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Dritte Fußballliga : Wehen Wiesbaden weiter mit Rehm

  • Aktualisiert am

Rüdiger Rehm wird beim SV Wehen Wiesbaden auch nächste Saison als Trainer an der Seitenlinie stehen. Bild: dpa

Alles bleibt beim Absteiger beim Alten: Trainer Rüdiger Rehm und sein Stab bleiben, auch Sportdirektor Christian Hock macht weiter. Mit Kontinuität soll es beim SV Wehen Wiesbaden wieder aufwärts gehen.

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          Am Ende der Wiesbadener Saisonanalyse stand fest: Es wird trotz des Zweitliga-Abstiegs keinen personellen Neuanfang beim SV Wehen Wiesbaden (SVWW) geben. Cheftrainer Rüdiger Rehm und sein Stab bleiben, und auch Sportdirektor Christian Hock, der ohnehin einen unbefristeten Vertrag hat, setzt seine Arbeit fort. Alles bleibt beim Absteiger vorerst beim Alten.

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          Einen „radikalen Kahlschlag“ hatte der Vereinspräsident und Aufsichtsratsvorsitzende Markus Hankammer schon vor der finalen Aufsichtsratssitzung ausgeschlossen. Nun ergreift der Verein auf der sportlichen Leitungsebene gar keine Konsequenzen. Fehler, so der Tenor, seien auf allen Positionen und in allen Gremien gemacht worden. Rehm, der seit Februar 2017 in Wiesbaden arbeitet, mit der vorzeitigen Entlassung als den Hauptschuldigen hinzustellen wäre aus Vereinssicht das falsche Signal und unfair gewesen.

          Zumal die Wiesbadener auf Nachhaltigkeit bei ihrer Arbeit, nicht nur durch Worte, sondern mit Taten, großen Wert legen. Mit entsprechender Kontinuität seien sie in den zurückliegenden Jahren trotz des aktuellen Rückschlags gut gefahren. Dafür spricht auch, dass der Vertrag mit Stefan Aigner am Sonntag um ein weiteres Jahr verlängert wurde. Der gebürtige Münchner war erst vor der Saison vom Drittliga-Verein KFC Uerdingen nach Wiesbaden gewechselt und hatte in der vergangenen Saison fünf Treffer und zehn Vorlagen beigesteuert.

          Auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie werden letztendlich die Entscheidung beeinflusst haben, mit Rehm weiterzumachen. In unsicheren Zeiten hatte er in der dritten Liga dem Klub unter dem Strich immer ein hohes Maß an sportlicher Stabilität garantiert. Und Absteiger, siehe Magdeburg, können es bekanntlich schwer haben. Sich außerdem einen neuen Cheftrainer zu leisten und dabei den alten weiterbezahlen zu müssen wäre eine zusätzliche finanzielle Belastung gewesen. Der sofortige Wiederabstieg trifft den Klub wirtschaftlich ohnehin hart.

          „Als geschlossene Einheit sollen bei uns die Ziele verfolgt werden, und dafür haben wir die richtigen handelnden Personen an Bord“, sagt Nico Schäfer, der Sprecher der Geschäftsführung. Viele weitere sportliche Krisen wird sich Rehm, der seinen ersten nennenswerten Misserfolg mit den Wiesbadenern hinnehmen musste, unter seiner Anleitung dennoch nicht mehr leisten können. Sein Vertrauensvorschuss bei den Verantwortlichen dürfte deutlich kleiner geworden sein. Deshalb muss das neue Drittliga-Team schnell in die Spur finden, um die nötige Aufbruchstimmung zu erzeugen.

          Worauf sich die Hessen nach den Erfahrungen in den beiden zurückliegenden Spieljahren aber nicht verlassen können. Denn in der zweiten Liga war der Fehlstart mit nur einem Punkt aus den ersten sieben Spielen eine schwere Hypothek. Eine Runde davor in Liga drei hatte der Verein mit lediglich vier Punkten aus den ersten sechs Begegnungen ebenfalls schlecht begonnen. Als es losging, fehlte den Wiesbadenern jeweils die Wettbewerbsfähigkeit, das scheint System zu haben. In der zweiten Liga korrigierte der SVWW die offensichtliche Fehlplanung mit der Verpflichtung zweier erstligaerfahrenen Profis – Torhüter Heinz Lindner und Angreifer Stefan Aigner. Sie gaben dem Team schnell Halt.

          Vor allem auf die Aufstiegshelden und deren Begeisterungsfähigkeit zu setzen war zwar gut gemeint, erwies sich jedoch als Fehleinschätzung. Weil den Wiesbadenern der Aufstieg erst über die Relegationsspiele gegen Ingolstadt gelungen war, standen zu viele Spieler im Kader, die vornehmlich für die dritte Liga gedacht waren. Diese Akteure glaubte der Klub aber zuvor unter Vertrag nehmen zu müssen, weil sie sonst nicht mehr verfügbar gewesen wären. Das Endprodukt war ein aufgeblähter Kader, der das Arbeiten erschwerte – auch, weil sich dann einige Spieler nicht ausleihen lassen wollten.

          Die neue Kaderplanung soll jetzt mit mehr Bedacht erfolgen. Die Verantwortlichen wollen sich mit ihren Entscheidungen Zeit lassen. Die haben sie auch, endet die Transferperiode doch erst Anfang Oktober. Stand heute haben 18 Spieler Verträge mit dem SVWW. Zum Schluss sollen es etwa 22 Feldspieler und drei Torhüter sein, die eine schlagkräftige Mannschaft mit der Möglichkeit, wieder aufzusteigen, bilden.

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