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Eishockey : Pinguine sehen Land

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Michail Ponomarew: Anteile zurückgegeben. Bild: dpa

Der umstrittene russische Geldgeber Ponomarew zieht sich bei den Krefeld Pinguinen zurück. Der Weg zur Rettung des finanziell angeschlagenen Eishockey-Klubs ist damit frei. Doch die Zeit drängt.

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          Die Krefeld Pinguine haben einen weiteren Schritt zur Vermeidung der drohenden Insolvenz getan. Wie der finanziell angeschlagene Klub aus der Deutschen Eishockey Liga (DEL) an diesem Dienstag mitteilte, ist die Energy Consulting Europe GmbH um Michail Ponomarew nicht mehr Mitgesellschafter der KEV Pinguine Eishockey GmbH. Die Anteile des russischen Unternehmens wurden am späten Montagabend nach einem Notartermin an Mitgesellschafter Dirk Wellen übertragen. Damit wurden die Voraussetzungen für eine angestrebte Kapitalerhöhung geschaffen. Über Details vereinbarten die Parteien Stillschweigen.

          Pinguine-Geschäftsführer und Sportdirektor Matthias Roos hatte in der Vorwoche Ponomarews Rückzug als einzigen Ausweg aus der existenzbedrohenden Krise des früheren Meisters gefordert. „Die letzten Wochen und Monate sind für die Krefeld Pinguine alles andere als einfach gewesen. Nun werden wir kurzfristig für Liquidität sorgen, können die angestrebte Stammkapitalerhöhung noch diesen Monat umsetzen und eine Gesellschafterstruktur schaffen, die zukünftig für die Pinguine verantwortlich sein wird“, erklärte Roos nach der Einigung am Montagabend. Der Klub benötigt kurzfristig rund 400.000 Euro, um einen Insolvenzantrag zu verhindern. Insgesamt beläuft sich das Minus auf 1,1 Millionen Euro. Geplant ist eine Stammkapitalerhöhung um 750.000 Euro. Damit soll der Verein gerettet werden.

          Auch Jürgen Arnold, Vorsitzender des DEL-Aufsichtsrates, zeigte sich erfreut. „Das ist eine gute Nachricht für die Krefeld Pinguine sowie für die Deutsche Eishockey Liga“, sagte er: „Es ist zu hoffen, dass nun eine Perspektive da ist, die es ermöglicht, auch in Zukunft in Krefeld DEL-Eishockey zu sehen. Den tollen Fans sowie dem gesamten Standort wäre es zu wünschen.“

          Ponomarew, der Anteile im Nennwert von 345.00 Euro hielt, hatte zuletzt noch eine Geldspritze in Höhe von 300.000 Euro zur Soforthilfe in Aussicht gestellt. Dieses Angebot lehnte Roos jedoch ab, weil neue Geldgeber angeblich nicht mit dem Russen zusammenarbeiten wollten. Laut Roos sei die Finanzkrise der Krefelder erst entstanden, weil Ponomarew in der Vergangenheit Zahlungszusagen nicht einhielt. Dies bestritt der Russe.

          Nun ist der Weg für neue Investoren bereitet. „Da wir in der Saisonplanung drei Monate verloren haben, liegt jedoch noch ein hartes Stück Arbeit vor uns“, kommentierte Roos. Bis zum 15. Februar müssen die Lizenzunterlagen für die neue DEL-Saison beantragt werden.

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