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Handballtrainer Jaron Siewert : „Hochmotiviert und innovativ“

  • Aktualisiert am

Der „Nagelsmann“ des Handballs: Trainer Jaron Siewert Bild: Picture-Alliance

Jung und deutsch war früher beinahe ein Ausschlusskriterium für Trainer im Spitzenhandball. Das hat sich geändert. Nun verpflichten die Berliner Füchse einen 25 Jahre alten Trainer.

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          Er selbst hat den Vergleich mit Julian Nagelsmann nie angestellt. Aber Jaron Siewert kommt in diesen Tagen einfach nicht dran vorbei. Wenn Siewert im nächsten Juni zum Cheftrainer der Füchse Berlin aufsteigen wird, ist er nicht nur der jüngste Coach der Handball-Bundesliga, sondern sogar zwei Jahre jünger, als es Nagelsmann im Februar 2016 war, zum Start seiner Zeit bei der TSG 1899 Hoffenheim.

          An diesem Dienstag verkündeten die Füchse, dass der Vertrag mit Trainer-Veteran Velimir Petkovic nicht verlängert wird. Dass ihm der 25 Jahre alte Siewert nachfolgen soll, hatte Geschäftsführer Bob Hanning schon vor geraumer Zeit angedeutet. Inzwischen ist klar, dass die zuletzt sportlich enttäuschenden Füchse einen kompletten Neustart unternehmen: Im Januar 2020 wird Stefan Kretzschmar den Posten des Sportvorstands übernehmen, Siewert kommt dann ein halbes Jahr später. Kretzschmar bezeichnete Siewert als „hochmotiviert und innovativ“. In einer Mannschaft mit erfahrenen Nationalspielern wie Paul Drux, Fabian Wiede oder dem Dänen Hans Lindberg wird Neuling Siewert aber auch ein gutes Stück Autorität mitbringen müssen, um die Füchse wieder in Richtung Champions-League-Plätze zu befördern.

          Dass sie nicht nur Spieler für den deutschen Handball ausbilden wollen, was sie mit ihrer erfolgreichen Nachwuchsarbeit tun, sondern auch Trainer, hatte Hanning immer wieder in Aussicht gestellt. Siewert ist nun der Prototyp in einer Liga, die sich zuletzt auf den Trainerbänken deutlich verjüngt hat: Jicha in Kiel, Machulla in Flensburg, Haber in Leipzig oder Matschke in Ludwigshafen.

          Füchse-Manager Bob Hanning (r) wird den Vertrag mit Trainer Velimir Petkovic (l) nicht mehr verlängern.
          Füchse-Manager Bob Hanning (r) wird den Vertrag mit Trainer Velimir Petkovic (l) nicht mehr verlängern. : Bild: dpa

          Jung und deutsch war früher beinahe ein Ausschlusskriterium für Trainer im Spitzenhandball. Das hat sich geändert. Hanning traut Siewert viel zu. Er hat ihn schon lange im Blick. Allerdings eher den Trainer als den Spieler: Hanning machte ihn bei den Füchsen zum Nachwuchstrainer. Handballerisch hat Siewert allemal Talent und eine gute Ausbildung. Mit Wiede und Drux hat der aus Charlottenburg stammende Siewert noch als Profi zusammengespielt. Doch schon in jungen Jahren hat er sich für die Trainerlaufbahn entschieden: „Als Spieler hätte ich auf Dauer maximal die zweite Liga erreicht“, sagt er. Mit Anfang 20 beendete er seine aktive Karriere.

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          Für sich geworben hat der junge Trainer, indem er den gestürzten Traditionsverein Tusem Essen zu einem Bundesliga-Aufstiegsaspiranten gemacht hat – aktuell führen die Westdeutschen die Tabelle der Zweiten Liga an. Seit der Saison 2017/18 ist Siewert auf der Margarethenhöhe als Coach aktiv. Keine Frage, die Füchse wollen nun ebenfalls wieder angreifen. Dabei wird es erst einmal darum gehen, die enteilten Spitzenklubs aus Flensburg, Kiel und Mannheim einzuholen – künftig mit Siewert.

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