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Sarah Köhler : Schlecht, aber glücklich mit WM-Silber

  • -Aktualisiert am

Nur eine ist bei der WM schneller als Sarah Köhler. Bild: dpa

Deutschland gewinnt bei der Schwimm-WM in Südkorea die erste Medaille im Becken. Sarah Köhler holt Silber 1500 Meter Freistil. Dabei zeigt sie eine Leistung, die sie ganz und gar nicht zufriedenstellt.

          Schlechter als gestern habe sie sich gefühlt, schlimmer als im Vorlauf sei ihre Technik gewesen, jenem Vorlauf, in dem Sarah Köhler sich mit deutschem Rekord für das Finale über 1500 Meter Freistil qualifiziert hatte. Schlechter, schlimmer – diese Aussagen klangen so gar nicht nach dem, was Köhler gerade bei der WM in Gwangju gelungen war. Die 25-Jährige hatte nach Silber bei der EM 2018 ihre erste WM-Medaille gewonnen. In einem offenbar schlechten Rennen hatte sie Silber hinter der Italienerin Simona Quadarella geholt. Bronze ging an Jianjiahe Wang.

          Europameisterin Quadarella war bereits früh davongeschwommen, Köhler aber zog souverän ihre Bahnen, sicherte schon früh Platz zwei ab – und verbesserte zudem abermals ihren deutschen Rekord. Gleich nach dem Anschlag war da dann dieses Gefühl: „Gott, ich komme hier gar nicht aus dem Becken.“

          Bereits Stunden vor dem Rennen hatte die Olympiasiegerin, Weltrekordhalterin und designierte Weltmeisterin Katie Ledecky ihren Start krankheitsbedingt abgesagt. Eine Entscheidung, die Hoffnungen wecken sollte im Feld, immerhin geht es in 1500-Meter-Rennen mit der dominierenden Amerikanerin seit sechs Jahren lediglich um die Plätze zwei und drei. „Da hat, glaube ich, jede von uns Vieren in der Mitte ein bisschen mit Gold geliebäugelt“, gab Köhler zu, ergänzte aber auch: „Wäre sie dabei gewesen, wäre es Bronze gewesen. Und mit einer Katie Ledecky auf einem Podest zu stehen ist natürlich auch nicht das Schlechteste.“

          Köhlers Silber war die erste Medaille für die deutschen Beckenschwimmer bei dieser WM. Am Morgen war ihr Freund Florian Wellbrock, eigentlich aussichtsreichster Medaillenkandidat bei dieser WM, noch überraschend im Vorlauf über die 800 Meter Freistil gescheitert. Dieser Dämpfer auf der einen, dann die plötzlich gestiegenen Medaillenchancen auf der anderen Seite – Köhler selbst wollte dazu nichts sagen. „Sarah ist sehr professionell in der Hinsicht, so was stärkt sie auch ein bisschen“, sagte indes Trainer Bernd Berkhahn zu einem möglicherweise hemmenden Druck auf seine Athletin.

          Der Erfolg, die Bestleistungen, sie waren akribisch geplant. Drei Wochen Höhentrainingslager in der spanischen Sierra Nevada, eine Woche in Magdeburg, danach noch einmal zwei Wochen in die Höhe in den französischen Pyrenäen, alles genau gesteuert auf diese WM-Auftritte. Das habe zu enormen Entwicklungssprüngen geführt, sagt Berkhahn. Da lässt es sich offenbar verschmerzen, dass Köhler die Arbeit an der Technik, die sie im vergangenen Jahr gemacht hätten, um mit weniger Kraftaufwand als bisher in den Armen den maximalen Vortrieb zu erreichen, noch nicht umsetzen konnte. Schlechtes Rennen, schlimme Technik, Silber ohne Ledecky oder Bronze mit – Köhler war nach diesem Abend einfach nur „sehr, sehr glücklich“.

          Wasserballer verpassen WM-Halbfinale

          Die deutschen Wasserballer haben bei den Weltmeisterschaft nur knapp den Halbfinaleinzug und eine Sensation gegen den Weltmeister verpasst. Die Auswahl von Bundestrainer Hagen Stamm verlor am Dienstag in Gwangju im ersten WM-Viertelfinale seit acht Jahren mit 8:10 (2:1, 1:3, 3:3, 2:3) gegen Kroatien.

          Im umkämpften Duell hielt die leidenschaftlich kämpfende deutsche Mannschaft bemerkenswert gut mit, führte nach dem ersten Viertel sogar. Der London-Olympiasieger zog dann auf 7:3 davon, doch mit starker Moral kam Deutschland wieder auf 6:7 heran. Im Schlussviertel glich Mateo Cuk sogar aus. Kroatien behielt jedoch die Oberhand. Bester Torschütze gegen den haushohen Favoriten war Lucas Gielen mit drei Treffern.

          Die Niederlage schmälert die WM-Bewertung der deutschen Mannschaft, für die es mit Platzierungsspielen weitergeht, keineswegs. Bei der ersten Teilnahme bei Schwimm-Weltmeisterschaften seit sechs Jahren glückte der Stamm-Formation die Rückkehr in die Top acht der Welt. Im kommenden Jahr will das Team auch das Olympia-Comeback sichern. Dazu muss sich die Mannschaft bei der EM in Budapest im Januar einen Startplatz für ein Qualifikationsturnier in Rotterdam sichern. (dpa)

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