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Zweite Bundesliga : Fulminante Auswärtssiege von Wehen und Hannover

  • -Aktualisiert am

Befreiender Jubel: Stefan Aigner und der SV Wehen Wiesbaden siegen 6:2. Bild: dpa

Ein Kellerkind meldet sich laut zu Wort: Der SV Wehen Wiesbaden erzielt so viele Tore auswärts wie noch nie im Zweitligafußball. Hannover setzt sich dank eines deutlichen Siegs in Nürnberg aus dem Abstiegskampf ab. Nürnberger Spieler wurden vor dem Anpfiff Opfer von Drohungen.

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          Seit fünf Spieltagen hatte der SV Wehen Wiesbaden kein Zweitligaspiel mehr gewonnen. Schlimmer noch: In den vergangenen vier Begegnungen brachten die Hessen bei drei 0:1-Niederlagen und einem 1:1 nur einen Treffer zustande. Bis zum Freitagabend, denn im Duell mit dem in der Rückrunde noch vollends sieglosen VfL Osnabrück ging die Tür zu neuen Glücksgefühlen endlich wieder auf. Woran die Wehener und Trainer Rüdiger Rehm in diesem reichen Maß wohl selbst nicht geglaubt hatten, wurde auf beinahe märchenhafte Art und Weise wahr.

          Der auf den drittletzten Tabellenplatz vorangekommene SVWW gewann beim in der Rückrunde noch sieglosen Mitaufsteiger 6:2 durch drei Treffer des mit 15 Toren zweitbesten Zweitligatorjägers Manuel Schäffler (6., 26., 45 Minute) und weitere Tore von Dittgen (7.), Aigner (15.) und Kyereh (90.+2). Für Osnabrück waren Girth (3.) und Heyer (45.+1) erfolgreich. Die Wehener dürften mit Auftritten wie in Osnabrück gute Chancen besitzen, die Abstiegsgefahr zu bannen. Der nahezu verteidigungsunfähige VfL dagegen fiel bis an den Rand der Abstiegszone zurück.

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          In der Anfangsviertelstunde im Stadion an der Bremer Brücke war fast jeder Schuss ein Treffer für die entfesselten Hessen. Nach dem frühen Rückstand durch Girths Kopfball legten die Wiesbadener Stürmer los. Zunächst bestätigte Schäffler endlich mal wieder seinen Ruf als Torjäger, als er die vor sich hin schlummernde Abwehr des Mitaufsteigers mit einem Treffer aus kurzer Torentfernung aufschreckte. Dann traf mit Maximilian Dittgen der zweite Stürmer, freigespielt von Schäffler. Und schließlich war Stefan Aigner, der dritte Wehener Angreifer, per Kopf nach Dittgens Freistoß zur Stelle. Welch ein Torfestival nach Wochen ohne Lohn, in denen der SV Wehen Wiesbaden gut gespielt, aber nichts gewonnen hatte.

          Schäffler, wer sonst, schoss beim nächsten Wehener Konter das 4:1 (26.). Und schaffte mit seinem dritten Tor in einer Halbzeit auch noch einen Hattrick. Es klappte einfach fast alles beim SVWW, der sich dann mal einen Abwehrschnitzer erlaubte, den Heyer zum 2:5 nutzte. Ein vermeintlicher Foulelfmeter, der das 6:2 hätte bedeuten können (59.), war auf Empfehlung des Videoassistenten doch keiner. Schiedsrichter Kempkes nahm seine Entscheidung nach dem Zweikampf zwischen Kyereh und dem Osnabrücker Gugganig zurück. Das 6:2 fiel dann aber doch noch. Kyereh schlug in der zweiten Minute der Nachspielzeit zu.

          „Widerliche und geschmacklose Aktion in Nürnberg

          Hannover 96 ist im Duell der schon wieder bedrohten Bundesliga-Absteiger ins Mittelfeld der Zweitliga-Tabelle vorgerückt. Die Niedersachsen gewannen beim 1. FC Nürnberg am Freitag verdient 3:0 (2:0) und kletterten damit zumindest vorübergehend auf den neunten Platz. Sieben Punkte beträgt der Vorsprung auf den Relegationsplatz, für den „Club“ sind es nur noch vier.

          Mehrere Spieler der Gastgeber wurden vor dem Spiel Opfer von Drohungen. Wie der Verein mitteilte, pappten an verschiedenen Stellen rund um das Stadion Aufkleber mit teils konkreten Bedrohungsszenarien. Die Polizei ermittelt. "Wir verurteilen diese widerliche und geschmacklose Aktion aufs Schärfste", sagte Sportvorstand Robert Palikuca, "und wir werden alles dafür tun, die Verursacher zur Rechenschaft zu ziehen."

          Im Hinspiel war Hannover zu Hause mit 0:4 untergegangen, diesmal schlug sich 96 weit, weit besser: Timo Hübers (18.) mit seinem ersten Profitor, Linton Maina (27.) mit einem Linksschuss aus spitzem Winkel und Hendrik Weydandt (90.) sicherten den Sieg beim unerklärlich schwachen FCN-Team von Trainer Jens Keller.

          Erst nach dem 0:2 stabilisierten sich die Nürnberger ein wenig, sie blieben aber fast durchgehend harmlos. Auch Kellers Auswechslungen brachten keine Besserung. Hannover, das Stürmer Marvin Ducksch aus disziplinarischen Gründen aus dem Kader gestrichen hatte, verwaltete die Führung souverän. Es genügte 96, keine gravierenden Abwehrfehler zu machen.

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