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Comeback im DFB-Team? : Olympia-Gespräche mit Müller laufen

  • Aktualisiert am

Muss noch „sondieren“, ob Olympia in seine Planung passt: Thomas Müller Bild: dpa

Die Olympia-Debatte um Thomas Müller gewinnt an Dynamik. U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz bestätigt eine Unterhaltung diesbezüglich mit dem Bayern-Star. Doch eine entscheidende Frage bleibt.

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          Aus einer Olympia-„Spinnerei“ könnte für Thomas Müller doch noch mehr werden. U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz bestätigte eine Unterhaltung mit dem Star des FC Bayern München über einen möglichen Einsatz in Tokio. „Ja, genau. Ich habe mit ihm gesprochen“, sagte Kuntz am Mittwoch dem TV-Sender Sport1, „aber auch mit anderen erfahrenen Spielern mit großen Namen. Die sagen alle zu Recht, dass sie den Mai abwarten wollen, um zu sehen, wie viele Spiele sie gemacht haben, wie ihre Vertragssituation ist und ob Olympia in ihre Planungen passt. Deren Planungen sind ja andere als die von Spielern der Jahrgänge 1997 und 1998.“

          Kuntz hatte Müller auf eine Liste mit rund 50 möglichen Kandidaten gesetzt, die der Nationalen Anti-Doping-Agentur bis zum 15. Januar gemeldet werden mussten. Bei dem olympischen Fußball-Turnier im Sommer (24. Juli bis 8. August) dürfen pro Team drei Akteure dabei sein, die vor dem 1. Januar 1997 geboren sind. „Mit Thomas und den anderen Spielern habe ich mich darauf geeinigt, dass wir Anfang April, Ende Mai, die Situation sondieren werden“, sagte Kuntz.

          „Große Ziele mit dem FC Bayern“

          Der ehemalige Weltmeister Müller war im März 2019 nach 100 Länderspielen genauso wie Mats Hummels und Jérôme Boateng von Bundestrainer Joachim Löw nicht mehr für die A-Mannschaft berücksichtigt worden.

          Vor fünf Wochen hatte sich der ausgemusterte Offensivspieler dann bei Sport1 zur Möglichkeit einer gemeinsamen Olympia-Teilnahme mit seiner Ehefrau Lisa geäußert. „Das ist eine coole Spinnerei, aber sowohl für mich als auch für meine Frau hat das in 2020 nicht die oberste Priorität. Ich habe in den nächsten fünf Monaten erstmal sehr große Ziele mit dem FC Bayern“, sagte er über sich und die mit ihm verheiratete Dressurreiterin.

          Eine Nominierung des Weltmeisters von 2014 besäße Strahlkraft. „Thomas Müller ist nicht nur in Deutschland, sondern in der Welt ein Name und ist natürlich immer wieder für Aufmerksamkeit da. Aber es sind immer viele andere Komponenten, die entscheidend sind“, hatte Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff vor Kurzem gesagt.

          In Kuntz' Überlegungen haben aber zunächst die jungen Kandidaten Vorrang. „Die drei älteren Spieler werden unser letztes Puzzleteil sein. Nach der Saison schauen wir zunächst, welche Spieler und Positionen wir mit dem aktuellen U21-Kader und dem 97er Jahrgang besetzen können“, hatte Kuntz beteuert.

          Auf seiner Kandidatenliste stehen auch ehemalige Nationalspieler wie Max Kruse und Sandro Wagner sowie Maximilian Arnold oder Davie Selke. „Wir haben natürlich intern und extern besprochen, dass wir Spieler aus möglichst vielen unterschiedlichen Vereinen nominieren, damit kein Klub extrem benachteiligt wird“, erläuterte Kuntz. „Dazu haben wir festgelegt, dass kein Spieler an zwei Turnieren – also der Euro und Olympia – teilnehmen wird.“

          Diese Gefahr würde bei Müller nicht bestehen. Bundestrainer Joachim Löw hatte erst jüngst wieder den Verzicht auf den 30-Jährigen erneuert. „Die Wahrscheinlichkeit ist relativ gering, wenn alle fit sind“, sagte Löw über eine mögliche EM-Nominierung.

          Müller hat sich mit seinem Aus im A-Team arrangiert. „Diese Europameisterschaft interessiert mich aktuell überhaupt nicht“, sagte er und will sich auf den FC Bayern fokussieren. „Mich interessiert, dass wir hier dieses Jahr Titel holen. Wenn es geht, drei Stück.“ Die finale Nominierung für die Olympischen Spiele erfolgt erst im Juni.

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