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Winfried Schäfer über Iran : „Der politische Fußball geht nicht mehr weg“

„Sie wissen, was möglich ist“: Irans Nationalspieler vor dem Spiel gegen England Bild: Imago

Winfried Schäfer hat als Fußballtrainer in Iran gearbeitet. Er spricht über den inhaftierten Profi Vouria Ghafuri, den Einfluss des Regimes, eine Alternative zur FIFA und das Duell mit den USA.

          6 Min.

          Herr Schäfer, von Herbst 2017 bis Frühjahr 2019 haben Sie den FC Esteghlal in Teheran trainiert. Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie an Ihren damaligen Spieler Woria Ghafuri denken? Er saß tagelang in Haft, wurde am Dienstagmorgen gegen Kaution freigelassen.

          Christoph Becker
          Sportredakteur.

          Ich mache mir Sorgen und habe über Freunde Kontakt mit seiner Familie aufgenommen. Woria ist ein großartiger Mensch. Er hat schon immer hohe Ansprüche an sich selbst und an sein Team gestellt. In der Vergangenheit kritisierte er immer wieder die Politik, allerdings ohne das Regime direkt anzugreifen. Ich erinnere mich an zwei Momente, in denen er, als ich in Iran war, seine Position als einer der beliebtesten Spieler des Landes nutzte, um auf Missstände hinzuweisen. Einmal ging es um Erdbebenopfer, einmal um verschmutztes Grundwasser, das in einer Provinz zu einer ernsten Gesundheitskrise führte. Vergangene Woche wurde er, vor den Augen seiner Kinder, nach dem Training mit seiner Mannschaft verhaftet.

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