https://www.faz.net/-gtl-a9btj

WM-Gold für Skispringer : „Ich bin wahnsinnig stolz auf meine Jungs“

  • Aktualisiert am

Karl Geiger und das deutsche Team holen sich zum Abschluss WM-Gold. Bild: dpa

Besser hätte die WM für die deutschen Skispringer nicht enden können. Im Mannschaftswettbewerb verteidigen die Sportler von Bundestrainer Stefan Horngacher erfolgreich ihren Titel.

          2 Min.

          Völlig begeistert tanzten die deutschen Skispringer einen wilden Pogo, der Stadionsprecher heizte die Volunteers an wie die im Normalfall 25.000 Fans in einem vollen Stadion: Angeführt von Markus Eisenbichler und WM-Gigant Karl Geiger haben sich die Flugkünstler bei der Heim-WM abermals zu Team-Weltmeistern gekrönt.

          Wissen war nie wertvoller

          Sichern Sie sich mit F+ 30 Tage lang kostenfreien Zugriff zu allen Artikeln auf FAZ.NET.

          JETZT F+ LESEN

          „Ich bin wahnsinnig stolz auf meine Jungs“, sagte Bundestrainer Stefan Horngacher. „Das war unser Ziel.“ Das von Severin Freund und Pius Paschke komplettierte deutsche Quartett trumpfte am Samstag in Oberstdorf groß auf und verwies Österreich und Polen auf die Plätze zwei und drei. „So ein Tag, so wunderschön wie heute“, schallte es zur Feier des Tages aus Lautsprechern durch die coronabedingt fast komplett leere Arena am Schattenberg. Die freiwilligen Helfer auf der Tribüne klatschten begeistert im Takt. Ihr Lokalheld hatte es schon wieder geschafft.

          Für Geiger war es im vierten Wettbewerb in seinem Sprung-Wohnzimmer die vierte Medaille – die zweite goldene. Im Einzel von der Normalschanze hatte der 28-Jährige Silber geholt, von der Großschanze Bronze und im Mixed-Team mit Eisenbichler, Katharina Althaus und Anna Rupprecht Gold.

          „Das wird eine ganz enge Kiste heute“, hatte Horngacher vor dem Wettkampf gesagt und recht behalten. Zur Halbzeit lag Titelverteidiger Deutschland in Führung. Von den Japanern auf Rang vier trennten die DSV-Adler aber nur etwa sieben Meter. Die Mannschaft war von Anfang an vorne dabei, weil in Startspringer Paschke und Routinier Freund auch die beiden Springer hinter den Topleuten lieferten. „So haben wir uns das vorgestellt, dass der Pius gut eröffnet“, sagte Horngacher hochzufrieden.

          Geiger bleibt nervenstark

          Eisenbichler sprang im Vergleich zu den beiden Einzelwettbewerben, in denen er jeweils nur Rang 17 erreicht hatte, wie in einer anderen Liga. Nach seinem Satz auf 135 Meter im ersten Durchgang zeigte der Siegsdorfer mit erhobenem Finger an, wie einverstanden er damit war und jubelte in die Kamera. Sein zweiter Versuch ging sogar auf sehr starke 138,5 Meter hinunter und ließ den 29-Jährigen das Stadion zusammenbrüllen. Als Schlussspringer veredelte Geiger seine Traum-Titelkämpfe nervenstark mit Sprüngen auf 133,5 und 136 Meter.

          So viele Podestplätze wie der Allgäuer hatte seit Martin Schmitt 2001 kein deutscher Springer mehr bei einer Weltmeisterschaft eingeheimst. Geiger ist der prägende deutsche Sportler bei der Veranstaltung in den heimischen Bergen.

          Der Bachelor of Engineering in Energie- und Umwelttechnik ließ sich in dieser Saison von zahlreichen verrückten Wendungen inklusive einer Corona-Infektion nicht aus dem Konzept bringen und war gerade bei den Saisonhöhepunkten stark. Im Dezember wurde er in Slowenien Skiflug-Weltmeister. Der einzige Weltcup-Sieg in diesem Winter gelang Geiger ausgerechnet bei der Vierschanzentournee in Oberstdorf, wo er nun auch die WM zu seinen Sprung-Festspielen machte.

          Für Altmeister Freund dürfte der Titel nach langer sportlicher Leidenszeit ebenfalls eine ganz besondere Genugtuung sein. Der von vielen Verletzungen gebeutelte 32-Jährige hatte im schwedischen Falun 2015 zweimal Gold und einmal Silber gewonnen und anschließend zwei Weltmeisterschaften verpasst. Nun durfte er bei seiner Rückkehr gleich wieder ganz oben auf dem Podest jubeln. „Er hat es grandios gelöst“, lobte Horngacher. Für Spätstarter Paschke war es die erste WM-Medaille.

          Nach dem Höhepunkt Heim-WM haben die Skispringer nun fast drei Wochen Wettkampfpause. Coronabedingt fällt die lukrative Raw-Air-Tour in Norwegen aus. Vom 25. bis zum 28. März findet der Saisonabschluss beim Skifliegen in Slowenien statt.

          Weitere Themen

          Gute Kommunikation führt zum Erfolg

          Beachvolleyball : Gute Kommunikation führt zum Erfolg

          Chantal Laboureur und Cinja Tillmann hatten vorher noch nie zusammengespielt und überraschen beim Beachvolleyball-Turnier in Cancun mit einem Siegeszug. Ihr Schlüssel zum Sieg gilt für alle Partnerschaften.

          Topmeldungen

          Söder am Dienstag in München

          Entscheidung für Laschet : Wie Söder sich verkalkuliert hat

          Tagelang hatte es so ausgesehen, als könnte Markus Söder sich im Ringen um die Kanzlerkandidatur durchsetzen. Doch Armin Laschet gelang es offenbar am Sonntagabend, das Blatt zu wenden – bei einem denkwürdigen Zusammentreffen.

          Schulen und Corona : Die Willkür eines Schwellenwertes

          Es war ein politischer Kompromiss, dass die Schulen ab einer Inzidenz von 165 schließen sollen. Sachgründe gab es dafür offenbar nicht. Kultusminister und Lehrer sind verärgert.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.