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Formel 1 in Monza : Vettel verliert erst den Flügel – dann das Rennen

Achtung, Gegenverkehr: Vettel kommt in der ersten Runde vom Kurs ab. Bild: Imago

Wieder nichts mit einem Heimsieg von Ferrari. Bei einem Duell kurz nach dem Start in Monza geht Hamilton gegen Vettel als Sieger hervor. Der Deutsche wird Vierter.

          Wer sieht nun rot? Zuerst einmal viele, viele Zuschauer im Autodromo Nazionale von Monza. Sie pfiffen den Sieger aus. Seit acht Jahren wartet Ferrari auf einen Sieg beim Großen Preis von Italien. Die Scuderia und ihre Fans müssen ein weiteres Jahr warten. Denn der Sieger des Sonntags fuhr wieder in Silber. Lewis Hamilton hat das Rennen im Mercedes auf dem Hochgeschwindigkeitskurs im Königlichen Park gewonnen, sein 68. Grand-Prix-Sieg, der sechste in dieser Saison. Dafür bekam der Engländer ein geteiltes Echo: „You are the man“, gratulierte ihm sein Team. Bei der Siegerehrung bekam „der Mann des Tages“ die Pfiffe der Fans zu hören. „Die negativen Reaktionen treiben mich an“, war seine Antwort.

          Zweiter wurde Kimi Räikkönen im Ferrari vor Hamiltons Teamkollegen Valtteri Bottas und Sebastian Vettel. Der Deutsche, Ferraris Frontmann, erlebte im Kampf um die Weltmeisterschaft in Italien einen schweren Rückschlag.

          Schon der Samstag war nicht nach Vettels Geschmack verlaufen, denn Räikkönen, nicht er, war auf die Pole Position gerast, mit einem Schnitt von mehr als 263 Stundenkilometern und der schnellsten Runde, die Monza und die Formel 1 je gesehen haben. Als erster Ferrari-Pilot seit 2010 – und 15 Jahre, zwei Monate und vier Tage, nachdem ihm im Sommer 2003 auf dem Nürburgring seine erste schnellste Qualifikationsrunde gelungen war. Eine derart lange Zeitspanne übertrifft den bislang vom Brasilianer Rubens Barrichello gehaltenen Rekord zwischen der ersten und der jüngsten Pole um rund zwei Wochen. Vettel mag der WM-Kandidat der Scuderia sein, doch Räikkönen ist der Liebling vieler Fans, auch in Monza. Entsprechend fiel der Jubel aus am Samstag – außer bei Vettel. Allein: eine Weiterbeschäftigungsgarantie ist auch der augenfällige Formaufschwung des beinahe 39 Jahre alten Finnen nicht. Bleibt er kommendes Jahr bei Ferrari oder nicht? In Monza schwankte das Barometer wild hin und her, ohne klaren Ausschlag.

          Früh ausgebremst: Sebastian Vettel

          Hamilton war die Richtung klar. „Ich setze mir ein Ziel und dann will ich es erreichen“, hatte er vor der Fahrerparade gesagt. In Monza hatte der Weltmeister gleich zwei Ziele, beide rot, beide schnell, beide gut gestartet. Vettel zog neben Räikkönen, doch durch die erste Schikane ging es auf den ersten drei Positionen unverändert: Räikkönen vor Vettel und Hamilton. Bei der Zufahrt auf die zweite Schikane schwand die Geduld. Vettel versuchte es noch einmal bei Räikkönen, doch der Mann mit dem größten Geschwindigkeitsüberschuss war Hamilton. Vettel bemerkte, dass er angegriffen wurde, doch der Mercedes schob sich vorbei. Vettel verteidigte sich, bremste spät. Ein kollektiver Aufschrei auf den Tribünen. Der Ferrari drehte sich, touchierte den Mercedes, Hamilton konnte weiter fahren, als Zweiter hinter Räikkönen. Die Fernsehbilder zeigten, dass Vettel einen neuen Frontflügel brauchen würde, doch Vettel hatte Glück im Unglück. Das Safety Car rückte aus und hielt das Feld drei Runden lang zusammen. Vettel jagte als Letzter hinterher.

          „Ich habe versucht, zu attackieren“, erklärte Vettel nach dem Rennen die entscheidende Situation. „Es war mir nicht klar, wo Lewis hinwollte, ich hatte dann keinen Platz mehr und Pech. Ich habe Teile verloren und mich gedreht. In dem Moment hat man nicht viel Zeit. Ich habe gesehen, dass es eng wird, habe zurückgezogen, aber wer so eingekeilt wird, der hat keinen Grip mehr. Wir hatten Pech, dass es uns so erwischt hat. Ich wusste dann, dass es ein bisschen gelaufen war.“

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