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Eintracht Frankfurt : Weiter mit Kovac

  • -Aktualisiert am

Frankfurter Strahlkraft: Niko Kovac überzeugt bei der Eintracht mit seiner Arbeit und seinen Erfolgen. Bild: Jan Huebner

Es geht aufwärts mit der Eintracht. Für Wolfgang Steubing ist das nicht zuletzt ein Verdienst des Trainers. Der Aufsichtsratschef stellt eine rasche Vertragsverlängerung in Aussicht.

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          Lange soll es nicht mehr dauern, die Verlängerung der erfolgreichen Zusammenarbeit mit Trainer Niko Kovac. „Wenn ich Fredi Bobic und Niko Kovac richtig verstanden habe, werden sie schon bald eine Lösung finden“, sagte Wolfgang Steubing, der Aufsichtsratschef der Frankfurter Eintracht, am Sonntag dieser Zeitung. Sportvorstand Bobic und Kovac befinden sich in offenbar guten Gesprächen über eine Verlängerung des Vertrages mit dem 45 Jahre alten Kroaten. Steubing hofft auf eine zeitnahe Lösung. „Und ich rechne auch damit“, sagte er. Der Vertrag von Kovac, der im März dieses Jahres zur Eintracht gekommen war und den Klub dann vor dem Abstieg in die zweite Liga bewahrt hatte, läuft am Rundenende aus. „Er passt sehr gut zur Eintracht, wir sind sehr froh, ihn zu haben.“ Ohne Bezug auf eine konkrete Vertragsdauer zu nehmen, würde sich Steubing wünschen, wenn Kovac länger bei den Frankfurtern bliebe.

          Nach dem erreichten Klassenverbleib durch das gewonnene Relegationsduell gegen Nürnberg können die Hessen aktuell in der Tabelle nach vorne schauen. Mit dem 3:0 beim Hamburger SV zieren nach acht Spieltagen bereits 14 Punkte das Konto. „Prima, großartig, es ist ein super Start, ohne Frage“, sagte Steubing. „Aus den 14 Punkten müssen wir jetzt aber nicht eine große Erfolgsstory machen. Wir wissen es einzuordnen, ich habe noch das zurückliegende Spieljahr in den Gliedern.“ Priorität habe nach wie vor der Ligaverbleib. „Jetzt das Ziel auszugeben, wir wollen international spielen, das ist nicht unser Ding. Wir bleiben ganz, ganz fest auf dem Boden“, sagte der 66-jährige. „Bei uns fängt keiner an zu spinnen.“

          Glücksfall Bobic

          Der erfolgreiche Börsenhändler Steubing nimmt für sich in Anspruch, Realist zu sein – und ein Optimist. Aber mit diesem Saisonstart hatte auch er nicht gerechnet. Auf dem Transfermarkt griffen die Frankfurter vor allem bei internationalen, in der Bundesliga noch unbekannten Talenten zu. Was das allgemeine Stimmungsbild rund um die Eintracht anging, sei die Meinung vor der Saison „eher skeptisch“ gewesen, sagte Steubing. „Aber wir hatten gar keine andere Wahl, als solch eine Aktion zu starten. Wir haben die vielen Kontakte von Fredi Bobic und Niko Kovac nutzen können, um diese Mannschaft zusammenzuführen.“ Ein Team mit vielen jungen Spielern, die einen „super Charakter“ hätten. „Bei der entsprechenden Qualität und der Bereitschaft, etwas leisten zu wollen, ist auch das Sprachproblem keines“, sagte der Aufsichtsratschef.

          Er war von Beginn an von Bobic, den er 2003 beim EM-Qualifikationsspiel der deutschen Nationalmannschaft auf den Färöer kennengelernt hatte, überzeugt. Am Ende hatten dann alle Aufsichtsratsmitglieder der Eintracht für den neuen Sportvorstand gestimmt. „Fredi Bobic ist international aufgestellt“, sagt Steubing. „Das wurde im Vorfeld, als ein bisschen Kritik auf ihn niedergeprasselt ist, überhaupt nicht berücksichtigt.“ Außerdem sei es Fredi Bobic „auch nicht gewohnt, in Saus und Braus zu arbeiten. In Stuttgart hatte er den Etat von 70 auf 40 Millionen Euro runterfahren müssen. Das ist etwas anderes, als wenn man auf Schalke mal in den großen Topf greifen kann“, sagte Steubing.

          Was nicht optimal ist

          Auch Kovac betrachtet er als Glücksfall für die Eintracht, die an diesem Dienstag (20.45 Uhr) in der zweiten DFB-Pokal-Hauptrunde den Ligarivalen Ingolstadt empfängt. Wie Bobic sorge der Trainer dafür, dass ein „neuer Zug“ bei den Frankfurtern drin sei. „Er lebt vor, was die Mannschaft braucht: Disziplin und Engagement, das man auf dem Platz alles geben muss. Und das wird auch von Fredi Bobic so gelebt. Bei der Mannschaft kommt das sehr gut an “, sagte Steubing. „Momentan passt das einfach. Und man darf Sportdirektor Bruno Hübner und den ganzen Trainerstab, die ebenfalls ihren Beitrag zum Erfolg leisten, nicht vergessen.“

          Nicht optimal hingegen sind die Arbeitsbedingungen für die Profimannschaft in der WM-Arena. Diese hatte Kovac vor dem Hamburg-Spiel mit deutlichen Worten kritisiert und von Zweitliga-Zuständen gesprochen. Adressaten seines Unmuts waren die Stadt Frankfurt und der Arenabetreiber. Mit Bobic waren die offenen Worte des Trainers offenbar abgesprochen, der Sportvorstand befürwortet dessen Umgang mit offensichtlichen Missständen. Zumal Kovac sein Verhalten im Nachhinein auch nicht überbewertet wissen wollte. Er habe „gehört, dass die Stadt bereit ist, uns beizustehen und Abhilfe zu schaffen“, sagte Steubing. „Jedenfalls bei den Dingen, die gemacht werden können – und die gemacht werden müssen.“ Die Stadt habe auch eine Verantwortung dafür, „wie die Bedingungen sind“.

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