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3:1 in Leipzig : Dortmund dreht auf im Topspiel

  • -Aktualisiert am

Erling Haaland lässt sich von den Kollegen beglückwünschen. Bild: Reuters

Nach der Niederlage des FC Bayern wollte Leipzig vorbeiziehen und Platz eins der Bundesliga erobern. Die Mission scheitert krachend im Topspiel. Dortmund siegt nach einer starken zweiten Halbzeit, sorgt sich aber um einen Spieler.

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          Zu den vielen Menschen, die den Jahreswechsel herbeigesehnt haben, dürfte auch Jadon Sancho gehört haben. Die zweite Hälfte von 2020 war nicht seine, keine Tore, keine Form, die Reputation litt. Davon ist im Januar keine Rede mehr, mit einem Tor und einer Vorlage trug der 20 Jahre alte Engländer maßgeblich dazu bei, dass Borussia Dortmund das Spitzenspiel bei RB Leipzig 3:1 gewinnen konnte. Bereits am vergangenen Wochenende hatte Sancho gegen Wolfsburg (2:0) getroffen.

          Bundesliga

          Dem BVB ist nach der verkürzten Weihnachtspause damit ein perfekter Start gelungen. Zwei Siege gegen direkte Konkurrenten tragen dazu bei, dass die Dortmunder plötzlich wieder zurück sind im Kampf um die Meisterschaft. Borussias Rückstand auf Tabellenführer FC Bayern beträgt noch fünf Punkte. Leipzig konnte dagegen den Patzer der Münchner in Gladbach (2:3) nicht ausnutzen und verpasste den Sprung auf Platz eins.

          „Jeder von uns weiß, dass es heute ein ganz wichtiges Spiel war. Ein Spiel, nach dem man sehen kann, in welche Richtung es in diesem Jahr gehen wird“, sagte Dortmunds Mittelfeldspieler Emre Can bei Sky. „Deshalb war es entscheidend, heute zu gewinnen.“ Der Sieg habe dem BVB „extrem gutgetan“. Kapitän Marco Reus ergänzte: „Das war heute ein deutlicher Schritt nach vorne von uns, von mir persönlich auch.“

          Auch Trainer Edin Terzic war glücklich: „Wir wussten, dass dies ein sehr wichtiges Spiel werden würde. Das ist ein großer Schritt in die
          richtige Richtung, den wir mit vielen kleinen Schritten erreicht haben“, sagte er. „Wir haben insgesamt 112 Fehlpässe gespielt – davon gefühlt 110 in der ersten Halbzeit. Das haben wir zum Glück in den Griff bekommen.“

          Sein Kollege Julian Nagelsmann war enttäuscht: „Es waren zwei verschiedene Halbzeiten. In der ersten hatten wir viel den Ball, aber uns hat etwas die Tiefe gefehlt“, sagte der Leipziger Coach. „In der zweiten Halbzeit haben wir viele gute Dinge aus der ersten nicht mehr gemacht. Da hatten wir nicht mehr so die Struktur. Wir hatten zu viele Ballverluste, und die hat Dortmund genutzt.“

          Anders als in den Wochen vor der Pause wirkte Leipzig verkrampft und fand nie wirklich ins Spiel. In der ersten Halbzeit neutralisierten sich beide Mannschaften noch weitestgehend, echte Torchancen gab es nicht. RB kam zwei, drei Mal gefällig vor das Dortmunder Tor, meist aber war der letzte Pass zu ungenau.

          Beim BVB ging zunächst nicht viel, was auch daran lang, dass Erling Haaland kaum in Erscheinung trat. Lediglich fünf Ballaktionen verzeichnete der Norweger in der ersten Hälfte. Das änderte sich schlagartig nach dem Seitenwechsel. Zuerst war es aber Marco Reus, der einen Warnschuss abgab (49.). Nur wenig später nahm Haaland nach einem Einwurf Tempo auf, Reus leitete mit der Hacke weiter und Sancho vollendete frei vor dem Tor (56.).

          Die Dortmunder Offensive war nun in Spiellaune, Sancho bediente Haaland, der den Ball kraftvoll an die Latte jagte (65.). Beide bekam Leipzig nicht mehr in den Griff, vor dem 2:0 flankte Sancho auf Haaland, der den Ball per Kopf über die Linie drückte (71.). Beim 3:0 (84.) kam die Vorlage von Reus. Leipzig gelang nur noch der Anschlusstreffer durch den eingewechselten Alexander Sörloth (89.).

          Allerdings nahmen die Dortmunder auch eine Sorge mit aus Leipzig. Axel Witsel musste früh verletzt vom Platz. Trainer Terzic hofft dennoch auf die schnelle Rückkehr. Es gebe aber noch keine Diagnose, sagte Terzic bei Sky. „Es geht darum, dass er so ein bisschen die Achillessehne gespürt hat. Wir hoffen, schnellstmöglich Auskunft zu bekommen und dass es nicht so lange dauern wird.“ Der 31 Jahre alte Belgier hatte in Leipzig in der 30. Minute den Platz verlassen müssen, für ihn kam Can in die Partie.

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