https://www.faz.net/-gtl-7npuc

Eisschnelllauf-Reformpläne : „Der Mann ist verrückt geworden“

  • Aktualisiert am

Die Niederländer lehnen die Reformpläne im Eisschnelllauf ab Bild: AP

Der Eisschnelllauf-Verband ISU will seinen Sport reformieren. Die Stars aus den Niederlanden reagieren mit geharnischter Kritik. Vor allem Verbandschef Ottavio Cinqanta steht im Zentrum der Angriffe.

          Niederländische Eisschnelllauf-Stars haben mit geharnischter Kritik auf einen angeblichen Brief des ISU-Verbandschefs Ottavio Cinqanta reagiert, in dem der Italiener radikale Reformvorschläge macht. „Der Mann ist verrückt geworden, er hat wohl zu viel getrunken“, sagte Olympiasiegerin und Weltmeisterin Ireen Wüst dem niederländischen Fernsehsender NOS.

          Die Zeitung „De Volkskrant“ (Dienstag-Ausgabe) zitierte aus einem internen Brief von Cinqanta. Darin schlägt der 76-jährige Präsident der Internationalen Eislauf-Union (ISU) vor, die 5000 Meter bei den Damen und 10.000 Meter bei den Herren bei Olympia abzuschaffen. „Endlich fallen die 10.000 Meter weg“, meinte Olympiasieger Sven Kramer sarkastisch. Auch die 1000 Meter sollen entfallen. Cinqanta will anstelle dieser Strecken den Massenstart sowie eine gemischte Staffel mit jeweils zwei Herren und Damen einführen.

          Abschaffen will er auch die WM und EM im Mehrkampf sowie die Sprint-WM. Selbst der niederländische ISU-Vizepräsident Jan Dijkema widersprach und betonte, Mehrkampf-Wettbewerbe wie die ausverkaufte WM am vorigen Wochenende sorgten für substanzielle Einnahmen. Europameisterschaften sollen laut Cinqanta künftig nur noch über die Einzelstrecken ausgetragen werden. Unklar ist, ob er die längsten Distanzen auch weiterhin bei Weltmeisterschaften sehen will. Die Sprint-WM solle in die Einzelstrecken-WM integriert werden.

          Auf Dauer soll statt auf 400-Meter-Bahnen auf 250 Meter langen Ovalen gelaufen werden. Das würde die Integration von Shorttrack ermöglichen, das als eigene Disziplin bei Olympia verschwinden soll.

          Weitere Themen

          Fortuna fit trotz Verletzungen Video-Seite öffnen

          Rheinderby gegen Gladbach : Fortuna fit trotz Verletzungen

          Im Rheinderby treffen die Düsseldorfer am Sonntag auf Borussia Mönchengladbach, die am Donnerstag in der Europa League eine 0:4-Heimniederlage verkraften mussten. Trotz Verletzungspech freut sich Trainer Funkel auf das Spiel.

          Federer/Zverev sichern Europa die Führung

          Laver Cup : Federer/Zverev sichern Europa die Führung

          Besondere Ehre für Alexander Zverev: Er darf in der Schweiz an der Seite von Roger Federer im Doppel spielen. Und das Duo gewinnt auch noch. Durch den Erfolg im letzten Spiel von Tag eins bleibt Europa in Führung.

          Topmeldungen

          Klimastreik in Berlin : Rackete for Future

          Beim großen Klimastreik in Berlin überlassen die Aktivisten von „Fridays for Future“ anderen die Bühne. Es sollte der Auftakt sein für ein breites gesellschaftliches Bündnis. Doch noch prallen Welten aufeinander.
          Ihnen reicht der Kompromiss nicht: Wie in Berlin demonstrierten Hunderttausende

          Kompromiss und Proteste : Was in der langen Nacht geschah

          Erst war das Klimaschutzgesetz fast am Ende, dann kam der Protest – und dann stritt das Kabinett eine Nacht lang. Jetzt sonnt sich die Politik im Glanz der Einigung. Währenddessen dröhnt der Protest Hunderttausender.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.