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Wintersport kompakt : Neureuthers Formsuche

  • Aktualisiert am

Ratlos in Adelboden: Felix Neureuther sucht seine Form. Bild: EPA

Die deutschen Wintersportler erleben bislang einen Sonntag ohne Weltcupsieg: Im Slalom wedelt der deutsche Star noch ohne Gefühl für den Schnee. Im Nordischen Skisport läuft es besser. Die Damen springen dabei besser als die Herren.

          Skirennläufer Felix Neureuther ist zwei Wochen vor Beginn der alpinen Ski-WM in Are/Schweden weiter auf Formsuche. Der 34 Jahre alte Partenkirchner belegte beim traditionsreichen Weltcup-Slalom auf dem Männlichen in Wengen/Schweiz nur Rang 17.

          Von Sieger Clement Noel trennten Neureuther 2,33 Sekunden - eine Welt. Immerhin machte er im Finale noch vier Plätze gut. Dominik Stehle (Obermaiselstein/3,14) belegte Platz 21. Der erst 21 Jahre alte Franzose Noel setzte sich bei seinem ersten Weltcup-Sieg vor den Österreichern Manuel Feller (0,08 Sekunden zurück) und Marcel Hirscher (0,10) durch.

          Kombinierer in der Verfolgerrolle

          Team-Olympiasieger Fabian Rießle (Breitnau) hat wie im Vorjahr beim prestigeträchtigen Triple der Kombinierer das Podest erreicht. Der 28-Jährige belegte im französischen Chaux-Neuve als bester der insgesamt eher enttäuschenden deutschen Athleten Platz zwei, in der Vorsaison war der Schwarzwälder Dritter geworden.

          Den Sieg beim ersten Saisonhöhepunkt sicherte sich mit 25,6 Sekunden Vorsprung auf Rießle überraschend der Österreicher Mario Seidl. Der 26-Jährige, der zuvor erst ein Weltcup-Rennen gewonnen hatte, setzte sich am Schlusstag mit zwei sehr guten Sprüngen ab und feierte im abschließenden Skilanglauf über 15 km einen Start-Ziel-Erfolg. Dritter wurde Seidls Landsmann Franz-Josef Rehrl (+33,7), der an den ersten beiden Tagen gewonnen hatte. Titelverteidiger Akito Watabe (Japan) landete auf Rang sieben.

          Ordentlich, aber nicht ganz vorn: Fabian Rießle wird in Seefeld Dritter.

          Eric Frenzel (Geyer), der von 2014 bis 2017 die ersten vier Auflagen des Triples gewonnen hatte, konnte nicht in den Kampf um den Gesamtsieg eingreifen, der zurzeit sprungschwache Sachse kam auf Platz elf. Auch die weiteren deutschen Asse hatten ihre Chancen auf der Schanze verspielt. Vinzenz Geiger wurde als zweitbester Deutscher Zehnter, sein Oberstdorfer Klubkollege Johannes Rydzek Zwölfter. Das Triple ist für die Kombinierer seit 2014 alljährlich der erste Höhepunkt der Saison. Chaux-Neuve ist in der laufenden Saison "Ersatzausrichter" für Seefeld, das angesichts der dort vom 19. Februar bis 3. März anstehenden nordischen Weltmeisterschaften pausiert. An drei aufeinander folgenden Tagen werden Wettkämpfe mit steigendem Umfang ausgetragen: Ein Sprung und 5 km Laufen am ersten Tag, danach ein Sprung und 10 km sowie zwei Sprünge und 15 km.

          Podestplazierungen für Skispringerinnen

          Die deutschen Skispringerinnen um die Gesamtführende Katharina Althaus haben beim Weltcup im japanischen Zao Podestplazierungen gesammelt. Sotschi-Olympiasiegerin Carina Vogt belegte beim Einzel am Sonntag den dritten Platz und musste sich nach Sprüngen auf 94,5 und 90 Meter nur den Norwegerinnen Maren Lundby und Anna Odine Stroem geschlagen geben. Für Vogt, die lange Jahre beste deutsche Skispringerin war, war es der erste Top-3-Platz seit Rasnov im März des vergangenen Jahres. Auf Olympiasiegerin Lundby (96 und 92,5 Meter) fehlten Vogt aber nur etwas weniger als zwei Meter. Die Oberstdorferin Althaus, die am Freitag Dritte wurde und am Samstag das deutsche Quartett zum ersten Team-Sieg überhaupt geführt hatte, patzte am Sonntag und wurde Achte.

          Das Gelbe Trikot behielt sie zwar, ihr Vorsprung auf die immer stärkere Verfolgerin Lundby ist aber deutlich geschrumpft. Nach dem Sieg gemeinsam mit Vogt, Ramona Straub und Juliane Seyfarth am Samstag hatte Althaus gesagt: „Wir haben ein großartiges Team und einen großartigen Spirit in unserem Team.“ Im rumänischen Rasnov, in Hinzenbach in Österreich sowie im slowenischen Ljubno finden an den nächsten Wochenenden die Wettbewerbe der Springerinnen statt.

          Männer verpassen Podest

          Die deutschen Skispringer haben einen Tag nach ihrem Sieg im Teamwettbewerb einen weiteren Podestplatz im polnischen Zakopane verpasst. Im Einzel wurde Stephan Leyhe am Sonntag mit Sprüngen auf 129 und 133 Meter als bester DSV-Starter Siebter. Die Teamsieger Karl Geiger (24.) und Markus Eisenbichler (26.) enttäuschten genauso wie der letztjährige Gesamtzweite Richard Freitag (25.), der für das Quartett am Samstag nicht berücksichtigt worden war. Im Teamspringen war der Deutsche David Siegel schwer gestürzt und mit einer Trage von der Schanze gebracht worden.

          Eine MRT-Untersuchung am Montag soll Klarheit über die Verletzung bringen. Der Sieg in dem vom Wind immer wieder beeinflussten Wettkampf ging an den Österreicher Stefan Kraft, der seine starke Leistung vom Vortag bestätigte und nach Sprüngen auf 133 und 132,5 Meter erstmals in diesem Winter gewann. Das Podest komplettierten Robert Johansson aus Norwegen und der Japaner Yukiya Sato. Tournee-Sieger Ryoyu Kobayashi landete gemeinsam mit Leyhe auf Rang sieben.

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