Duisburger Frauenfußball : Zebras als Kavaliere

Der MSV Duisburg ist wieder erstklassig: Durch die Aufnahme der vor der Insolvenz stehenden Frauen des FCR Duisburg darf sich der Traditionsverein wieder Bundesligaklub nennen.
Das sportliche Kunststück muss dem MSV Duisburg erst einmal ein Fußballverein nachmachen: Dem erst im Sommer nach einem Lizenzentzug aus der Zweiten Bundesliga in die Dritte Liga zwangsversetzten Klub ist das Kunststück gelungen, in der spielfreien Zeit der Winterpause aufzusteigen, um gleich zwei Spielklassen. Der krisengeschüttelte MSV darf sich nun wieder Fußball-Bundesligaverein nennen – wenn auch „nur“ bei den Frauen. Denn kurz vor Ende des Jahres haben die bislang im Fußball allein männlichen aktiven „Zebras“ die Frauen des noch stärker von Existenznöten geplagten, ja von Insolvenz bedrohten FCR 01 Duisburg aufgenommen. Der Frauenfußball-Uefa-Pokalsieger aus dem Jahr 2009 hätte ohne die Aufnahme beim MSV zum Jahreswechsel wohl den Rückzug aus der Bundesliga antreten müssen. Die Hilfe wirkt wie ein Kavaliersverhalten alter Schule. Im Frauenfußball könnte es indes der letzte Fall einer solch kuriosen Rettung durch einen Vereinswechsel gewesen sein. Von der übernächsten Spielzeit an will der DFB ein Lizenzierungsverfahren für die Frauenfußball-Bundesliga einführen.






