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WM-Silber für Preuß/Lesser : Aus den Tiefen des IBU-Cups

Freude über eine Medaille: Erik Lesser (links) und Franziska Preuß in Antholz Bild: dpa

Franziska Preuß und Sorgenkind Erik Lesser gewinnen bei der Biathlon-WM Silber in der Single-Mixed-Staffel. Der Erfolg kommt überraschend, umso größer ist die Freude.

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          Das ist schon ein Ding. Da kommt einer, der es normalerweise gar nicht nach Antholz geschafft hätte, aus den Tiefen des zweitklassigen IBU-Cups daher und rettet bei den Biathlon-Weltmeisterschaften mal so eben die Ehre der deutschen Biathleten männlichen Geschlechts.

          Erik Lesser war das Sorgenkind, aber der 31 Jahre Thüringer war am Donnerstag auf den Punkt hellwach und fit, als es um die Single-Mixed-Staffel ging. Und an der Seite der 25 Jahre alten Bayerin Franziska Preuß holte er sich die Silbermedaille 17,6 Sekunden hinter dem norwegischen Titelverteidiger-Duo Marte Olsbu Röiseland/Johannes Thingnes Bö. „Jetzt stehen wir hier, haben es zu zweit hinbekommen, unsere Nerven im Griff zu haben“, sagte Lesser, „gerade nach meiner Saison ein extrem tolles Gefühl.“ Ein bisschen Genugtuung schwang da schon mit.

          Die deutschen Trainer hatten auf ein bewährtes Duo gesetzt, das auch schon im Weltcup dieses jüngste Biathlon-Format bestritten hat. Dass Franziska Preuß rechtzeitig zur WM ihre Form gefunden hat, war offensichtlich. Auch wenn es bislang nicht zur Medaille gereicht hat. Jetzt ist sie da. „Ich bin sehr erleichtert, eben weil es bislang so knapp war“, sagte sie. Aber das Risiko bei ihrem Kollegen war hoch, denn Erik Lesser hat eine schwierige Saison hinter sich. Rückenprobleme und die Nachwirkungen eines Schlüsselbeinbruchs waren seine lästigen Begleiter. Erst bei letzter Gelegenheit in Pokljuka schaffte er wenigstens die halbe Norm.

          Aber seine langjährige Erfahrung machte den Olympiazweiten von Sotschi und Weltmeister von 2015 zum idealen Backup. Aber er musste erst durch die Mühlen des zweitklassigen IBU-Cups, um seine Form aufzubauen. Zuletzt, parallel zur WM, im Südtiroler Martelltal. Und weil der Aufwärtstrend unverkennbar war, hat Bundestrainer Mark Kirchner ihn eingesetzt. „Erik hat sich einen Plan gemacht, er hat jeden Tag genutzt, um in Form zu kommen, und heute hat er geliefert“, sagte Kirchner. „Riesenrespekt.“

          Lesser hatte zudem den Vorteil, frisch zu sein. Dass er, wie Franziska Preuß, zu den besten deutschen Schützen gehört, war zu sehen. Nur fünf Nachlader waren der Schlüssel zum Erfolg. Und die erste halbe Medaille für die deutschen Männer.

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