohersteller wird der Wettbewerb noch schwieriger, wenn Tesla in Brandenburg eine große Fabrik baut. Ein Selbstläufer ist das Projekt allerdings nicht – Tesla muss sich auf einen harten Wettkampf einstellen.
          Die Köpfe hinter der Marke: Porsche-Design-Geschäftsführer Jan Becker (rechts) und Design-Chef Roland Heiler

          Porsche-Design-Chefs : Wann ist ein Mann ein Mann?

          Porsche Design steht für Männlichkeit, Geld und Stil. Im Interview sprechen die Chefs der Marke über neue Rollenbilder, gläserne Garagen – und anderen Luxus, den die Welt nicht braucht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.