https://www.faz.net/-gtl-962kv

Olympia-Aus für Björndalen : „Der Tag musste kommen, und jetzt ist er hier“

  • Aktualisiert am

Doch nicht für immer jung: Ole Einar Björndalen Bild: dpa

Die Norweger nominieren Biathlon-Altstar Ole Einar Björndalen nicht für Pyeongchang. Auch Gabriela Koukalova fehlt bei Olympia, aber nicht, weil sie schwanger wäre.

          2 Min.

          Die einmalige Karriere von Weltklasse-Biathlet Ole Einar Björndalen neigt sich dem Ende zu. Der 43 Jahre alte Norweger wurde nicht für die Olympischen Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang nominiert und wird auch beim Weltcup in Antholz in dieser Woche nicht mehr starten.

          Björndalen reagierte enttäuscht: „Ich glaube, ich hätte in Form kommen können bis Olympia“, sagte er dem Fernsehsender TV2. „Es ist blöd, dass ich nicht dabei sein kann.“ Zugleich räumte der Biathlon-König ein: „Der Tag musste kommen, und jetzt ist er hier.“ Norwegen schicke auch ohne ihn eine sehr starke Mannschaft nach Südkorea.

          Der erfolgreichste Winter-Olympionike der Sportgeschichte wurde vom norwegischen Verband nicht aufgestellt. „Er hat die Bedingungen leider nicht erfüllt, und es gibt andere Läufer in der Mannschaft, die sich besser präsentiert haben“, erklärte der Sportchef im Nationalen Olympischen Komitee (NOK), Tore Övrebö. Björndalen war in dieser Saison im norwegischen Team hintergelaufen und hatte als bestes Resultat nur einen 18. Platz erreicht. Norwegen fährt mit Johannes Thingnes Bö, Tarjei Bö, Emil Hegle Svendsen, Lars Helge Birkeland, Erlend Bjöntegaard und Henrik L'Abbe Lund nach Südkorea.

          Zum ersten Mal seit 1992 finden Olympische Winterspiele ohne Björndalen statt. Es wären seine siebten Spiele in Serie gewesen. „Das trifft alle, die sich für Wintersport interessieren“, sagte Övrebö. Es sei eine schwere Entscheidung gewesen. Das NOK habe den Entschluss des Biathlon-Verbands lange diskutiert, am Ende aber zugestimmt. Auch er persönlich bedauere, dass Björndalen sich nicht qualifiziert habe, sagte der Sportchef. Er werde für immer einen großen Platz in der norwegischen Sportgeschichte einnehmen.

          Der Skandinavier gewann in seiner Karriere achtmal olympisches Gold, dazu 94 Weltcuprennen, 20 WM-Titel und insgesamt 45 WM- und 13 Olympia-Medaillen. Vor vier Jahren feierte er in Sotschi mit fast 40 Jahren neben Sprint-Gold auch mit der Mixed-Staffel den Sieg.

          Am 27. Januar wird der mit der dreimaligen Olympiasiegerin Darja Domratschewa verheiratete Björndalen 44 Jahre alt. Während der Spiele in Pyeongchang wird „König Ole“ nun viel Zeit für das gemeinsame Töchterchen Xenia haben.

          Nicht schwanger, aber auch nicht bei Olympia: Gabriela Koukalova

          Auch die tschechische Star-Biathletin Gabriela Koukalova wird in Pyeongchang fehlen. Der nationale Biathlonverband hatte bereits am Freitag mitgeteilt, dass die 28-Jährige wegen andauernder Probleme mit der Wadenmuskulatur nicht an den olympischen Wettbewerben teilnehmen kann. „Mein Traum von Olympia ist zerflossen“, sagte die tschechische „Sportlerin des Jahres“ 2017. Sie sei derzeit nicht in der Lage, dem Tempo standzuhalten. „Man muss sich in den Wettbewerben mit höchster Intensität bewegen - das halte ich Moment nicht länger als ein paar Minuten aus“, erläuterte die zweimalige Silbermedaillengewinnerin von Sotschi. Die Gesundheit stehe für sie an erster Stelle.

          Sie sei nicht schwanger, sagte die Ehefrau des Badminton-Profis Petr Koukal und trat damit Spekulationen in den sozialen Netzwerken entgegen. „Zu den Olympischen Spielen fährt man nicht aufgrund von Erfolgen aus der Vergangenheit oder wegen des Namens“, betonte sie.

          Koukalova, vor zwei Jahren Siegerin des Gesamtweltcups, hatte bei der WM 2017 in Hochfilzen vor Laura Dahlmeier den Titel im Sprint geholt. Vor der Saison galt sie als Hauptkonkurrentin der 24-Jährigen aus Garmisch-Partenkirchen.

          Weitere Themen

          „Das ist kein Weltuntergang“

          Super-G in St. Moritz : „Das ist kein Weltuntergang“

          Deutschlands beste Skirennfahrerin Viktoria Rebensburg verpasst nach ihrem Sieg im Super-G einen weiteren Podestplatz. Kira Weidle fährt in St. Moritz auf Rang 19. Trainer Graller ist dennoch zufrieden.

          Topmeldungen

          Kreuzung an der Taunustor Ecke Große Gallusstraße

          Brexit-Banker in Frankfurt : Liebe auf den zweiten Blick

          Der Goldman-Sachs-Banker Jens Hofmann ist wegen des Brexits von der Themse an den Main gezogen. Seiner Rückkehr in die Heimat kann er einiges abgewinnen – wie auch dem Wahlerfolg von Boris Johnson.
          Typischer Fall: Ein handelsüblicher Rauchmelder unter der Decke

          Nervig und nützlich : Wenn der Rauchmelder piept

          Seit rund fünf Jahren sind die meisten Deutschen mit Rauchmeldern in ihren Privatwohnungen konfrontiert. Und Konfrontation ist das richtige Wort. Es piept zur Unzeit. Immer wieder. Wir haben uns einmal umgehört.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.