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CHIO : Springreiter Deußler verpasst den Coup knapp

  • -Aktualisiert am

Der deutsche Springreiter Daniel Deußer auf dem Pferd Scuderia reitet beim Großen Preis. Bild: dpa

Beim Großen Preis von Aachen präsentiert sich Pferdesport-Deutschland von glänzender Seite. Daniel Deußer wird beim CHIO um Haaresbreite nur Zweiter, für Ingrid Klimke ist es der dritte Sieg in Aachen.

          Wieder Zweiter. 37 Hundertstelsekunden fehlten dem Springreiter Daniel Deußer dieses Mal für den großen Coup: Mit einer fehlerfreien Runde im Stechen in 44,35 Sekunden blieb der in Belgien lebende Wiesbadener auf dem Hengst Tobago beim Großen Preis in Aachen nur knapp hinter Kent Farrington auf Gazelle zurück. Deußer setze damit eine glänzende Saison fort, er steht aktuell auf Platz vier der Weltrangliste. Der Amerikaner Farrington sicherte sich die Siegprämie von 330.000 Euro, Deußer konnte sich immerhin mit 200.000 Euro trösten. Auch Weltmeisterin Simone Blum (Zolling) hatte mit ihrer Stute Alice nach zwei Umläufen das Stechen von sieben Paaren erreicht. Allerdings unterlief ihr ein Abwurf – der erste mit Alice bei diesem CHIO. Sie belegte Platz vier – das brachte immer noch 100.000 Euro ein.

          Evi Simeoni

          Sportredakteurin.

          Da der Große Preis von Aachen zur Serie Rolex Grand Slam gehört, hatten einige Reiter die Chance auf lukrative Prämien: Marcus Ehning (Borken) entgingen mit Funky Fred durch einen Fehler am letzten Hindernis des ersten Umlaufs 250.000 Euro. Schon im Nationenpreis der Springreiter am Donnerstag hatte die deutsche Mannschaft Platz zwei erreicht.

          Klimkes dritter Sieg beim CHIO in Aachen

          Insgesamt war der CHIO, das Welt-Highlight, eine hervorragende Bühne für Pferdesport-Deutschland, das sich zudem mit Siegen in den Nationenpreisen Dressur und Vielseitigkeit und dem vierten Platz der Mannschaft im Vierspänner-Fahren feiern lassen konnte. Dazu gewann Europameisterin Ingrid Klimke auch die Einzelwertung der Vielseitigkeit. Sie gehörte mit ihrem Top-Pferd Hale Bob zu den drei Startern, die mit ihrem Geländeritt innerhalb der Zeitvorgabe von 6:55 Minuten blieben. Nach der Führung in der Dressur hatte sie am Freitag im Spezialspringen einen Abwurf verkraften müssen. Von Platz drei aus ging sie in den Cross-Country.

          Doch die beiden vor ihr liegenden Reiter bekamen Probleme. Die Führende, Laura Collett, erlebte einen bitteren Moment: Ihr Wallach London verweigerte am letzten Hindernis vor aller Augen im Springstadion und fiel weit zurück. Der Weltranglisten-Erste Tim Price aus Neuseeland überzog mit Wesko das Zeitlimit so deutlich, dass er schließlich Vierter wurde. Schon lag Ingrid Klimke vorne – es war ihr dritter Sieg beim CHIO in Aachen. Und auch die deutsche Mannschaft landete auf Platz eins: Mit Ingrid Klimke, Michael Jung auf seinem Zweitpferd Star Connection und Andreas Dibowski, der auf Corrida einen mannschaftsdienlichen Sicherheitsritt ablieferte. Teamkollegin Josefa Sommer hatte schon nach drei Sprüngen aufgeben müssen, weil ihr Pferd Hamilton ein Eisen verlor und daraufhin ins Rutschen kam.

          Ende August bei den Europameisterschaften in Luhmühlen wird Ingrid Klimke ihren Titel verteidigen. Und möglicherweise ist dann auch schon Michael Jung mit Chipmunk für Deutschland am Start, der in Aachen außerhalb der Mannschaftswertung Zweiter wurde. Der dreifache Olympiasieger aus dem Schwabenland hat den elfjährigen Wallach erst im Februar von Julia Krajewski übernommen, die mit ihm noch im Vorjahr in Aachen gewonnen hat. Es zeigte sich, dass die beiden schon ein gutes Stück zusammengewachsen sind. „Mit Michi, da geht demnächst was“, sagte Bundestrainer Hans Melzer. „Chipmunk fühlt sich super an“, sagte Jung. „Jeder Reiter gibt verschiedene Signale. Das ist eine große Veränderung für das Pferd und für mich.“ Es mache ihm großen Spaß, wie schnell sie trotzdem zusammenfänden.

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