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K.o. in letzter Minute : Berliner Spieler im Tiefschlaf, der Trainer schlaflos

  • -Aktualisiert am

Schwere Zeiten in Berlin: Trainer Pal Dardai Bild: dpa

Je länger ein Spiel dauert, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit eines Unglücks aus Berliner Sicht. Wieder trifft der Gegner kurz vor Abpfiff. Der Trainer warnt sein Team vor den nächsten Partien.

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          Bei Hertha BSC sind die Anhänger quasi via Vereinshymne dazu verpflichtet, bis zur letzte Minute im Stadion auszuharren. Nichts mit vorzeitiger Abreise, „Nur nach Hause gehn’n wir nicht“ singt Stadtbarde Frank Zander. Dabei wäre den ohnehin leiderprobten Fans so manche Enttäuschung erspart geblieben, wären sie der Aufforderung nicht nachgekommen.

          Bundesliga

          In dieser Saison gilt bei Fußballspielen von Hertha BSC eine Faustregel, die so rein gar nicht zum ewigen Verweilen im Olympiastadion einlädt. Je länger eine Begegnung dauert, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit eines Unglücks aus Berliner Sicht. Gegen den VfL Wolfsburg verlor Hertha durch einen späten Gegentreffer noch 1:2, gegen Leverkusen gelang dem Gegner in der 90. Minute der Ausgleich (1:1).

          Wer da schon dachte, dass es schmerzhafter nicht werden könnte, der wurde nun eines Besseren belehrt. Gegen den FC Augsburg lief bereits die 97. Minute, so lange hatte Herthas Abwehr den Angriffen getrotzt und durch ein Tor des ehemaligen Augsburgers Marco Richter in Führung gelegen. Ein letzter Ball flog noch einmal in Richtung des Berliner Strafraums, fein hereingehoben zwar, aber nicht unmöglich zu verteidigen. Ein schnöder Kopfball hätte gereicht, ins weite Rund befördert, links oder rechts ins Aus, egal.

          Aber es kam wie so oft in den vergangenen Wochen. Am höchsten stieg kein Herthaner, sondern Michael Gregoritsch, der Augsburger, und siehe da, das Spiel endete 1:1. Es war die letzte Aktion des Spiels. „Wenn der Gegner mit viel Elan angreift und im letzten Moment ein Tor köpft, ist das verdient“, sagte Herthas Trainer Pal Dardai, der sich langsam in einer regelmäßig wiederkehrenden Endlosschleife vorkommen muss. „So langsam ist das kein Zufall mehr“, sagte Dardai.

          „Das war von uns ein Fehler“

          Ohne die späten Gegentore würde Hertha im gesicherten Mittelfeld stehen. Dann wäre Dardai jetzt der Mann der Stunde, gefeiert von Fans und Medien, und müsste nicht wie eine Berliner Version des Schauspielers Bill Murray zermürbt erklären, warum es doch wieder nicht geklappt hat mit den drei Punkten. „Die letzte Konzen­tration, der Wille, das Opfern für die Mannschaft, alles das, was schmerzhaft ist, müssen wir verbessern“, sagte Dardai, der seiner Mannschaft auch eine gewisse Cleverness absprach.

          Kurz vor dem Gegentreffer hatte es einen Tumult an der Eckfahne gegeben, in deren Folge Herthas Ko-Trainer Andreas Neuendorf des Feldes verwiesen wurde. „Das war von uns ein Fehler. In der 95., 96. Minute an der Eckfahne, alle rasten aus, das darfst du nicht. Da dauert es zu lange, bis du wieder zur Ruhe kommst“, sagte Dardai.

          Um selbige ist es bei Herthas Trainer aufgrund von vier sieglosen Spielen und Tabellenplatz 14. nicht gut bestellt. An gesunden Schlaf sei nach den abermals ärgerlich verlorenen Punkten nicht mehr zu denken. „Das war die erste Nacht, in der ich um drei aufgewacht bin“, sagt Dardai.

          In den folgenden Spielen gegen die direkten Konkurrenten Stuttgart und Bielefeld müsse dringend gepunktet werden. „Jetzt sind wir in einer Situation, in der wir in Stuttgart nicht verlieren dürfen und gegen Bielefeld gewinnen müssen“, sagt Dardai. Zwanzig Punkte möchte Herthas Trainer bis zum Weihnachtsfest gesammelt haben. Mit einer solchen Ausbeute würde es sich auch wieder besser schlafen lassen.

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