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Siegfried „Siggi“ Dietrich : Wieder am Ball bei der Eintracht

  • -Aktualisiert am

Die Zukunft im Blick: Siegfried Dietrich Bild: dpa

Neue Kraft, große Ziele: Sportdirektor Siegfried Dietrich hat nach seiner Auszeit vom Fußballgeschäft mit den Eintracht-Fußballfrauen viel vor. Und das dürfte nicht nur für die Bundesliga gelten.

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          Ein „besonderer, ja ein ergreifender Moment“ sei es gewesen, erzählt Siegfried Dietrich, als er neulich zum ersten Mal wieder vor der Mannschaft stand. Beim Trainingsauftakt für die Vorbereitung auf die neue Saison der Frauenfußball-Bundesliga war das. Auf einem perfekt getrimmten Grün im Stadtwald, dahinter die aufragende Fassade der Arena. Für Dietrich, für den eigens mal der Titel „Mister Frauenfußball“ geprägt worden ist, sind das immer noch Bilder mit hohem Symbolgehalt. Dass die besten Fußballspielerinnen der Stadt nicht nur den Adler auf dem Trikot tragen, sondern auch alltags von der Infrastruktur profitieren.

          Jahrelang hat Dietrich als Manager und Entscheider beim 1. FFC Frankfurt darauf hingearbeitet. Als die Fusion geglückt (oder wie Dietrich zu sagen pflegt: die Hochzeit gefeiert) war, hat auch der unverwüstliche 64-Jährige gespürt, wie das jahrelange Wirken als Hans Dampf in allen Gassen des Frauenfußballs bei ihm Spuren hinterlassen hat. Der Sportdirektor der Frauenfußballsparte nahm sich eine viermonatige Auszeit.

          „Konsequent durchgezogen“ habe er diese, wie er sagt. Er war nicht permanent per E-Mail und Telefon erreichbar, sondern habe die Geschäfte ruhen lassen. „Ich habe auf die Signale meines Körpers gehört. Wenn man diese übergeht, dann bestraft man sich selbst. Ich habe viel Kraft tanken können, mich in den vergangenen Wochen sukzessive wieder in den Betrieb integriert“, sagt Dietrich. Das habe er auch der Mannschaft im Kreis auf dem Rasen geschildert. Warum er ausgesetzt habe und dass wieder mit ihm zu rechnen sei. Auch wenn er es zunächst „langsam angehen lassen“ mag.

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          Zu FFC-Zeiten, als alles über seinen Schreibtisch lief, wäre sein Fehlen nicht zu kompensieren gewesen. Nun in den Strukturen der Eintracht hatte Vorstandssprecher Axel Hellmann den Frauenfußball zur Chefsache auf Zeit erklärt. Auch bei Sportvorstand Markus Krösche, so Dietrich, spüre er in den Gesprächen Wertschätzung für die Belange der SGE-Frauenteams.

          Dietrich jedenfalls ist wieder in seinem Metier. Die vorzeitige Verlängerung des bis Mitte 2022 laufenden Vertrages mit Cheftrainer Niko Arnautis steht auf der Agenda. Ein Trainingslager muss organisiert werden. Und sportlich steht von Ende August an eine wegweisende Spielzeit bevor für die Bundesligamannschaft. Das Jahr zwei nach der Fusion, so der Tenor in den vergangenen Monaten, soll einen Aufschwung bringen. Soll möglichst die lange Zeit ohne internationale Spiele am Main beenden.

          Dafür braucht es mindestens Rang drei, der die Qualifikation für die Champions League brächte. Dietrich will zwar noch nichts wissen von einem festgelegten Saisonziel und keinen Druck erzeugen. Aber wenn man davon ausgeht, dass sich an der Ligaspitze mit den enteilten Teams aus München und Wolfsburg nichts ändert, sollte die Eintracht den Wettbewerb mit Turbine Potsdam, womöglich weiter aufstrebenden Leverkusenerinnen und der TSG Hoffenheim, die erstmals die Doppelbelastung mit internationalen Einsätzen zu verkraften hat, nicht scheuen.

          Auch wenn die SGE-Verantwortlichen die vergangene Saison mitsamt der Steigerung in der Rückrunde öffentlich als zufriedenstellend bezeichneten, gab Rang sechs mit mehr verlorenen als gewonnenen Partien ein in Summe schwaches Tabellenbild ab. Mit der Verpflichtung von Nationalstürmerin Nicole Anyomi (SGS Essen) und der Nachwuchstorhüterin Hannah Johann (Würzburger Kickers) war die Eintracht auf dem Transfermarkt eher defensiv unterwegs bislang. Das könnte sich noch ändern, auch weil die Stammkräfte Tanja Pawollek und Geraldine Reuteler ihre Kreuzbandrisse noch nicht auskuriert haben.

          Das aktuelle olympische Frauenfußball-Turnier ist auch ein Schaufenster für die Führung der Eintracht-Frauen. Wenngleich Dietrich sagt: „Wir wollen weiter vorrangig auf die Spielerinnen setzen, die wir in den vergangenen Jahren weiterentwickelt haben. Sie sollen weiterhin das Herz der Mannschaft bilden und die Leistungsträgerinnen der Zukunft sein.“

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