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FC Bayern profitiert gegen BVB : Schiedsrichter räumt Fehler im Bundesliga-Topspiel ein

  • Aktualisiert am

Schiedsrichter Daniel Siebert beim Bundesliga-Topspiel mit Thomas Müller (links) und Joshua Kimmich Bild: Reuters

Die Aufregung beim BVB nach dem Bayern-Meisterstück war immens. Nun meldet sich Daniel Siebert und spricht über den nicht gegebenen Elfmeter für Dortmund. Eine andere Fehlentscheidung ärgert ihn sehr.

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          Nach dem Dortmunder Ärger über einen nicht gegebenen Strafstoß beim Bundesliga-Gipfel in München hat Schiedsrichter Daniel Siebert einen Fehler eingeräumt. „Strafstoß wäre die richtige Entscheidung gewesen“, sagte der Referee dem „Kicker“ am Sonntag. Beim Stand von 1:2 hatte Siebert nach einer Beinschere des Bayern-Abwehrspielers Benjamin Pavard gegen Jude Bellingham im Strafraum auf Weiterspielen entschieden.

          Bundesliga

          „Im Laufduell zwischen Pavard und Bellingham setzt Pavard zur Grätsche an, um mit seinem rechten Bein den Ball vom Fuß zu grätschen. Dieser erste Versuch schlägt fehl, Pavard spielt den Ball nicht, sein Bein stellt stattdessen im Laufweg von Bellingham ein Hindernis dar. Regeltechnisch ist es ein Zufallbringen und damit ein Foul. Dass Pavard kurz danach den Ball berührt, ist irrelevant“, sagte Siebert nun nach Ansicht der Bilder.

          Borussia Dortmunds Trainer Marco Rose hatte sich nach der Partie verärgert über die Situation gezeigt. „Ich kann jetzt natürlich auch einen Purzelbaum machen, dafür kriege ich aber auch keinen Elfmeter“, hatte der Coach gesagt. Die Dortmunder verloren 1:3. Schon im Hinspiel beim 2:3 zu Hause war die Empörung beim BVB über die Schiedsrichterleistung groß. Damals hatte Felix Zwayer den Bayern einen Strafstoß gegeben, den Dortmundern aber nicht. Anschließend war die Aufregung so groß, dass sich der Referee wochenlang zurückzog.

          Auch bei einer weiteren strittigen Situation gestand Siebert, danebengelegen zu haben. Bei einem harten Einsteigen von Pavard gegen Julian Brandt hätte er „zwingend“ Gelb zeigen müssen, sagte der Schiedsrichter. „Das war der größte Fehler in diesem Spiel und über meine Bewertung dieser Szene ärgere ich mich sehr“, sagte der 37-Jährige. Pavard habe nur Brandts Knöchel getroffen. Er habe aber „im Spiel leider eine falsche Wahrnehmung“ gehabt. „Ich bin froh, dass Brandt weiterspielen konnte und sich offenbar nicht ernsthaft verletzt hat“, sagte Siebert.

          Die Bayern hatten sich durch den Erfolg im Topspiel vorzeitig ihre zehnte deutsche Meisterschaft in Serie gesichert. Nach der Führung durch Serge Gnabry (15. Minute) und Weltfußballer Robert Lewandowski (34.) verkürzte der BVB durch einen Foulelfmeter von Emre Can (52.). Jamal Musiala (83.) sorgte für den Endstand.

          Mitten im Münchner Meistertrubel kündigte BVB-Trainer Rose einen neuen Titelangriff auf Dauer-Champion FC Bayern an. „Wir reden über Fußball. Und im Fußball kann man durchaus mal zehn Jahre hintereinander Meister werden, vielleicht auch 15“, sagte er. „Aber es gibt ja immer Mannschaften, die versuchen, das zu ändern - und dazu gehören wir. Wir werden uns schütteln, wieder neu aufstellen.“

          Das ist beim designierten Zweiten nach einer Saison mit reichlich Frust in Champions League, Europa League und DFB-Pokal auch dringend notwendig. Nur das Minimalziel Königsklassen-Qualifikation wurde im ersten Jahr mit dem früheren Gladbacher Rose auf der Trainerbank erreicht. „Für heute kann man den Bayern erstmal gratulieren“, sagte Rose nach dem 1:3 und reichlich Bierduschen der gegnerischen Serienchampions: „Aber ich glaube, dass wir alle versuchen sollten, die Meisterschaft auch nächstes Jahr wieder spannend und noch spannender zu gestalten und dem deutschen Rekordmeister ein Bein zu stellen. Da wird Borussia Dortmund sicherlich einer der ersten sein, die das versuchen.“

          Der BVB arbeitet daran, wettbewerbsfähiger zu sein. Verteidiger Niklas Süle kommt ablösefrei vom FC Bayern und soll helfen, die wacklige Defensive zu stabilisieren. Die Nationalspieler Karim Adeyemi (RB Salzburg) für die Offensive und Nico Schlotterbeck (SC Freiburg) für die Abwehr gelten als weitere fixe Dortmunder Zugänge. Als mögliche Nachfolger von Torjäger Erling Haaland, dessen quälende Zukunftsfrage bald final geklärt werden dürfte, wurde schon über die Sturmtalente Hugo Ekitike (19) von Stade Reims oder Adam Hlozek (19) von Sparta Prag spekuliert.

          „Dortmund versucht, ein Stückchen aufzurüsten“, sagte der ehemalige Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge im TV-Sender Bild anerkennend. Und sie bekämen ja noch Geld durch den Haaland-Transfer in die Kasse. Der norwegische Nationalspieler kann Dortmund dank einer Ausstiegsklausel in Höhe von 75 Millionen Euro nach dieser Saison vorzeitig verlassen. Manchester City soll im Rennen um den wiederholt verletzten Sturmriesen in der Pole-Position liegen. „Ein Wechsel von Erling Haaland in die Premier League wäre für uns nicht absolut überraschend“, sagte Sportdirektor Michael Zorc bei Sky.

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