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Im Interview: Sebastian Krumbiegel : „Revanche an den Westklubs“

  • Aktualisiert am

Sebastian Krumbiegel singt solo oder mit seiner Gruppe „Die Prinzen“ Bild: Wustmann

Sebastian Krumbiegel von den „Prinzen“ ist Fan von RB Leipzig und dem FC St. Pauli. Im Gespräch sagt er, warum das kein Widerspruch sein muss und kritisiert die Kritiker des Leipziger Fußball-Projekts.

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          Weshalb sind Sie Fan von RB Leipzig?

          Ich bin Fußballfan und sehe das sehr stark aus der lokalen Perspektive meiner Heimatstadt. Leipzig ist großartig, hat viel Kultur und eine tolle Szene, da hat nur noch guter Fußball gefehlt. Und der ist jetzt da. Die Zuschauer kommen, die Hütte ist richtig voll und alle freuen sich, dass das hier im Gegensatz zu anderen Standorten ohne Randale abgeht. Der Fußball nimmt ja sowieso immer mehr den Eventcharakter an und hat nicht mehr dieses prollige Schmuddelimage. Es kommen Familien ins Stadion, Frauen, Kinder. Mir gefällt das. RB ist kein Strohfeuer, sondern eine nachhaltige Sache. Es wird in die Zukunft investiert. Man merkt, dass sich die Leute jetzt auf Bundesliga-Fußball freuen.

          Es gibt viele Anfeindungen gegen RB Leipzig. Die einen kritisieren die mangelnde Tradition, die anderen, dass mit Red Bull ein Konzern und kein Verein die Strippen zieht. Was halten Sie davon?

          Ach ja, diese Diskussion ist schon ermüdend. Kommt der Fußball ohne Geld aus? Ich glaube nicht. Ich bin ja auch St.-Pauli-Fan, weshalb ich oft gefragt werde, wie das zusammenpasst mit RB. Aber auch St. Pauli ist in der Vergangenheit Kompromisse eingegangen, es gibt dort Vip-Tribünen, Logen, das ist ein kommerzieller Verein. Wäre er das nicht, könnte die Mannschaft nicht im Profifußball spielen. Ich kann auch nur darüber lachen, wenn sich ein Klub wie Borussia Dortmund über das Kommerzgebaren der Bayern aufregt. Das passt nicht. Alle Vereine im Profigeschäft stehen in harter Konkurrenz um Geld und Talente. Trotzdem kann ich manche Vorbehalte gegenüber RB nachvollziehen.

          Wie meinen Sie das?

          Ich war ganz früher Fan von Chemie Leipzig. Das war hinter Lok Leipzig der Underdog-Klub in der Stadt. Da schwang immer das Gefühl mit, von den Großen abgehängt zu werden. Da geht jetzt einigen mit RB Leipzig so. Es ist als Fan halt nicht schön, wenn der eigene Klub von einem anderen, der auch noch über mehr finanzielle Möglichkeiten verfügt, überholt wird. Ich will mit meiner Unterstützung für RB niemanden verprellen. Aber ich bin ein großer Lokalpatriot, und es ist gut, dass bei uns wieder richtig Fußball gespielt wird. Außerdem finde ich, dass Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz Recht hat: Er hat gesagt, dass der einzige Unterschied zwischen dem FC Barcelona, Bayern München und RB Leipzig in 500 Jahren ist, dass diese Klubs 600 Jahre alt sind und nicht 500 wie wir. Sie sehen, ich sage schon „wir“.

          Könnte RB Leipzig zum Symbol für einen neuen starken Ostfußball werden?

          Ist gut möglich. Aber vielleicht ist das Ganze auch unter dem Aspekt einer Retourkutsche zu sehen. Viele erinnern sich ja noch an die Zeit nach der Wende vor 25 Jahren, als die Manager der großen Westklubs hier herüberkamen und die Vereine leer kauften. Sammer, Thom, Kirsten und so weiter – die gingen ja alle weg.

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