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Englischer Fußball : „Emotional, sehr emotional“

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Auch ein vierter Platz kann glücklich machen: Arsenal erreicht die Champions-League-Qualifikation Bild: AFP

Die Arsenal-Spieler Podolski und Mertesacker stechen im Champions-League-Rennen Tottenham Hotspur mit Holtby aus. Bei Manchester United beginnt schon am Montag eine neue Ära.

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          Lukas Podolski und Per Mertesacker posierten mit aufgerissenen Tiger-Mäulern, in der Umkleidekabine wurden Gunners-in-Unterhosen-Bilder geschossen. Nach dem Erreichen des Playoff-Platzes für die Champions League feierten die Profis des FC Arsenal ausgelassen, dabei hatten sie nicht nach acht Jahren endlich wieder eine Trophäe in der Hand, sondern nur Platz vier in der Tasche. Mit einem Super-Saisonendspurt besteht immerhin die Aussicht auf die 16. Champions-League-Teilnahme in Serie.

          In die Jubel-Trubel-Heiterkeit mischten sich allerdings auch kritische Stimmen wie die von Arsenal-Promi-Fan und TV-Moderator Piers Morgan. „Kein Manchester-United-Team würde es jemals feiern, Vierter zu werden. Das ist der Unterschied“, twitterte Morgan. Gunners-Coach Arsène Wenger, der ein Top-Vier-Finish gern mit einem Titelgewinn auf eine Stufe stellt, ließ sich und seinen chronisch titellosen Gunners indes keineswegs die Freude nehmen. „Das ist eine der besten Truppen, die ich in meinem Leben gehabt habe“, sagte der Franzose. Er pries die „Kombination aus Einstellung und Qualität“, mit der seine Kanoniere zuletzt 26 von 30 möglichen Punkten geholt hatten und am Ende einen Punkt vorm Erzrivalen Tottenham Hotspur (72) landeten.

          Als Schlüsselmoment der Saison-Rettung nannte der so viel gescholtene 63-jährige Wenger das 2:0 im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League gegen den FC Bayern München. Und Mut macht Wenger, dass endlich mal kein Leistungsträger den Verein verlässt und zudem noch Zugänge angekündigt sind. Als dringend benötigter Stoßstürmer soll Real Madrids Gonzalo Higuaín auf Arsenals Wunschzettel stehen.

          Das Tor des Tages beim finalen 1:0 bei Newcastle United erzielte Mertesackers starker Innenverteidiger-Kollege Laurent Koscielny per eingesprungenem Seitfall-Volley (52.), den die „Daily Mail“ „Gerd Müller-like“ nannte. Die Vorlage stammte von Podolski, der nach seiner ersten Saison rundum glücklich in Nord-London scheint. „Ich kann nur DANKE sagen für die fantastische Unterstützung in meinem ersten Jahr als Gunner. Der Club, die Mitarbeiter, die Teamkollegen und die Fans machen mich stolz“, twitterte die Kölsche Frohnatur.

          Bitteres Ende für Holtby

          Für einen anderen deutschen Premier-League-Profi endete die erste Spielzeit auf der Insel bitter: Lewis Holtby drückte beim Showdown wieder nur die Ersatzbank. Und der 1:0-Last-Minute-Heimerfolg gegen den AFC Sunderland war am Ende im Fernduell mit dem verhassten Nachbarn Arsenal bedeutungslos. „72 Punkte - ein neuer Rekord für uns - normalerweise reicht das für die Champions League“, sagte Holtby geknickt. Der 22-Jährige sandte einen „Glückwunsch an Schalke“.

          Bei seinem früheren Klub hätte er Königsklassen-Qualifikation spielen können. In Tottenham wartet der Halb-Engländer noch auf seinen Durchbruch. Der Premier League Spieler des Jahres Gareth Bale, mit einem Weltklasse-Tor einmal mehr der Sieggarant für die Spurs (89.), dürfte für den Wieder-nur-Europa-League-Teilnehmer schwer zu halten sein.

          Die Ikone geht: Alex Ferguson erlebt einen emotionalen Abschied

          Der letzte Premier-League-Spieltag 2012/13 stand ganz im Zeichen der Abschiede. Der ungeliebte Chelsea-Coach Rafael Benítez hat nach dem 2:1-Heimsieg gegen den FC Everton und dem Erreichen des dritten Rangs seine „Interims-Mission“ erfüllt. Vier Tage nach dem Europa-League-Triumph verzichtete er trotzdem auf eine Ehrenrunde an der Stamford Bridge. Die Klub-Ikonen Frank Lampard und John Terry erwähnten den Spanier in ihren Publikumsansprachen mit keiner Silbe.

          Als Spieler sagten Englands ewiges Stürmer-Babyface Michael Owen von Stoke City und ManUniteds Mittelfeld-Legende Paul Scholes am Sonntag endgültig „Goodbye“. Und last but not least erlebte Sir Alex Ferguson sein 1500. und letztes Match als United-Coach. Seine längst zum 20. Mal als souveräner Meister feststehenden Red Devils bescherten dem 71-Jährigen ein vogelwildes 5:5 (3:1) zum Abschied. Der Schotte verweigerte in gewohnter Manier die Pressekonferenz nach der Partie. Ein Sky-TV-Team erhaschte von Sir Alex trotzdem drei Worte. Wie’s denn gewesen sei? „Emotional, sehr emotional.“

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