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Was wird aus Gogulla? : Der begehrteste deutsche Eishockey-Stürmer

  • -Aktualisiert am

Der begehrteste deutsche Stürmer im Eishockey: Philip Gogulla (rechts) Bild: dpa

Philip Gogulla ist wieder zu Hause bei der Düsseldorfer EG. Aber wie lange noch? Den auslaufenden Vertrag wollen die Vereinsverantwortlichen gerne verlängern – doch nun lockt wohl ein anderes Team mit viel Geld.

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          Sportlich läuft es derzeit blendend für Philip Gogulla. Aber dass sich vor Derbys zwischen seinem ehemaligen (Kölner Haie) und seinem aktuellen (Düsseldorfer EG) Klub stets alles um ihn drehen muss, das gefällt ihm gar nicht. Bereits vor dem Winter Game der Deutschen Eishockey Liga (DEL) Mitte Januar im Kölner Fußballstadion sagte der 31-Jährige genervt: „Das Thema ist doch jetzt wirklich ausgelutscht.“ Doch dann sprach hinterher wieder alles über ihn. Weil er die DEG mit zwei Toren zu einem 3:2-Erfolg geschossen hatte.

          An diesem Dienstag (19.15 Uhr) steht das vierte Saisonduell der rheinischen Rivalen an, und abermals wurde es nichts mit der entspannten Derbyvorbereitung für den Torjäger. Vergangene Woche vermeldete die „Westdeutsche Zeitung“, dass Gogulla die Düsseldorfer am Ende der Saison in Richtung München verlassen könnte. Nun berichtete der „Sportinformationsdienst“ von einem Angebot über drei Jahre vom deutschen Meister.

          Keiner ist so begehrt wie er

          Überraschen kann das nicht. Erstens müssen die Münchener auf das für Sommer angekündigte Karriereende von Kapitän Michael Wolf reagieren, zweitens gibt es derzeit keinen begehrteren deutschen Stürmer als Philip Gogulla. 25 Tore hat er bereits erzielt, rechnet man seine 26 Vorlagen hinzu, steht er nach 49 Spielen bei 51 Scorerpunkten. Und: Sein Vertrag läuft aus. Bei der DEG versuchen sie natürlich alles, um den Publikumsliebling zu halten. Schließlich ist der nicht nur erfolgreich, sondern auch gebürtiger Düsseldorfer. Nachdem er im Sommer nach 13 Spielzeiten beim verhassten Nachbarn zur DEG wechselte, sprach er davon, „endlich zu Hause“ zu sein. Vor jedem Heimspiel läuft über den Videowürfel ein kleines Filmchen, in dem Gogulla diesen Satz sagt. Der Jubel der Fans ist ihm stets gewiss.

          DEG-Manager Niki Mondt sagte am Montag, dass er den Kampf um Gogulla noch nicht aufgegeben habe. Aber auch er weiß, dass der kaum zu gewinnen ist. Trotz der Rückkehr des ehemaligen Serienmeisters in die Spitzengruppe der DEL. Finanziell kann die in den vergangenen Jahren immer wieder kriselnde DEG mit den großzügig alimentierten Teams aus Mannheim (SAP) und München (Red Bull) nicht mithalten. Machen die Münchener ernst, ist Gogulla weg. Das liegt natürlich am Geld, als 31-Jähriger wird er nicht mehr viele Verträge unterschreiben. Ebenso verlockend sind die sportlichen Perspektiven. Drei Meisterschaften gewann der EHC zuletzt, zudem stand er Anfang des Monats als erste deutsche Mannschaft im Finale der Champions League.

          Und weil Red Bull nun mit den Basketballern des FC Bayern eine gemeinsame Arena im Olympiapark baut, ist nicht davon auszugehen, dass das österreichische Brauseimperium die Lust am deutschen Eishockey verliert. Wer Titel holen will, ist in München richtig. Und Philip Gogulla hat noch keinen Titel. 2004 debütierte er mit erst 17 Jahren für die Kölner in der DEL. Im Sommer drauf sicherten sich die Buffalo Sabres aus der nordamerikanischen Eliteliga NHL die Rechte am zwar großen, aber beweglichen und technisch starken Stürmer. Fortan spielte Gogulla in U-20- sowie Herren-Nationalmannschaft und wurde bereits in jungen Jahren einer der besten deutschen Stürmer. 2008 schrieb er Geschichte, als er im zweitlängsten Spiel der Eishockey-Historie in der sechsten Verlängerung gegen Mannheim zum Sieg traf. 2009 wagte er den Schritt nach Nordamerika, kam aber nie über das Farmteam der Sabres in der zweitklassigen AHL hinaus. Enttäuscht kehrte er nach Köln zurück. Die einen sagten, er habe keine echte Chance bekommen, andere sagten, Gogulla fehle es an Durchsetzungsvermögen im rauen amerikanischen Sport.

          Noch bevor er wieder für die Haie spielte, erzielte er im Viertelfinale der Heim-WM 2010 den Siegtreffer gegen die Schweiz, der größte WM-Erfolg der Nationalmannschaft seit mehr als 50 Jahren war perfekt. Doch für den Titel reichte es nicht. Auch mit den Haien scheiterte er mehrmals knapp, 2013 und 2014 jeweils im Finale. Obwohl er über Jahre regelmäßig traf und einen Vertrag hatte, sortierten ihn die Haie im Sommer 2018 aus. Gogulla zog vors Arbeitsgericht, man einigte sich schließlich außergerichtlich.

          Zum Glück für die DEG, die nur deswegen zuschlagen konnte, weil sie Gogulla kein marktübliches Gehalt zahlen muss. Nächstes Jahr ist das wieder anders. Und weil Gogulla gerade das statistisch beste Jahr seiner Karriere erlebt, dürfte das Salär nicht zu klein ausfallen. Gut möglich also, dass Gogulla seine Heimatstadt nach nur einem Jahr verlässt. Aber ebenso gut ist es möglich, dass sich die DEG und die Kölner in den Play-offs wieder sehen. Dann dürfte ein Mann im Mittelpunkt stehen: Philip Gogulla. Der lies nun in einem Statement verkünden: „Ich entscheide meine Zukunft erst nach der Saison. Jetzt konzentriere ich mich voll auf das heutige Spiel, unseren Endspurt und die Play-offs. Ich will mit der DEG Erfolg.“

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