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Werfercup der Leichtathletik : Christoph Harting gewinnt Bruder-Duell

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Christoph bezwingt nicht nur Robert: Der kleine Harting startet gut in die Saison Bild: dpa

Das erste Duell der verfeindeten Diskus-Brüder und Olympiasieger im EM-Jahr entscheidet der Jüngere klar gegen Robert Harting. Im Speerwerfen benehmen sich die Konkurrenten wie wahre Brüder.

          Rio-Olympiasieger Christoph Harting hat den 13. Schönebecker SoleCup und auch das Bruder-Duell gegen Robert Harting souverän gewonnen. Im sechsten und letzten Versuch schleuderte der Berliner den Diskus auf 67,59 Meter und knackte somit auch locker die Norm von 64,00 Metern für die EM vom 7. bis 12. August in seiner Heimatstadt Berlin. Der junge Harting verwies am Freitagabend den Magdeburger Martin Wierig (66,98 Meter) auf Rang zwei. Mit persönlicher Bestweite von 65,98 Meter schob sich auch Martin Wrobel vom SC Magdeburg im Finaldurchgang noch an Robert Harting (63,67) vorbei auf Rang drei.

          „Man sucht sich überall Inspirationen, das ist bei allen Werfern gleich. Der Mann hat Erfahrung ohne Ende, da kann man immer ein bisschen etwas gewinnen“, sagte Christoph Harting dennoch auf die Frage, ob er sich etwas von seinem Bruder Robert abschauen könne. Seine persönliche Bestmarke verfehlte der 27-Jährige in Sachsen-Anhalt nur um 78 Zentimeter.

          Der viel beachtete Auftritt des London-Olympiasiegers verlief freilich nicht zufriedenstellend. Der 33-Jährige, der bei der EM seine letzte internationale Meisterschaft bestreiten möchte, war gehandicapt von einem im April erlittenen Riss seiner Quadrizepssehne im rechten Knie. Robert Harting hatte vor allem mit technischen Problemen zu kämpfen. Nach zwei ungültigen Versuchen warf der dreimalige Weltmeister die 2-Kilogramm-Scheibe im dritten Durchgang auf seine Tagesbestweite von 63,67 Meter. Nach 61,97 im vierten Versuch unterliefen ihm noch einmal zwei ungültige Versuche. Im Kampf um die drei EM-Startplätze muss sich der ältere Harting harter Konkurrenz stellen, er liegt derzeit im nationalen Ranking nur auf Rang vier.

          Weltmeister bezwingt Olympiasieger

          Im Speerwerfen verwies Weltmeister Johannes Vetter den noch beim Diamond-League-Auftakt in Doha/Qatar siegreichen Olympiasieger Thomas Röhler aus Jena auf Rang zwei. Vetter warf bei leichtem Rückenwind und kühlen Temperaturen um 14 Grad Celsius 86,96 Meter, was zugleich Meetingrekord war. Die alte Bestmarke hatte 2010 Mathias de Zordo aufgestellt (84,38).

          Rio-Olympiasieger Röhler schaffte im letzten Durchgang mit 85,88 Metern seine beste Tagesweite. Dritter wurde der Potsdamer Bernhard Seifert mit 80,43 Metern. Von ihren Saisonbestleistungen waren Vetter (92,70) und Röhler (91,78) weit entfernt. Auch in Doha hatten die beiden befreundeten Weltklasseathleten noch deutlich über der 90-Meter-Marke gelegen.

          Im Kugelstoßen zeigte die ehemalige Weltmeisterin Christina Schwanitz beim Start in den EM-Sommer schon eine gewisse Konstanz. Nach 15-monatiger Baby-Pause kam die 32-Jährige vom LV Erzgebirge gleich im ersten Versuch auf die Tagesbestweite von 19,13 Metern, nachdem sie sich am vergangenen Wochenende bei einem Testwettkampf in Halle/Saale mit 19,39 Metern gleich an die Spitze der europäischen Bestenliste gesetzt hatte. Platz zwei ging an die Hallenserin Sara Gambetta (18,08) vor der Niederländerin Melissa Boekelmann (17,31).

          Der ehemalige Kugelstoß-Weltmeister David Storl startete mit 21,10 Metern in die Freiluftsaison. Der 27-Jährige vom SC DHfK Leipzig kam direkt aus dem Trainingslager von Lanzarote und knackte spontan die EM-Norm von 20,00 Metern. In Europa haben in diesem Jahr bislang nur der Russe Alexander Lesnoj (21,32) und der Pole Michal Haratyk (21,18) weiter gestoßen. „Es war teilweise noch etwas holprig, aber die Saison beginnt ja jetzt erst“, sagte der einst mit 21 Jahren jüngste Weltmeister in seiner Disziplin. Zweiter wurde Cedric Trinemeier aus Offenburg (19,37) vor dem Magdeburger Dennis Lewke (19,12).

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