Rassismus beim Schalker Chef : Tönnies und das „Weltbild eines Großwildjägers“
Es muss ziemlich ungewohnt sein für Clemens Tönnies, dass er seine Kritiker diesmal nicht mit ein paar Sätzen der Beschwichtigung ruhigstellen kann. Wenn der schwerreiche Großmetzger, der nebenbei das Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden beim FC Schalke 04 bekleidet, mit einer seiner vielen unüberlegten Äußerungen für Unruhe in seinem Fußballverein sorgte, saß er die Sache in der Regel einfach aus. Und als der damalige Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel 2015 das System der Ausbeutung von Arbeiterinnen und Arbeitern aus Osteuropa in der Fleischindustrie wohl auch in Richtung von Tönnies als „Schande für Deutschland“ bezeichnete, erklärte der wuchtige Mann aus Rheda-Wiedenbrück hemdsärmelig: „Wenn ich einen Schwachpunkt habe, gehe ich da dran. Dafür ist Tönnies bekannt. Aus. Punkt. Ende.“ Nun wurde allerdings ein – wie Tönnies vielleicht sagen würde – „Schwachpunkt“ sichtbar, der sich nicht mit einem entschlossenen „Ich gehe da dran!“ aus der Welt schaffen lässt. Tönnies ist mit einer rassistischen Bemerkung ins Gerede gekommen.
