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Nach 0:2 in Dortmund : Ingolstadt beklagt die „Riesensauerei“ beim BVB-Sieg

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„Ich kann nix dafür“: BVB-Verteidiger Sokratis (l.) hebt fast schon entschuldigend die Hände Bild: AP

Drei Fehlentscheidungen und ein Torjäger: Nach dem 2:0 über Ingolstadt feiert der BVB mit Aubameyang seinen Doppel-Torschützen. Der Aufsteiger hat für die Leistung von Schiedsrichter Winkmann dagegen einige deftige Worte übrig.

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          Für Thomas Tuchel war es „absolutes Glück“, für Ralph Hasenhüttl eine „Riesensauerei“. Die strittigen Entscheidungen von Guido Winkmann beim 2:0 (0:0) von Borussia Dortmund über den FC Ingolstadt sorgten für eine lebhafte Diskussion der Trainer. Zum Leidwesen des Ingolstädter Fußball-Lehrers schlüpfte der Referee neben dem zweifachen Torschützen Pierre-Emerick Aubameyang in die Rolle des Hauptdarstellers – zugunsten des BVB. Selbst lange nach dem Abpfiff ließ Hasenhüttl noch immer mächtig Dampf ab: „Wenn wir heute einen Spielleiter gehabt hätten, der nur halb so gut gewesen wäre wie wir, dann hätten wir garantiert etwas mitnehmen können.“

          Vor allem die skurrile Szene nach dem aus einer Abseitsposition erzieltem 1:0 von Aubameyang erhitzte die Gemüter. Denn der eigentlich irreguläre Treffer war Sekunden später auf einer Leinwand im Stadion zu sehen. Wutentbrannt, aber vergeblich wies FCI-Torhüter Ramazan Özcan den überforderten Winkmann auf die entlarvenden Bilder hin. „Dortmund war so clever und hat das Tor über die Video-Leinwand gezeigt. So viel Dummheit muss eigentlich bestraft werden“, befand Innenverteidiger Marvin Matip.

          Hast du’s nicht gesehen? Ingolstadts Hübner und Christiansen kriegen sich nicht mehr ein Bilderstrecke
          Hast du’s nicht gesehen? Ingolstadts Hübner und Christiansen kriegen sich nicht mehr ein :

          Nach dem Spiel räumte der Schiedsrichter zumindest seinen Fehler beim BVB-Führungstreffer ein, verwies aber auf die Regeln. „Fakt ist, es ist Abseits. Selbst wenn ich das Abseitstor auf der Leinwand gesehen hätte, dann hätte ich es nicht zurücknehmen dürfen. Es war eine Tatsachenentscheidung“, sagte er dem TV-Sender Sky.

          Nach großem Kampf gegen den Favoriten fühlten sich die Gäste um den verdienten Lohn gebracht. Nach ihrer Einschätzung beurteilte der Schiedsrichter aus Kerken zwei weitere wichtige Situationen falsch. Bei einer Abwehraktion des Dortmunder Weltmeisters Mats Hummels in höchster Not gegen Dario Lezcano in der 26. Minute entschied er nicht auf Elfmeter. Zudem pfiff er ein Eigentor von Hummels (66.) wegen eines angeblichen Foulspiels von Lezcano zurück.

          Tuchel zeigte Mitgefühl mit den frustrierten Ingolstädtern. „Ich finde, dass das Abseitstor von Aubameyang unstrittig ist und wir dabei absolut Glück haben.“ Doch so ganz wollte der BVB-Coach die Einschätzung seines Kollegen nicht teilen: „Die anderen beiden Situationen waren keine Fehlentscheidungen. Sie können auch anders ausgelegt werden.“

          Gleichwohl machte sich Tuchel – wie Hasenhüttl - für die Einführung des Videobeweises stark: „Ich bin absoluter Befürworter, jedes Tor zu überprüfen. Ich finde es unerträglich, dass die Vier, die das Spiel leiten, es nicht wissen. Aber jeder der ein Smartphone dabei hat, weiß es zehn Sekunden später.“

          Die Aufregung um den Schiedsrichter konnte die Laune von Aubameyang nicht trüben. Mit seinen Saisontreffern 19 und 20 (77./86. Minute) festigte Afrikas „Fußballer des Jahres“ seine Führungsposition in der Bundesliga-Torschützenliste. „Nach dem Spiel in Gladbach, wo ich nicht getroffen habe, war es wichtig, konzentriert zu bleiben und das Vertrauen der Mannschaft zu spüren“, kommentierte der Angreifer, der bisher in jedem Saison-Heimspiel traf.

          Doch trotz der beiden späten Tore wurde erneut deutlich, dass die Dortmunder zwar über eine starke erste Elf verfügen, Ausfälle von Stammkräften aber nur schwer kompensieren können. Das Fehlen der an einem Virusinfekt erkrankten Nationalspieler Marco Reus und Ilkay Gündogan kostete den Tabellenzweiten viel Kreativität. Matthias Ginter und Adrian Ramos konnten die beiden Leistungsträger nicht adäquat ersetzen. Stattdessen empfahl sich der erst 17 Jahre alte Christian Pulisic nach seiner Einwechslung: „Es war mein erster Bundesliga-Einsatz bei den Profis und eine sehr gute Erfahrung. Ein Special Moment“, schwärmte das von Tuchel hoch geschätzte Talent.

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