FC Bayern beim Finale dahoam : Čech das mal

Wenn der Schütze denkt, dass der Torwart denkt, dass der Schütze denkt – gewinnt der Torwart. Eine sehr sehenswerte Doku zeigt, wie Petr Čech dem FC Bayern einst das Finale dahoam versaut hat.
Im großen Geschwafel, das der deutsche Fußballdiskurs meistens ist, sollte man sich mehr mit denen auseinandersetzen, die nicht nur reden, sondern auch was sagen. So wie Petr Čech, der frühere Torhüter des FC Chelsea, den das Publikum in Deutschland kennt, seit er das Finale der Champions League 2012 in München, das sog. Finale dahoam, im Elfmeterschießen für seinen Klub entschied.
In der neuen und sehr sehenswerten Dokuserie „Generation Wembley“ erzählt Čech mit spektakulären Details, wie er das damals machte. Ein Einblick: Der Stürmer Mario Gomez, der in dem Elfmeterschießen für den FC Bayern antrat, sagt in Folge fünf der Doku, dass er erst in das eine Eck schießen wollte, dann aber zweifelte und doch in das andere Eck schoss.
Schnitt zu Čech, der sagt, dass er wusste, dass Gomez in das eine Eck schießen wolle, dann aber sah, dass er zweifelte und ins andere Eck schießen werde.
Schnitt zurück zu Gomez, der sagt, dass er danach mit Čech zur Dopingkontrolle musste, wo der ihn auf einmal fragte, warum er sich umentschieden habe – seitdem weiß Gomez, dass Čech, der das alles an kleinsten Körperregungen erkannt hatte, kein großer Schwafler, sondern ein großer Sportler ist.






