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Biathlon-Weltcup : Dahlmeier zurück im Gelben Trikot

  • Aktualisiert am

Die Spitze im Visier: Laura Dahlmeier gewinnt in Antholz über 15 Kilometer. Bild: dpa

Laura Dahlmeier holt sich in Antholz mit ihrem vierten Saisonsieg die Führung im Gesamtweltcup zurück. Derweil fordert sie noch vor der WM Konsequenzen im russischen Dopingskandal.

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          Nach ihrem Sturmlauf zurück ins Gelbe Trikot ballte Laura Dahlmeier die Siegerfaust, eher sie sich nach einer kurzen Verschnaufpause im Ziel von den Fans feiern ließ. Zum Auftakt des Biathlon-Weltcups in Antholz gewann Dahlmeier am Donnerstag das Einzelrennen über 15 Kilometer. Sie nahm dank des vierten Saisonerfolges der schwächelnden Titelverteidigerin Gabriela Koukalova die Führung im Gesamtweltcup wieder ab. Koukalova kam auf Platz 24.

          „So genau hatte ich das nicht auf dem Schirm. Aber dass ich das Rote Trikot behalte und das Gelbe wiederbekomme, schöner kann so ein Tag gar nicht sein. Das ist supercool“, sagte die 23-Jährige nach ihrem elften Weltcuperfolg im ZDF. Am Ende hatte sie nach zwei Strafminuten knappe 3,8 Sekunden Vorsprung auf die nur mit einer Strafminute belastete Französin Anais Chevalier.

          Starkes Teamergebnis

          Mit der im ersten Teil geglückten Generalprobe zementierte Dahlmeier ihre Favoritenrolle für die in drei Wochen beginnende Weltmeisterschaft in Hochfilzen. Die Partenkirchnerin hatte bereits das erste Einzelrennen im Dezember in Östersund gewonnen hatte.

          Das starke deutsche Teamergebnis bei schwierigen Windbedingungen komplettierten Maren Hammerschmidt (2 Fehler) als Fünfte, Vanessa Hinz (3) auf Rang sechs und Franziska Hildebrand (3) als Neunte. Nadine Horchler (3) lief auf einen guten 19. Rang.

          „Es war schwer, ins Rennen zu finden“

          Dabei hatte sich Dahlmeier vor dem Rennen auf der mit 1600 Meter höchstgelegenen und schwierigsten Weltcup-Strecke „gar nicht so stark gefühlt. Ich habe kämpfen müssen und es war relativ schwer, ins Rennen zu finden“, berichtete Dahlmeier, die bei den ersten zwei Schießeinlagen je eine Scheibe verfehlte.

          „Danach habe ich versucht, mein eigenes Ding zu machen und dann zum Schluss zweimal null zu schießen“, sagte Dahlmeier nach ihrem achten Podestplatz des Winters. Und das ging an ihrem „Lieblingsort“ auch bei den schwierigen Bedingungen mit immer wieder wechselndem Wind voll auf. Sie kämpfte um jeden Schuss und wurde am Ende belohnt.

          Schnellste Laufzeit

          Zudem lieferte sie die Laufbestzeit ab. Da war sie knapp 30 Sekunden schneller als Koukalova und gar fast eine Minute schneller als Mäkäräinen. Da neben der mit sechs Fehler belasteten Koukalova auch die bisherige Gesamt-Zweite und zweimalige Ruhpolding-Siegerin Kaisa Mäkäräinen (4 Fehler) nur auf Platz 15 kam, startet Dahlmeier am Samstag im Massenstart wieder in Gelb. Sie hat elf Punkte Vorsprung vor Koukalova und 21 vor Mäkäräinen.

          Auch Hammerschmidt und Hinz waren nach ihren tollen Leistungen bei Kaiserwetter mit Sonnenschein und leichten Minusgraden zufrieden. Doch die Höhe fordert ihren Tribut. „Das war heute eine ganz schön harte Nummer. Beim Stehendschießen war es ganz schön böig, die letzten beiden Fehler haben weh getan. Aber bin froh, dass ich mit dreimal Null durchgekommen bin“, sagte Hammerschmidt. Ähnlich fiel das Fazit von Hinz aus: „Es zehrt ganz schön in der Höhe. Manchen Fehler hätte ich gerne weniger gehabt, aber es war schwer zu schießen.“

          Unterdessen forderte Verfolgungs-Weltmeisterin Dahlmeier angesichts des russischen Dopingskandals noch vor der Weltmeisterschaft in drei Wochen Maßnahmen des Biathlon-Weltverbands IBU. „Wir möchten jetzt konsequente Handlungen, am besten noch vor der WM“, sagte die 23-Jährige am Donnerstag dem ZDF. Am Samstag trifft sich am Rande des Biathlon-Weltcups in Antholz der ÌBU-Vorstand. „Ich glaube, das Blödeste wäre, wenn man uns vertröstet.“

          Nachdem im zweiten McLaren-Report um mutmaßliches Staatsdoping in Russland insgesamt 31 russische Skijäger genannt worden waren, rumort es in der Biathlon-Szene. Bisher sind nur die zurückgetretene Olga Wiluchina und Jana Romanowa von der IBU vorläufig gesperrt worden. Gegen 29 namentlich nicht bekannte Russen und ihren Verband laufen Untersuchungen. Darunter sind auch noch im Weltcup aktive Athleten. Das Problem: Es gibt keine positive Dopingproben russischer Athleten.

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