https://www.faz.net/-gzn-9zp77

Bayern-Spiel in Bundesliga : Nur eine leise Hoffnung für die Eintracht

  • -Aktualisiert am

Gegen die Bayern ist positives Denken gefragt: Bas Dost fällt es manchmal schwer. Bild: Jan Huebner/Pool

Anders als beim 5:1-Heimsieg über die Bayern in der Hinrunde spricht diesmal kaum etwas für Eintracht Frankfurt. Die einzige Chance liegt in den Köpfen – und genau da befindet sich das Problem der Hessen.

          3 Min.

          Das letzte Fußball-Wunder gegen die Bayern liegt erst ein gutes halbes Jahr zurück. Am 2. November nahm die Frankfurter Eintracht den FC Bayern München 5:1 auseinander, nachdem es zuvor 13 Niederlagen in der Bundesliga gesetzt hatte und nur viermal unentschieden gespielt werden konnte. Obwohl die Erinnerung an den letzten Coup noch frisch ist – an eine Wiederholung glaubt niemand, noch nicht einmal an einen Auswärtssieg mit einem Tor Differenz.

          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Der aktuelle Zustand der Eintracht ist einfach zu schlecht. Die Mannschaft von Trainer Adi Hütter hat nicht nur die deutlich schwächere Substanz, sie ist auch in erheblich schlechterer sportlicher Form und psychischer Verfassung. Bei der vierten Bundesliga-Niederlage in Serie gegen Borussia Mönchengladbach vermittelten die Profis der Eintracht am vergangenen Samstag den Eindruck, dass sie selbst nicht mehr an sich glaubten.

          Keine Ausrutscher erlaubt

          Jetzt stehen sie vor der Aufgabe, ausgerechnet gegen die Bayern an diesem Samstag (18.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei Sky) alle schlechten Gefühle zu vergessen und wieder mit Mut und Leidenschaft ihrer Arbeit nachzugehen. Gerade so wie im November, als die Eintracht die Bayern überrannte. Aber damals war der Rekordmeister angeschlagen. Die Spieler lagen im Zwist mit dem damaligen Trainer Niko Kovac, der nach dem Debakel dann auch beurlaubt und durch seinen Assistenten ersetzt wurde. Mittlerweile haben die Bayern mit Trainer Hansi Flick auf der Kommandobrücke den damaligen Rückstand von vier Punkten auf die Tabellenspitze in einen Vorsprung von vier Punkten verwandelt. Sie spielen und siegen mit einer Selbstverständlichkeit wie zu ihren besten Zeiten.

          „Das ist eines der schwersten Auswärtsspiele. Uns erwartet eine absolute Topmannschaft, gegen die wir überhaupt keine Fehler machen dürfen“, sagte Eintracht-Trainer Adi Hütter am Freitag. Nach den Schwachpunkten der Bayern befragt, nannte er nur Stärken: flexibel, variabel, außergewöhnliche Klasse der Einzelspieler, in allen Mannschaftsteilen gut eingespielt.

          Es bleibt den Frankfurtern, bei denen Makoto Hasebe seinen Vertrag am Freitag um ein Jahr bis Sommer 2021 verlängerte, nur eine leise Hoffnung: Dass die Bayern schon in Gedanken beim kommenden Dienstag sind, an dem sie auf Borussia Dortmund treffen. Für manche ist diese Auseinandersetzung eine Art Endspiel um die deutsche Meisterschaft, wobei die Münchner nichts zu verlieren haben, selbst bei einer Niederlage blieben sie Tabellenführer – wenn sie sich gegen die Eintracht keinen Ausrutscher erlauben.

          „Wir spielen gegen Frankfurt, das ist aktuell der nächste Schritt, den wir machen wollen. Danach können wir uns noch früh genug Gedanken über Dortmund machen“, sagte Flick am Freitag, Der Gipfel gegen Dortmund spiele noch gar keine Rolle – und auch nicht die hohe Niederlage in der Hinrunde. „Ich halte nichts davon, wenn man sagt, wir haben da noch eine Rechnung offen, weil das ein ganz anderes Spiel mit ganz anderen Voraussetzungen ist“, so Flick.

          Hütter sieht keine Krise

          Auch Hütter wurde am Freitag nach dem übernächsten Gegner gefragt. Dahinter stand der Gedanke, dass es womöglich sinnvoll sein könnte, sich auf das Heimspiel am Dienstag gegen den SC Freiburg zu konzentrieren und den Bayern mit halber Kraft zu begegnen. Der Eintracht-Trainer verwarf den Gedanken. „Wenn die Leistung nicht stimmt, kann es in München sehr unangenehm werden.“ So wie vor einem Jahr, als die Hessen am letzten Spieltag mit 1:5 untergingen. Mit einer weiteren Schlappe bestünde die Gefahr, dass sich der Negativtrend noch tiefer in den Gemütern festsetzte und viel schwerer umkehren ließe.

          Im Moment kann Hütter zwar schon nachvollziehen, dass Beobachter das Wort Krise in den Mund nehmen. „Ich aber sehe eine funktionierende Mannschaft, die sehr engagiert trainiert und insgesamt gut gearbeitet hat. Deshalb denke ich nicht daran, wie hoch das Ergebnis ausfallen könnte.“ Hütter sagt vielmehr: „Es ist eines der schwierigsten Auswärtsspiele, wir wollen es trotzdem besser machen als gegen Gladbach, als wir früh das Spiel aus der Hand gegeben haben. Wir müssen über 90 Minuten sehr, sehr konzentriert und taktisch diszipliniert sein. Wir müssen vor allem die Anfangsphase gut überstehen.“ Falls dies gelinge, könne man vielleicht sogar eine Überraschung schaffen.

          Mit welchem Personal er das Spiel angeht, ließ der Eintracht-Trainer wie immer offen. Immerhin legte er sich fest, dass entweder Danny da Costa oder Timothy Chandler den Sprung in die Startelf schaffen würden. Vielleicht sogar beide, wenn Hütter auf Touré verzichtet, der gegen Gladbach zum wiederholten Male ein Gegentor durch eine laxen Zweikampf provozierte. Bis auf den verletzten Paciência und den angeschlagenen Abraham kann Hütter aus dem Vollen schöpfen. Aber die Besetzung ist wohl nicht das Entscheidende, sondern die Einstellung, mit der die Spieler ihrer Arbeit nachgehen. Hütter sagt: „Wir müssen mutiger sein und an unsere Qualität glauben.“ Wofür die Frankfurter Profis schon mehr Gründe hatten als im Moment.

          Weitere Themen

          Entspannt in den Endspurt

          Eintracht Frankfurt : Entspannt in den Endspurt

          Vor dem Nachbarschaftsduell gegen Mainz 05 ist die Frankfurter Eintracht völlig relaxt. Der Druck ist weg, stattdessen geht es allein um die Lust auf Leistung. Und die Vorfreude auf das Pokal-Halbfinale in München.

          Topmeldungen

          Tourismus : Schweiz buhlt um Deutsche

          Den Eidgenossen fehlen die ausländischen Gäste, vielen Hotels droht der Konkurs. Nun wollen sie bei deutschen Touristen punkten – mit praktischen und geldwerten Angeboten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.