https://www.faz.net/-gtm-9qhpe

Zweite Bundesliga : Dutt nicht mehr Trainer des VfL Bochum

  • Aktualisiert am

Aus und vorbei: Robin Dutt ist nicht mehr Trainer beim VfL Bochum. Bild: dpa

Nach dem Spiel am Samstag stellte er sich selbst in Frage. Nun trennen sich Robin Dutt und der VfL Bochum. Erzgebirge Aue ist schon einen Schritt weiter und präsentiert seinen neuen Trainer.

          2 Min.

          Der zweite Trainerwechsel in der zweiten Fußball-Bundesliga ist nach nur vier Spieltagen perfekt: Der VfL Bochum und Robin Dutt gehen fortan getrennte Wege. Ein Nachfolger steht noch nicht fest. „Im Gesamtzusammenhang kommt der VfL zu dem Ergebnis, dass die Mannschaft dem Trainer nach den Vorgängen des Wochenendes und seinem öffentlichen Statement nicht mehr weiterhin vorbehaltlos gefolgt wäre. An dem Punkt ist der VfL zu der Überzeugung gekommen, dass das Team einen neuen Impuls braucht“, teilte der VfL am Montag mit.

          2. Bundesliga

          Vor einer Woche hatte sich Erzgebirge Aue bereits von Coach Daniel Meyer getrennt. Am kommenden Spieltag muss Bochum am Montagabend beim noch ungeschlagenen VfB Stuttgart antreten. Wer den VfL dann betreut, ist noch nicht klar. Am Samstag hatten die Bochumer nach einem 0:3 zur Pause gegen den bis dahin punktlosen Aufsteiger SV Wehen Wiesbaden beim 3:3 zwar noch einen Zähler geholt. Allerdings hinkt der Traditionsclub aus dem Ruhrgebiet mit nur zwei Punkten den Ansprüchen weit hinterher. Anschließend hatte sich Dutt bei der viel beachteten Pressekonferenz sogar selbst infrage gestellt.

          „Wenn meine Mannschaft so auftritt wie in der ersten Halbzeit, zum Teil wirklich schlecht spielt, dann haben wir Fehleinschätzungen gemacht. Der Verein kann nicht mit einem angezählten Trainer in die nächsten Wochen gehen“, hatte der 54-Jährige unmittelbar nach dem Spiel gesagt. Und am Sonntag antwortete der 54-Jährige im Sky-Interview auf die Frage, ob sich die Klub-Verantwortlichen Gedanken über seine Zukunft machen müssten: „Spätestens jetzt sollten sie es tun, wenn ich es schon tue.“

          Der VfL sprach am Montag von einem „völlig überraschenden“ Vorgang des Trainers, der bis dahin immer das Vertrauen gehabt habe. Allerdings hatte Torhüter Manuel Riemann interne Probleme offenbart und die Autorität des Trainers untergraben, indem er nach dem 3:3 am Samstag öffentlich behauptet hatte, zusammen mit Kapitän Anthony Losilla in der Halbzeitpause die Taktik für die Aufholjagd in der zweiten Hälfte ausgegeben zu haben. Zudem berichtete Riemann über nicht geahndete Verfehlungen einiger Mitspieler.

          Der Klub sah sich daraufhin zu klärenden Gesprächen aufgerufen. „Nicht nur zwischen Trainer und Geschäftsführung, auch mit der Vereinsführung“, wie der VfL mitteilte. Zu einem Gespräch mit dem Präsidium habe Dutt am Montag „aber nicht zur Verfügung“ gestanden. Offensichtlich folgte daraufhin endgültig der Beschluss, sich sofort von Dutt zu trennen. Für Dutt war der Job in Bochum die vierte Trainerstation im deutschen Profifußball. Zuvor stand er bereits beim SC Freiburg, Bayer Leverkusen und Werder Bremen unter Vertrag. Kurzzeitig war er außerdem Sportdirektor beim Deutschen Fußball-Bund (DFB).

          Dirk Schuster ist neuer Cheftrainer beim FC Erzgebirge Aue. Der 51 Jahre alte Fußball-Lehrer wurde am Montag als Nachfolger des am 19. August beurlaubten Daniel Meyer vorgestellt. „Ich bin ein Kind der Region und freue mich auf die Aufgabe. Ich möchte mit meinem Trainerteam die Mannschaft und den Verein weiterentwickeln. Die Zweite Liga muss die Heimat für Erzgebirge Aue sein“, sagte Schuster. Er erhält einen Vertrag bis einschließlich 30. Juni 2022. Außerdem bringt Schuster seinen langjährigen Ko-Trainer Sascha Franz mit ins Erzgebirge. „Wir wollten einen erfahrenen Trainer mit Stallgeruch verpflichten. Das ist uns mit Dirk Schuster gelungen“, erklärte Vereinspräsident Helge Leonhardt bei einer Pressekonferenz.

          Schuster kann als Trainer unter anderem auf die Erfahrung von 48 Erst- und 73 Zweitliga-Partien zurückgreifen. Zuletzt trainierte er den Ligakonkurrenten SV Darmstadt 98, wurde dort aber im Februar nach einer negativen Serie von nur einem Sieg aus zehn Spielen freigestellt. Mit den Hessen hatte er zwischen 2013 und 2015 den direkten Durchmarsch von der dritten Liga in die Bundesliga geschafft und sich dadurch deutschlandweit einen Namen gemacht. 2016 wurde der in Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) geborene Schuster sogar zum „Trainer des Jahres“ gewählt.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.