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WM-Sprint im Biathlon : „Die Power hat gefehlt“

  • Aktualisiert am

Der Dominator: Johannes Thingnes Bö Bild: dpa

Während der favorisierte Norweger Johannes Thingnes Bö in Loipe und Schießstand exakt abliefert, laufen die deutschen Biathleten im Sprint auf die Plätze acht, neun, elf und zwölf.

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          Die erhoffte Medaille verpasst, aber wenigstens eine ordentliche Ausgangslage für das Verfolgungsrennen erreicht: Die deutschen Biathleten sind beim Favoriten-Sieg des norwegischen Superstars Johannes Thingnes Bö leer ausgegangen. Im Sprint über zehn Kilometer belegte Erik Lesser den achten Rang, Olympiasieger Arnd Peiffer lief auf Platz neun. Der entthronte Weltmeister Benedikt Doll (11.) und Philipp Nawrath (12.) können am Sonntag ebenfalls angreifen.

          „Ich habe von Anfang an Zeit gefressen. Da hat mir leider einfach die Power gefehlt“, sagte Lesser, der ohne Fehlschuss blieb, über seine läuferischen Nachteile: „Eigentlich sollte man mit null Fehlern um die Medaillen kämpfen. Der Rückstand ist mit 45 Sekunden aber okay, der Verfolger liegt mir.“

          Für den Deutschen Skiverband (DSV) war es bei den Titelkämpfen in Mittelschweden das erste Rennen ohne Edelmetall. An den ersten beiden Tagen hatten die deutsche Mixed-Staffel Silber und Überfliegerin Laura Dahlmeier Sprint-Bronze geholt. In den Jagdrennen am Sonntag (ab 13.45 Uhr/ARD und Eurosport) bieten sich die nächsten Chancen, das Medaillen-Konto aufzufüllen.

          Dort wird Bö wieder das Maß der Dinge sein. Der 25-Jährige, der am Samstag trotz einer Strafrunde schon seinen 13. Saisonsieg feierte, setzte sich vor dem Russen Alexander Loginow (0/+13,7 Sekunden) und dem Franzosen Quentin Fillon Maillet (0/+16,5) durch. „Der kann sich nur selbst schlagen, er hat eine unfassbar krasse Form“, sagte Lesser mit Blick auf Bö, der für Peiffer der „verdienteste Sprint-Weltmeister“ war.

          Die deutschen Hoffnungen hatten im Vorfeld vor allem auf Peiffer geruht. Der 31-Jährige befindet sich in blendender Verfassung, ein Fehler war im Kampf mit dem laufstarken Bö und den zielsicheren Loginow und Fillon Maillet allerdings zu viel. „Ich bin weder mit dem Schießen noch mit dem Laufen zufrieden. Unter dem Strich reicht das eben nicht“, monierte Peiffer.

          Noch eine Strafrunde mehr musste gar Doll drehen, der bei den Titelkämpfen vor zwei Jahren noch 0,7 Sekunden vor Bö die Goldmedaille gewonnen hatte. „Das ist sehr ärgerlich, denn ich habe mich eigentlich sehr gut gefühlt“, sagte Doll.

          Überraschend verschaffte sich auch Nawrath eine gute Ausgangsposition. Dabei hätte der Bayer laut DSV-Regularien eigentlich gar nicht starten dürfen: Mit seinem zwölften Platz beim Sprint von Soldier Hollow (USA) hatte er nämlich nur die halbe WM-Norm erfüllt. Weil der formschwache Massenstart-Weltmeister Simon Schempp allerdings auf die WM-Teilnahme verzichtet hatte, rückte der 26-Jährige nach.

          Vor dem Verfolger der Männer bestreiten am Sonntag die Frauen ihr Jagdrennen über 10 Kilometer. Die siebenmalige Weltmeisterin Dahlmeier geht nach ihrem dritten Rang im Sprint „locker und befreit“ an den Start. Neben der Doppel-Olympiasiegerin dürfen auch Denise Herrmann (6.) und Franziska Preuß (16.) noch mit einer Medaille liebäugeln.

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