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Sieg in Verlängerung : Ukraine zieht überraschend ins EM-Viertelfinale ein

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Überschwänglicher Jubel: die ukrainischen Spieler mit ihrem Torschützen Oleksandr Zinchenko (Mitte) Bild: AFP

Deutschland-Bezwinger England bekommt es bei der EM mit der Ukraine zu tun. Der Siegtreffer gegen Schweden fällt erst in der Nachspielzeit der Verlängerung. Überschattet wird die Partie von einem heftigen Foul.

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          Die Ukraine hat für den nächsten Überraschungscoup bei der Fußball-Europameisterschaft gesorgt und ist erstmals seit der WM 2006 in ein Viertelfinale eingezogen. Zum Abschluss der Achtelfinals gewann das Team des früheren Stürmer-Stars Andrej Schewtschenko am Dienstagabend in Glasgow mit 2:1 (1:1, 1:1) nach Verlängerung gegen Schweden mit dem überragenden Leipziger Emil Forsberg. Alexander Sintschenko (27.) hatte den Außenseiter vor 9221 Zuschauern im Hampden Park in Führung gebracht, die Forsberg (43.) mit seinem vierten Turniertreffer ausglich.

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          In Überzahl gelang Artjom Dowbik (120.+1) der Siegtreffer, nachdem der Schwede Marcus Danielson (98.) wegen groben Foulspiels nach Videobeweis Rot gesehen hatte. In der Runde der letzten Acht spielt die Ukraine nun am Samstag (21.00 Uhr) in Rom gegen Deutschland-Bezwinger England.

          Die Schweden hatten vor allem dank des formstarken Forsberg als Erster die Gruppe E mit zwei Siegen gegen Polen und die Slowakei sowie einem Remis gegen den Viertelfinalisten Spanien gewonnen. Erstmals bei diesem Turnier stand in Glasgow Stürmer Dejan Kulusevski in der Startelf und ersetzte den Mainzer Profi Robin Quaison. Der 21-Jährige von Juventus Turin war zunächst wegen einer Corona-Infektion ausgefallen, hatte dann aber als Einwechsler beim 3:2 gegen Polen für reichlich Schwung gesorgt.

          Die Ukraine hingegen kam als einer der vier besten Gruppendritten ins Achtelfinale. Dafür hatte dem Team von Trainer Andrej Schewtschenko ein 1:0 gegen Nordmazedonien gereicht. Überraschend verzichtete der frühere Stürmer im ersten K.o.-Spiel für die Ukraine auf Schlüsselspieler Ruslan Malinowski von Atalanta Bergamo. Dennoch kam der Achtelfinal-Neuling zur ersten großen Tormöglichkeit der Partie. Der frühere Dortmunder Andrej Jarmolenko legte auf Sturmpartner Roman Jaremtschuk vor, dessen Schuss jedoch Schwedens Schlussmann Robin Olsson meisterlich parierte.

          Beim bislang einzigen Aufeinandertreffen beider Mannschaften bei einer EM hatte der damalige Ko-Gastgeber Ukraine 2012 in Kiew das Gruppenspiel mit 2:1 unter anderem durch ein Tor von Schewtschenko gewonnen. In Glasgow hatte dessen Elf zunächst Vorteile beim Ballbesitz. Die Schweden kamen zwar durch ihr Offensivtrio Forsberg, Kulusevski und Alexander Isak einige Mal vor das Tor der Ukraine, blieben dabei aber harmlos. Im Gegensatz zum Außenseiter. Als Kapitän Jarmolenko im Strafraum den Ball von rechts nach links schlenzte, war dort Alexander Sintschenko vollkommen frei und überwand Olsson mit einem strammen Schuss (27.).

          Bandagiert und gestützt vom Feld: Artem Besedin
          Bandagiert und gestützt vom Feld: Artem Besedin : Bild: AFP

          Der Gegentreffer wirkte auf die Skandinavier wie ein Weckruf. Angetrieben von dem unermüdlichen Forsberg drängten die Schweden auf den Ausgleich. Und der Leipziger Mittelfeldstratege überwand auch die von den zahlenmäßig überlegenen Fans angefeuerte Defensive der Ukrainer. Kurz vor der Pause bekam Forsberg den Ball vor dem Strafraum und zog beherzt ab. Sein Schuss wurde noch abgefälscht und schlug unhaltbar im Netz ein. Für den 29-Jährigen war es bereits der vierte Turniertreffer.

          Die erste Chance nach Wiederanpfiff hatte die Ukraine. Wieder trieb Jarmolenko den Ball auf der rechten Seite nach vorn, legte auf Sergej Sidortschuk vor, der an den Pfosten schoss (55.). Nahezu im Gegenzug schoss auch Forsberg (56.) nach einem Konter mit einem feinen Schlenzer an den Pfosten. Mit zunehmender Spielzeit drängten die Skandinavier die Ukraine immer mehr in die Defensive. In der 69. Minuten fasste sich erneut der Leipziger ein Herz, doch sein Schuss prallte gegen die Torlatte. Doch bis zum Ende der regulären Spielzeit gelang keinem der beiden Kontrahenten mehr ein Treffer, auch weil bei den meisten Akteuren sichtbar die Kräfte schwanden.

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