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Zweite Liga am Samstag : Dutt denkt an Rücktritt

  • Aktualisiert am

Robin Dutt: „Ich bin bereit, mich dieser Verantwortung zu stellen.“ Bild: dpa

Nach dem zwar turbulenten, aber in der ersten Halbzeit blamablen Spiel gegen den SV Wehen Wiesbaden kündigt der Bochumer Trainer Gespräche über seine Zukunft an.

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          Erst blamabel, dann formidabel, in der Summe labil: Der VfL Bochum hat sich in einem verrückten Zweitliga-Spiel zwar noch einmal selbst aus dem Sumpf gezogen, doch sein Trainer Robin Dutt zweifelt öffentlich an der eigenen Position. Der VfL kam gegen den SV Wehen Wiesbaden zwar nach einer furchtbaren ersten Halbzeit und einem 0:3-Rückstand zurück und schaffte in letzter Minute per Foulelfmeter noch ein 3:3.

          2. Bundesliga

          Doch Dutt stellte danach seine Zukunft beim Zweitligaklub in Frage. „Wir haben mit bislang zwei Punkten nicht das abgeliefert, was erwartet wurde. Da habe ich wohl auch einige Fehleinschätzungen gemacht“, sagte der 54-Jährige auf der Pressekonferenz nach dem Spiel am Samstag. Seine Mannschaft hatte sich phasenweise vom zuvor punktlosen Aufsteiger im eigenen Stadion vorführen lassen.

          Manuel Schäffler (10.) traf nach einem schweren Fehler von Armel Bella-Kotchap schon früh für Wehen. Maximilian Dittgen (19.) erhöhte schnell auf 0:2. Peinlich wurde es für Bochum beim 0:3 durch Schäffler (45.), dem eine unfassbare Kette individueller Fehler und Ballverluste vorausging.

          Dann immerhin drehte der VfL auf: Ulrich Bapoh (56.), Jordi Osei-Tutu (87.) und Sylvain Ganvoula (90.) belohnten einen starken Kampf mit dem nicht mehr für möglich gehaltenen Ausgleich. Daran änderte auch der späte Platzverweis für Bapoh wegen einer Tätlichkeit sah (90.+5) nichts mehr.

          Dutt entschuldigte sich im Nachgang offiziell für den Auftritt in den ersten 45 Minuten. „Ich bin bereit, mich dieser Verantwortung zu stellen. Dieser Verein kann nicht mit einem angezählten Trainer in die nächsten Wochen gehen“, fügte Dutt hinzu und kündigte für Sonntag „ein offenes und ehrliches Gespräch“ mit Sportvorstand Sebastian Schindzielorz an, „bei dem die sportliche Situation analysiert wird. Ich will nicht rumeiern und warten, bis das typisches Szenario losgeht.“ Der frühere Europapokal-Teilnehmer VfL Bochum steht mit bisher nur zwei Zählern aus vier Spielen in der Abstiegszone. Zuletzt hatten die Bochumer auch gegen Arminia Bielefeld 3:3 gespielt, dabei aber nur 0:2 hinten gelegen, und zwischendurch sogar 3:2 geführt.

          Unfassbares Spiel in Bochum: aus 0:3 noch ein 3:3 gemacht
          Unfassbares Spiel in Bochum: aus 0:3 noch ein 3:3 gemacht : Bild: dpa

          Bundesliga-Absteiger Hannover 96 hat unterdessen auch in der 2. Liga weiter Schwierigkeiten. Die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka kam gegen die SpVgg Greuther Fürth nicht über ein 1:1 (0:1) hinaus und muss sich vorerst mit einem Mittelfeldplatz begnügen.

          96 geriet unglücklich in Rückstand: Marvin Bakalorz fälschte einen Schuss von Paul Seguin unhaltbar ab (22.), die Fans pfiffen zur Pause. Unmittelbar danach glich der eingewechselte Hendrik Weydandt (47.) mit seinem ersten Ballkontakt aus.

          Spitzenreiter Arminia

          Einziger Tagessieger im Unterhaus war Arminia Bielefeld. Die Ostwestfalen setzten bei Jahn Regensburg mit einem 3:1 (1:0) ihren guten Saisonstart fort, bleiben ungeschlagen und übernahmen sogar zumindest für eine Nacht den ersten Platz. 

          Der Färinger Joan Simun Edmundsson traf in Regensburg (43.), Max Besuschkow glich für die Gastgeber aus (48.). Manuel Prietl (63.) und Reinhold Yabo (83.) stellten den Auswärtssieg sicher.

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