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Dopingvergehen im Radsport : Thurau für knapp zehn Jahre gesperrt

  • Aktualisiert am

Björn Thurau: Karriere beendet, nachträglich alle Preise aberkannt Bild: Picture-Alliance

Die Nada sperrt den ehemaligen Radprofi Björn Thurau wegen mehrerer Dopingvergehen. Rückwirkend werden seine Ergebnisse seit 2010 annulliert, somit auch Medaillen und Preise aberkannt.

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          Die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) hat den ehemaligen Radprofi Björn Thurau „wegen mehrerer Verstöße gegen Anti-Doping-Bestimmungen“ für neun Jahre und sechs Monate gesperrt. Dies teilte die Organisation am Donnerstag mit. Zu den Verstößen gegen die Anti-Doping-Bestimmungen in einem Zeitraum von 2010 bis 2014 zählen unter anderem der „Gebrauch oder versuchter Gebrauch verbotener Substanzen und verbotener Methoden“, „Besitz verbotener Substanzen oder verbotener Methoden“ sowie das „Inverkehrbringen oder der Versuch des Inverkehrbringens verbotener Substanzen oder verbotener Methoden“.

          Alle Wettkampfergebnisse Björn Thuraus zwischen dem 21. Dezember 2010 und dem 9. März 2021 sollen annulliert werden, damit werden auch Medaillen, Punkte und Preise aberkannt. Im Februar hatte die Nada Ermittlungen gegen den ehemaligen Radprofi aufgenommen. Die Sperre des 33-Jährigen beginnt mit dem Tag der Entscheidung, die laut Nada am 19. August fiel. Das freiwillig anerkannte halbe Jahr seit der vorläufigen Suspendierung vom 9. März soll demzufolge angerechnet worden.

          Thurau, der Sohn des früheren Radstars Dietrich Thurau, hat seine aktive Karriere Ende 2019 beendet. Der große Durchbruch war ihm nicht gelungen. Zu den größten Erfolgen zählte der Gewinn des Bergtrikots bei der Tour de Suisse 2014. Auch sein Vater Didi Thurau, 1977 für 15 Tage Träger des Gelben Trikots bei der Tour de France und Sportler des Jahres, war mehrfach positiv getestet worden und gab später Doping zu.

          Zu einem Schiedsgerichtsverfahren vor dem Deutschen Sportschiedsgericht oder dem Internationalen Sportgerichtshof CAS kommt es nicht. Thurau hat kein Disziplinarverfahren beantragt. Auch hat er kein Rechtsmittel gegen die Entscheidung der NADA eingelegt.

          Thurau war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Er war im Rahmen der „Operation Aderlass“ und im Strafprozess gegen den Mediziner Mark S. aufgefallen. Unter anderem wurde er bei Polizeibefragungen des Radsportlers Pirmin Lang in der Schweiz belastet. Die Nada erhielt eigenen Angaben zufolge Informationen von Antidoping Schweiz und der Münchner Staatsanwaltschaft „bezüglich mehrerer doping-relevanter Sachverhalte des Athleten in einem sportrechtlich nicht rechtsverjährten Zeitraum von 2011 bis 2014“.

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