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U 21 : Deutschlands Nachwuchs überzeugt gegen Frankreich

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Einer von Frankreichs Junioren-Stars: Arsenal-Profi Matteo Guendouzi schirmt den Ball ab. Bild: AFP

Lange dominierte die Mannschaft von Stefan Kuntz, am Ende musste sie sich mit einem Remis zufrieden geben. Im Testspiel gegen die zahlreichen Bundesligaprofis der U-21 Frankreichs spielte vor allem ein BVB-Akteur stark auf.

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          Stefan Kuntz eilte mit einem Lächeln auf den Platz. Der Trainer der deutschen U-21 gratulierte seinen und den gegnerischen Spielern zu einem gelungenen EM-Härtetest. Zuvor hatte seine Mannschaft beim 2:2 (2:0) gegen den Nachwuchs von Weltmeister Frankreich Licht und Schatten gezeigt, nachdem zur Pause noch alles auf einen verdienten Sieg hingedeutet hatte. Trotz seiner personeller Probleme bleibt der Europameister seit Oktober 2017 in elf Spielen ungeschlagen.

          Levin Öztunali vom FSV Mainz 05 (3. Minute) und Maximilian Mittelstädt von Hertha BSC (31.) trafen in Essen für das DFB-Team, das vor allem offensiv überzeugte. Jonathan Ikoné (51.) und Moussa Dembele (66.) waren für die Gäste erfolgreich. „Wir wollten ab der 60. Minute mehr im Angriffspressing bleiben. Das ist in der Besetzung so nicht gegangen. Aber was wir in der ersten Halbzeit gemacht haben, war richtig gut“, sagte Kuntz. Kapitän Timo Baumgartl ärgerte sich „maßlos“ über die zwei Gegentreffer. Ingesamt wusste das Team aber zu überzeugen, was auch Freiburgs Luca Waldschmidt so sah: „Ich fühle mich hier wohl. Jeder will hier Fußball spielen. Es macht einfach Spaß, auf dem Platz zu stehen.

          Ein großes Manko der DFB-Auswahl war die Chancenverwertung, der Start in die Mission Titelverteidigung ließ sich dennoch ordentlich an. Am kommenden Dienstag folgt mit dem Klassiker in England der letzte offizielle Test vor der EM in Italien und San Marino (16. bis 30. Juni).

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          „Die erste Halbzeit war richtig gut“, analysierte Kuntz nach dem Abpfiff bei Eurosport, fügte aber kritisch hinzu: „Die zweite Hälfte lief natürlich nicht ganz so, wie wir uns das vorgestellt haben.“ Kuntz hatte die Partie als „echte Bewährungsprobe“ eingestuft und nutzte dies für den Test einer neuen Defensivreihe, die zunächst ganz sicher stand. U-21-Debütant Florian Müller von Mainz 05 im Tor war kaum gefordert. Die Abwehr der Franzosen mit Nordi Mukiele und Ibrahima Konaté von RB Leipzig sowie Kapitän Abdou Diallo von Borussia Dortmund geriet dagegen ein ums andere Mal ins Wanken.

          Dahoud ist Lenker und Denker

          Das offensive Zusammenspiel klappte bei der DFB-Elf hervorragend. Nach drei Minuten spielte Luca Waldschmidt Öztunali frei, der den Keeper umkurvte und zum 1:0 einschob. Und die Kuntz-Elf spielte aufs 2:0. Mahmoud Dahoud, einer von drei U-21-Europameistern im Team (9.), Nadiem Amiri (10.) und Waldschmidt (16.) verpassten knapp.

          Das DFB-Team behielt in seiner starken Anfangsphase das hohe Tempo bei, kombinierte gekonnt auf engstem Raum und hatte in Dahoud seinen Dreh- und Angelpunkt. Der Dortmunder, neben Öztunali und Nadiem Amiri (TSG Hoffenheim) einer von drei Europameistern von 2017 in der Startelf, hatte aus der Distanz früh das zweite Tor auf dem Fuß (9.). Von den Franzosen, die mit neun Siegen und einem Remis durch die EM-Qualifikation marschiert waren, war in dieser Phase kaum etwas zu sehen.

          Deutschland hatte vor 4227 Zuschauern zunächst alles im Griff, das Fehlen von Stammkräften wie den ins A-Team berufenen Maximilian Eggestein und Lukas Klostermann oder Torhüter Alexander Nübel, der sich für einen Verbleib bei seinem Verein, dem FC Schalke 04, entschied, machte sich vor der Pause kaum bemerkbar. Gerade als Frankreich besser ins Spiel kam, erhöhte Mittelstädt auf 2:0. Der Berliner lauerte nach einer Hereingabe von Benjamin Henrichs, der für die AS Monaco aufläuft, am zweiten Pfosten und schob flach ein.

          Im zweiten Durchgang erhöhten die Franzosen den Druck. Ikoné überraschte Müller mit einem direkt geschossenen Freistoß, ehe Lyons Dembélé nahezu unbedrängt der verdiente Ausgleich glückte. Am Ende hatten die DFB-Junioren sogar Glück, nicht noch den dritten Gegentreffer zu kassieren. In der 63. Minute kam Emmanuel Iyoha von Erzgebirge Aue zu seinem Debüt. Insgesamt wechselte Kuntz achtmal aus.

          Bei der EM im Juni trifft das deutsche Team auf Dänemark, Serbien und Österreich. Der Einzug ins Halbfinale ist gleichbedeutend mit der Qualifikation für Olympia 2020 in Japan.

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