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Rückschläge zum Jahresstart : Die Eintracht wirft Big Points weg

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So ein Ärger: Die Eintracht verpasst gegen Dortmund die Chance zum Sieg. Bild: EPA

Statt eines Achtungserfolgs gibt es für die Eintracht nur viele Komplimente. Eine Sache wiegt schwerer als die Niederlage gegen Dortmund. Dazu macht Corona dem Verein mehr zu schaffen als anderen.

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          Es hat nicht viel gefehlt und die Eintracht wäre mit einem Achtungsergebnis ins neue Jahr gestartet. So aber gab es nach dem Duell mit den Dortmundern, die sich über einen Tick mehr Spielglück freuen konnten, nur eine Menge Komplimente für die Verlierer. Die Frankfurter müssen sich über die Art und Weise, wie sie die Big Points liegen gelassen haben, ärgern. Sie hätten mit einem Sieg auf den fünften Platz klettern können.

          Bundesliga

          Mit der selbst verschuldeten Niederlage wurde der Aufstieg in der Tabelle gestoppt. Solche Enttäuschungen können im Mai, wenn endgültig abgerechnet wird, richtig schmerzen. Glasners Team schlug sich – zumal in Anbetracht der Corona-Wirrungen – wacker. Mit Sow, Touré, Durm und Da Costa fehlten nach positiven Tests beziehungsweise Verdachtsfällen vier Profis; zudem lief mit Lindström, Jakic und Pacienica ein Trio auf, das sich zuletzt in Quarantäne befand und nur individuell trainieren konnte.

          Der zweite Virus-Winter setzt der Bundesliga hart zu, und auch die Eintracht wird froh sein, wenn der Ausnahmezustand ein Ende findet. Corona macht dem Verein mehr zu schaffen als vielen Bundesliga-Mitbewerbern. Das Frankfurter Stadionerlebnis, dem ehedem 50.000 Besucher beiwohnten, die für einen Hintergrundsound sorgten, der auf die Akteure des Eintracht-Teams beflügelnd wirkte, gibt es in dieser Form bald zwei Jahre nicht mehr.

          Die wirtschaftlichen (und damit sportlichen) Kollateralschäden der Pandemie werden weit über die Marke von 45 Millionen Euro hinausgehen, die der Klub in einer vorläufigen Bestandsaufnahme veranschlagte. Seine Handlungsfähigkeit ist schon heute eingeschränkt. Aktuell zehrt der Klub vom Polster, das er sich in besseren Tagen seit 2017 aufbaute. Aber das Geld ist bereits knapp, um in dieser Transferperiode adäquat nachzubessern. Angebracht wäre es, zumal in der Offensive die Gestaltungsmöglichkeiten limitiert sind, wie es gegen Dortmund mit der Einwechslung des bemitleidenswerten Lammers sichtbar wurde.

          Bis vor kurzem wollte sich die Eintracht noch als Adresse etablieren, die Talente aus aller Welt anlockt, die später lukrativ weiter veräußert werden können. Mit der unrühmlichen Geschichte um Blanco, der vor sechs Monaten als Versprechen für die Zukunft gepriesen wurde, danach in der Versenkung verschwand und nun die Chance ergriff, um schnell wieder wegzukommen, dürften sich die Hoffnungen auf eine überzeugende Kopie des „Dortmunder Wegs“ vorerst erledigt haben. Der Abgang des Spaniers wurde vor dem Anstoß gegen den BVB mit einem dürren Siebenzeiler verkündet. Dieser Rückschlag in der Strategieplanung wiegt schwerer als die Niederlage vom Samstag.

          Marc Heinrich
          Sportredakteur.

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