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Claus Dieterle

Björndalen-Kommentar : Der Abschied des Extremisten

An Erfolgen und Medaillen mangelte es der Karriere von Ole Einar Björndalen nicht. Bild: EPA

Ole Einar Björndalen hat seine Sportart geprägt wie kaum ein anderer. Die Biathlon-Welt ist ohne den Norweger, der seine Karriere nun offiziell beendet, sicher ärmer. Aber wer sagt denn, dass er in zwei Jahren nicht wieder anfängt?

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          Biathlon ohne Björndalen, das ist wie Fußball ohne Bier. Diesen etwas profanen Spruch haben vor zwei Jahren bei der Weltmeisterschaft in Oslo die norwegischen Fans kreiert. Die werden sich jetzt auf Entzug einstellen müssen. Auch wenn er nicht mehr unerwartet kommt. Am Dienstag hat Ole Einar Björndalen seine bis dato unvergleichliche Karriere ganz offiziell beendet. In Simostranda, dort, wo sie einst auch begonnen hat. Mit Tränen in den Augen und dem Bedauern, dass ihm nicht noch ein paar Jahre auf der großen Bühne vergönnt seien. Die Motivation ist ungebrochen, allein der Körper spürt die Last von 44 Jahren.

          Und sendet Warnsignale aus. Herzrhythmusstörungen haben auch Jüngere, aber sie haben dem großen Norweger wohl doch zu denken gegeben und seine Entscheidung maßgeblich beeinflusst. Weil es eben auch ein Leben nach dem Sport gibt, zumal er seit anderthalb Jahren ja auch Vater von Töchterchen Xenja ist. Björndalen, dieser Extremist, dessen Triebfeder immer die Suche nach den eigenen Grenzen war, hat Biathlon mit Leib und Seele gelebt. Mit einer solchen Intensität und Hingabe, dass er andere Warnsignale gar nicht mehr richtig wahrgenommen hat. Den richtigen Zeitpunkt, einer großartigen Karriere ganz bewusst ein stilvolles Ende zu bereiten, hat er immer wieder hinausgeschoben.

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